In die Höhe bauen

Fürstenfeldbruck legt mehrgeschossige Verdichtung als Ziel für Gewerbebauten fest

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Gewerbebauten sollen in Bruck künftig platzsparend in die Höhe gebaut werden.

Die Große Kreisstadt setzt in Bezug auf die Gewerbeentwicklung eine mehrgeschossige Verdichtung als Leitziel fest. Einem entsprechenden Antrag Markus Droths (Freie Wähler) stimmte der Planungs- und Bauausschuss einstimmig zu.

Fürstenfeldbruck - Zehn Hektar Fläche pro Tag werden in Bayern versiegelt. Dies entspricht in etwa der Grö- ße von 14 Fußballfeldern oder aufs Jahr hochgerechnet der des Ammersees. Freie Flächen werden immer rarer - nicht nur für Bienen und Insekten. Insbesondere im Großraum München stehen zahlreiche Kommunen vor der Herausforderung, trotz zunehmender Flächenknappheit eine Weiterentwicklung – sowohl für den Wohnungsbau als auch im gewerblichen Bereich – zu ermöglichen. Gewerbegebiete zeichnen sich bislang durch eine großflächige Bebauung mit meist eingeschossigen Gebäuden aus. Um dem Flächenfraß zu begegnen und die nur noch sehr begrenzt verfügbaren Gewerbeflächen möglichst effizient zu nutzen, sollen Gewerbebauten in Bruck künftig mehrgeschossig errichtet werden. Einerseits will man so die nach wie vor große Nachfrage befriedigen, anderseits einer zu starken Versiegelung entgegenwirken. 

Droth, der den Antrag vor knapp drei Jahren noch im Namen der CSU-Fraktion stellte, misst der Gewerbeflächenbevorratung hinsichtlich der Weiterentwicklung eine tragende Rolle zu. Entwicklungsziele seien insbesondere wohnortnahe Arbeitsplätze sowie eine solide Gewerbesteuerentwicklung. „Wir brauchen Fläche und die ist nicht vermehrbar.“ Zudem sieht Droth aufgrund der explodierenden Bodenpreise die Ansiedlung kleiner und mittelgroßer Betriebe gefährdet, die erschwingliche Gewerbeflächen zu bräuchten. Andreas Rothenberger (BBV) plädiert dafür, nicht nur die künftige Gewerbeentwicklung dahingehend zu instruieren, sondern „auch bestehende Betriebe, die aufstocken wollen“ planungsrechtlich vonseiten der Stadt zu unterstützen. „Der Bundesgesetzgeber hat in diesem Sinne bereist vorgearbeitet“, erklärte Bauamtsleiter Martin Kornacher. 

Wenn die Aufstockung Sinn macht, darf auch höher gebaut werden. Bei künftigen Projekten könne die Stadt aber nicht in jedem Fall eine platzsparende Bebauung durchsetzen. Dies ginge nur solange für das entsprechende Objekt noch kein Baurecht besteht und eine Bauleitplanung erforderlich sei. Bei städtischen Grundstü- cken könne man den Verkauf an Bedingungen knüpfen und mittels des Planungsrechts bestimmen, was gebaut werden darf und was nicht. Darüberhinaus soll auch die Ansiedlung von Gewerbehöfen gefördert werden. Als positives Beispiel führt Droth das Stockwerk in Gröbenzell an. „So ein Modell wäre auch auf andere Branchen oder einen Branchenmix übertragbar“, heißt es im Antrag. 

Peter Fischer

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