Auftakt zum Verkehrsentwicklungsplan

Mensch im Mittelpunkt der Planung

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Sie gaben den Startschuss für den Verkehrsentwicklungsplan Fürstenfeldbruck (von links): Matthias Fiedler (Stadt), Martin Kornacher (Stadt), Erich Raff (OB), Professor Gebhard Wulfhorst (ASV), Marianne Pfaffinger (Green City) und Harald Spath (Gevas)

Die Themen Verkehr und Mobilität beschäftigen die Kreisstadt schon lange. Deshalb möchte die Stadt stärker denn je ihre Bürger an einem Verkehrsentwicklungsplan (VEP) beteiligen.

Fürstenfeldbruck – Den Startschuss dazu gaben am Mittwoch im Rathaus Oberbürgermeister Erich Raff, Stadtbaumeister Martin Kornacher, der Verkehrsplaner und Mobilitätsmanager der Stadt Matthias Fiedler, sowie Gebhard Wulfhorst (ASV), Marianne Pfaffinger (Green City Projekt) und Harald Spath (Gevas, Humberg und Partner), die bei einer Pressekonferenz ihre Vorgehensweise vorstellten.

Auch wenn die Verkehrsverhältnisse in der Innenstadt die Bürger seit Jahrzehnten beschäftigen, dürfe man den bevölkerungsreichsten Stadtteil, den Brucker Westen, bei der Entwicklung eines zukunftsorientierten Mobilitätskonzeptes nicht vergessen, sagte Raff. Ebenso müsse man hinsichtlich einer Verkehrsentwicklung den Fliegerhorst miteinbeziehen, auch wenn bis zur Übernahme noch ein paar Jahre ins Land ziehen werden. Eine wichtige Rolle bei der Entwicklung eines VEP spielen nicht nur der Stadtrat und die Verwaltung, sondern entscheidend sei, was die Bürger sagen, letztendlich diejenigen, die den Verkehr auslösen und die Mobilität brauchen.

Der Prozess soll von Anfang an transparent gehalten werden

„Wir machen diesen VEP als Mobilitätskonzept für die Zukunft von Bruck und für die Menschen, die im Zentrum dieses Prozesses stehen“, führte der Verkehrsplaner der Stadt, Fiedler, aus. Deshalb sei es wichtig, dass der Prozess von Anfang an transparent gehalten werde und daraus kein Plan „im stillen Kämmerlein“ werde, der womöglich eines Tages in der Schublade verschwindet. So werde man regelmäßig Zwischenergebnisse transparent machen, arbeite mit den Brucker Stadtgesprächen zusammen und werde im Herbst ein Mobiltätsportal einrichten, wo alle Ergebnisse abrufbar sein werden. Auch Präsentationen im Stadtrat seien geplant sowie eine Klausurtagung. Man habe bewusst die Aufgaben aufgrund der Vielfalt an ein Konsortium aus drei Partnern vergeben.

Der Mensch ist Mittelpunkt eines solchen Planes

Es gelte nicht, den Stau irgendwo zu verteilen, stellte Wulfhorst von der Agentur für Standort- und Verkehrsentwicklung (ASV) die Vorgehensweise beim VEP vor, sondern, der Stau sei oft der Auslöser für das Nachdenken. Die Verbesserung der Verkehrsverhältnisse dürfe sich nicht darauf beschränken, den Autoverkehr zu verbessern, denn nicht das Auto stehe im Mittelpunkt eines solchen Planes, sondern der Mensch. Das laufende Jahr stehe zunächst ganz im Zeichen einer Grundlagenermittlung, stellte Harald Spath die einzelnen Schritte vor. Für das Jahr 2018 lauten dann die Schlagworte Analyse, Prognose und Ziele definieren und für 2019 Erarbeiten eines Umsetzungskonzeptes.

Haushaltsbefragung im Rathaus-Report

Begonnen wird mit einer Haushaltsbefragung in der Juni-Ausgabe des Rathaus-Reports. Dazu werden die Bürger zusätzlich gebeten, ihre am Stichtag 27. Juni zurückgelegten Wege und Strecken aufzuzeichnen. Spath appelliert an die Bürger, sich an der Aktion rege zu beteiligen. „Die Bürger sollten diese Chance nutzen. Zusätzlich können sie sich mit Vorschlägen einbringen.“ 

Möglichkeiten für die Einbringung von Bürgern

Über weitere Möglichkeiten für die Bürger, sich einzubringen, informierte Marianne Pfaffinger. So können Bürger ab dem 19. Juni über ein „Crowdmapping“ vier Wochen lang online auf einer Stadtkarte eintragen, wo es ihrer Meinung nach Probleme mit dem Verkehr gebe. Im Herbst finden vier Stadtrundgänge statt. Buntgemischte Gruppen aus Freiwilligen und zufällig ausgewählten Bürgern erkunden zusammen direkt vor Ort Gefahrenstellen, darunter Rundgänge mit der Jugend, mit Senioren und mobilitätseingeschränkten Menschen. Im Frühjahr 2018, wenn erste Ergebnisse vorliegen, werden sogenannte Mobilitätswerkstätten die Bürger anhalten, mitzumachen bei der gemeinsamen Lösungsentwicklung.

Einbinden von Nachbarkommunen 

Auch die Nachbarkommunen sollen beteiligt werden, teilte Wulfhorst mit. Man werde zwei bis drei Workshops im Laufe des Prozesses durchführen und dazu Emmering, Maisach, Olching, Germering und andere Kommunen, die von Bedeutung sein könnten, einladen, aber auch den MVV. Die Räumliche Entwicklungsstrategie, die vom Landkreis erarbeitet wurde, biete dabei eine wertvolle Grundlage, so Wulfhorst.

Verkehr ist Hauptthema der Bügerversammlung

„Das ist für Bruck eine einmalige Chance“, meinte Raff abschließend und richtete zugleich einen Appell an die Bürger, sich rege zu beteiligen. Zu 80 Prozent komme das Thema Verkehr bei den Bürgerversammlungen zur Sprache. Er freue sich auf die Mitarbeit, so Raff, und meinte „ich bin mir sicher, dass wir etwas Gutes präsentiert bekommen, worauf wir auf die nächsten Jahrzehnte aufbauen können.“

Dieter Metzler

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