"jetzt red i" in der Marthabräuhalle Fürstenfeldbruck am 13. April

Sicherheit auf dem Prüfstand

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Fürstenfeldbruck - Neues Konzept, neue Moderation und ein abruptes Ende. Premiere bei der BR- Bürgersendung „Jetzt red i“ am 13. April um 20:15 Uhr in der Marthabräuhalle in Fürstenfeldbruck. Alle zwei Wochen diskutieren zukünftig verschiedene Gäste über aktuelle Themen im Freistaat. Den Anfang machten Innenminister Joachim Herrmann und Grünen-Politikerin Katharina Schulze zum Thema „Aktenzeichen BY- Wie sicher ist der Freistaat ?“ Durch die 45-minütige Live-Sendung führten Tilmann Schöberl und Franziska Storz.

„Ich fühle mich nicht mehr wohl", sagte eine Frau am Anfang der Diskussionsrunde in der Marthabräuhalle. Sie habe einen Selbstverteidigungskurs belegt, weil ihre Jogging-Route an der Erstaufnahmeeinrichtung der Asylbewerber vorbeiführte und sie öfters anzügliche Gesten und Bemerkungen erlebt hatte. Ihr Kurs führte zu einem für sie positiven Nebeneffekt: „Ich fühle mich jetzt selbstbewusster“, erzählte sie.

Eine andere Teilnehmerin habe das Gefühl gehabt, dass die Kriminalität zugenommen habe und rüstete sich deshalb mit Pfefferspray aus. Den Anstieg der Kriminalität dementierte Innenminister Herrmann jedoch: „Die Kriminalitätsstatistik sagt oft was anderes, als was man selbst empfindet“, meint er. Selbstverteidigungskurse für Frauen halte er für sinnvoll, das eigene Aufrüsten sehe er allerdings kritisch, da für die Sicherheit die Polizei zuständig sei. Um diese auch gewährleisten zu können, seien laut Herrmann im letzten Jahr über 2.500 neue Dienststellen geschaffen worden, wobei noch weitere folgen sollen und die Polizei kontinuierlich aufrüste.

Die Grünen-Politikerin Katharina Schulze, MdL meinte, sie könne das mulmige Gefühl der Frauen nachvollziehen, sie unterstütze die Selbstverteidigung, halte aber, ebenso wie Herrmann, nicht viel von einer Aufrüstung von Privatpersonen. „Das wären sonst Zustände wie in den USA“. Schulze machte klar, dass bereits jetzt ein starker Anstieg von "kleinen Waffenscheinen“, welche zum Führen von Schreckschusswaffen benötigt werden, zu verzeichnen sei.

Alexander Weggartner von der Gewerkschaft der Polizei wollte die Aussagen des bayerischen Innenministers nicht bestätigen: „Jeder fünfte Streifenwagen steht in der Garage“. Die Polizisten draußen seien „am Limit“, klagt er. Ähnlich sah das auch Stefan Kemptner, Personalratsvorsitzender in Fürstenfeldbruck zuständig für das Polizeipräsidium Oberbayern Nord: „Das Personal kommt bei den Dienstgruppen nicht an“, stellte er klar. Grund dafür, warum das Personal überfordert ist, sei neben den Pensionsabgängern auch die stetig wachsende Anzahl an Aufgaben mit denen sich die Beamten konfrontiert sehen.

Ein Vorschlag aus dem Publikum, dass Fußballvereine selbst für ihre Sicherheit sorgen sollten, um die Polizei zu entlasten, überzeugte Minister Herrmann nicht.

Auf die Frage, wo die neuen Dienststellen geschaffen wurden, entgegnet Herrmann, dass die Stellen zwar geschaffen wurden, der Personalzuwachs  sich aber nicht bei den Lokalpräsidien bemerkbar mache, sondern zunächst die Sondereinsatzkommandos verstärke. Dennoch bekräftigte er, dass in den letzten sieben Jahren mehr neue Stellen geschaffen wurden und weniger gestrichen worden seien.

Im weiteren Verlauf prangerte eine ältere Dame die Kriminalität im Zuge der "Osterweiterung" an. Aber auch die Rechten waren Thema der Diskussion. „Die Rechte Szene war in Bayern schon immer stark“, erklärte die Landtagsabgeordnete Schulze. Auch hier müsse die Prävention bereits in der Schule ansetzen. Eine Dame vom Fachdienst Asyl erzählte, dass in diesem Bereich auch viele junge Frauen arbeiten und dass so schon beim Erstkontakt zu Asylbewerbern Ängste reduziert werden könnten.

Die Sendung wurde aus Zeitnot durch Moderator Tilmann Schöberl ziemlich abrupt beendet, sodass ein Fragesteller keine Antwort mehr erhielt, wie denn mit der Radikalisierung im Internet umgegangen werden solle.

Felix Hamann

Der ganze Beitrag in der BR-Mediathek: http://www.br.de/mediathek/video/sendungen/jetzt-red-i/aus-fuerstenfeldbruck-100.html

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