Stadt kauft Kunstwerk

Verirrt im Labyrinth der Kunst

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Die Skulptur „condition humaine“ von Maria Rucker

Der Brucker Kultur- und Werkausschuss folgt dem Votum einer Fachjury und beschloss den Kauf der Skulptur „condition humaine“ von Maria Rucker. Das von den Bürgern favorisierte Holzlabyrinth von Hilde Seyboth soll eventuell im nächsten Jahr erworben werden.

Fürstenfeldbruck – Über Kunst lässt sich bekanntlich streiten. Warum sollte es da im Brucker Kultur- und Werkausschuss, der auf seiner jüngsten Sitzung über den Ankauf einer Skulptur beriet, anders zugehen. Mit dem Beschluss zur Errichtung eines Skulpturenpfades, der im Juni letzten Jahres eröffnet wurde, hielt sich die Stadt die Option offen, eines der Kunstwerke erwerben zu können. Die zwischen Klostergelände und Innenstadt installierten Kunstwerke sind Leihgaben der Künstler und bleiben für zwei Jahre stehen.

Mehrheit stimmte für "Labyrinth" ab

Zur Vorbereitung der Kaufentscheidung wurde eine sechsköpfige Jury berufen. Auch konnten die Einwohner Brucks über den Rathausreport und die Homepage der Stadt ihren Favoriten wählen. Ihr Votum floss als eine Stimme in die Entscheidung der Fachjury mit ein. Von den insgesamt 120 abgegebenen Stimmen, entschieden sich 37 Bürger für das „Labyrinth“ von Hilde Seyboth. Die Mehrheit der Jury entschied sich jedoch für die Skulptur „condition humaine“ der Künstlerin Maria Rucker, einem riesigen, aus rotem Knollenkalk gefertigten Herz.

Haltbarkeit der Skulptur beeinflusste die Entscheidung

Die Brucker stimmten mehrheitlich für Hilde Seyboths Holzlabyrinth.

Für das Urteil der Jury war laut Klaus Wollenberg (FDP), der ebenso wie seine Ratskollegin Beate Hollenbach (CSU) Mitglied der dieses Gremiums war, neben der künstlerischen Qualität, vor allem das Thema Nachhaltigkeit von Bedeutung. Da die Skulpturen sämtlich im Freien stehen, war die Frage von Bedeutung, „wird das Kunstwerk auch noch in zwei, drei Jahren bestehen oder ist es dann aufgrund der Witterungseinflüsse nicht mehr vorhanden beziehungsweise beschädigt.“

Kompromissvorschlag wurde abgelehnt

Dem wollte sich Ulrich Schmetz (SPD) nicht anschließen. Für ihn könne Kunst „durchaus auch vergänglich sein“ und das Votum der Bürger sei „eindeutig“. Auch Florian Weber (Die Partei) plädierte dafür, die Entscheidung der Brucker zu berücksichtigen und brachte als Kompromissvorschlag das Werk „Vertikaler Fadenschein“ von Thomas Lenhart ins Gespräch, da diese Installation, sowohl bei der Bürgerabstimmung großen Zuspruch erfuhr (wurde mit 32 Stimmen auf den zweiten Platz gewählt), als auch bei der Jury in die Endausscheidung kam und Dritter wurde.

"Labyrinth" wird eventuell nächstes Jahr erworben

Letztendlich folgte der Ausschuss dem Votum der Jury und beschloss bei drei Gegenstimmen den Kauf von Ruckers „condition humaine“. Der Kaufpreis beträgt maximal 10.000 Euro. In dieser Summe sind bereits 3.500 Euro Material- und Herstellungskosten berücksichtigt, die alle teilnehmende Künstler vorab bekommen haben. Zudem empfahl der Ausschuss im nächsten Haushalt zusätzliche Mittel für den Erwerb eines weiteren Kunstwerks bereitzustellen. So könnte eventuell im nächsten Jahr auch noch das Labyrinth erworben werden.

Peter Fischer

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