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Infomarkt über den Ideen- und Realisierungswettbewerb zur Konversion des Fliegerhorsts Fürstenfeldbruck

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Von: Eva Lindemann

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Die Köpfe hinter der Planung: Josef Mittertrainer, Birte Wiele, Nadja Kripgans-Noisser, Johnnes Dachsel und Erich Raff (von links).
Die Köpfe hinter der Planung: Josef Mittertrainer, Birte Wiele, Nadja Kripgans-Noisser, Johnnes Dachsel und Erich Raff (von links). © Eva Lindemann

Fürstenfeldbruck – Als eine „Blackbox“ beschreibt Oberbürgermeister Erich Raff Fürstenfeldbrucks Fliegerhorst bei der Eröffnung der Infomesse zur zukünftigen Erschließung des Geländes.

Jeder hätte eine Vorstellung wo das Gelände liegt, so Raff, aber die wenigsten wüssten, wie es aussehe und was sich darauf befinde.

Der Fliegerhorst ist ein ehemaliger Flugplatz, der momentan von der Bundeswehr für einige Dienststellen, unter anderem die Offiziersschule der Luftwaffe genutzt wird. 2026 verlässt der Bund das Gelände endgültig, womit die 200 Hektar für die Stadt nutzbar werden.

Aus diesem Grund fand am 23. und 24. September ein Infomarkt über den Ideen- und Realisierungswettbewerbs zur Konversion Fliegerhorst im Kloster Fürstenfeld statt, an dem als Experten Oberbürgermeister Erich Raff, Nadja Kripgans-Noisser als Projektleiterin Fliegerhorst-Konversion, Bauamtsleiter Johannes Dachsel, Josef Mittertrainer vom Stadtplanungsbüro bgsm sowie Birte Wiele von Hendricks & Schwartz zur Verfügung standen.

 „Die Bürger von Beginn an zu informieren, zu begeistern und mit einzubeziehen ist der wichtige erste Schritt in der Planung.“

Nadja Kripgans-Noisser, Projektleiterin Fliegerhorst-Konversion

Zusammen stellten sie das Konzept der Bürgerbeteiligung vor. Denn der Plan für die neue Nutzung soll über einen städtebaulichen Wettbewerb mit Bürgerbeteiligung ausgearbeitet werden. „Die Bürger von Beginn an zu informieren, zu begeistern und mit einzubeziehen ist der wichtige erste Schritt in der Planung. Sie sollen von Anfang an ein Verständnis für das Projekt haben und beteiligt werden“, sagt Nadja Kripgans-Noisser bei der Projektvorstellung. Auch die Nachbarkommunen sollen in den Prozess mit einbezogen werden, die Möglichkeit haben Planungsvorschläge zu machen und Flächen zur Nutzung zur Verfügung zu stellen.

Das Wettbewerbsverfahren

Aus den Ideen und Wünschen der Bürger ergibt sich der Auslobungstext der Anfang nächsten Jahres beschlossen werden soll. Auf diesen ersten Schritt im zweistufigen Wettbewerbsverfahren, den Josef Mittertrainer von bgsm, die den Wettbewerb begleiten und den Auslobungstext schreiben, als „Ideenteil“ bezeichnet, folgt eine Auslobung. Ein Preisgericht wählt daraus eine einstellige Zahl an Ideen. Diese werden durch eine zweite Öffentlichkeitsbeteiligung weiter vertieft und überarbeitet, bis sie nochmals dem Preisgericht vorgestellt werden, das den finalen Vorschlag auswählt. Das Ergebnis soll in einer öffentlichen Ergebnispräsentation vorgestellt werden, auf die der Beschluss der Rahmenplanung folgt.

Stadt der kurzen Wege

Der Infomarkt fungiere als wichtiger Baustein, um eine rege Bürgerbeteiligung zu erzielen, denn er bringe der Öffentlichkeit das Areal des Fliegerhorst näher und informiert über die Pläne für die Nutzung, so das Planungsteam. „Es soll eine Mischnutzung aus Wohn- und Arbeitsraum entstehen, eine Stadt der kurzen Wege mit guter Einbindung in die Region“, beschreibt Kripgans-Noisser die Pläne. Dies sei jedoch nicht einfach und unproblematisch.

Das Gelände ist vorbelastet

Das Gelände des Fliegerhorst ist stark vorbelastet. Zum einen durch die Geschichte, insbesondere dem Olympiaattentat, zum anderen gibt es Bestandsbauten unter Denkmalschutz. „Auch weiß man nicht, wie stark die Altlastenbelsatung auf dem Gelände ist“, merkt Raff an. Deswegen gebe es noch keinen konkreten Zeitplan, denn zu viele unbekannte Faktoren beeinflussen die Planung. Fest steht nur, das der Auslobungstext Anfang nächsten Jahres vorgestellt werden soll, der Entwurf soll Ende 2023 fertig sein.

Auf Tafeln konnten eigene Ideen eingebracht werden.
Auf Tafeln konnten eigene Ideen eingebracht werden. © Eva Lindemann

Um damit voranzukommen sind zunächst die Bürger gefragt sich einzubringen. Egal ob sie einen Bezug zum Fliegerhorst, zum Beispiel über ihre Arbeit, haben, oder ob sie den Fliegerhorst nur vom vorbeifahren kennen, jeder ist eingeladen seine Ideen einzubringen. Auf dem Infomarkt gab es Tafeln mit freien Plätzen, auf denen Vorschläge und Wünsche aufgeschrieben werden konnten.

Zusätzlich wird es noch weitere Informationsveranstaltungen geben, wie Radtouren zum Gelände oder Infopoints in der Stadt. Weitere Informationen gibt unter brucker-stadtgespräche.de.

Eva Lindemann

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