Zwischen Poesie und Kunst

Fürstenfeldbrucker Kulturnacht lockte zahlreiche Besucher an

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Sie ist eine Erfolgsgeschichte und aus dem kulturellen Angebotsrepertoire Brucks nicht mehr weg zu denken: die Fürstenfeldbrucker Kulturnacht. Was die Arbeitsgemeinschaft Brucker Kulturnacht heuer auf die Beine gestellt hat, begeisterte einmal mehr alle Besucher der 13 Veranstaltungsorte.

Fürstenfeldbruck - An allen Schau- und Veranstaltungsstätten genoss das Publikum die Einblicke in die vielfältige Kulturszene mit Musik, Poesie, Theater, Geschichte und Kunst. Mit von der Partie und zum Erfolg beigetragen haben auch diesmal Museen, kulturelle Institutionen, sowie ehrenamtlich tätige Kunst- und Kulturvereine. Nachtschwärmer konnten dabei bis Mitternacht im Stadtgebiet, im Klosterareal Fürstenfeld sowie im Bauernhofmuseum Jexhof und in der Furthmühle auf Entdeckungsreise gehen. 

Blaues Band öffnet die Pforten

Für zehn Euro konnte man an jedem Veranstaltungsort ein blaues Band erwerben, das einem an diesem Abend überall Eintritt gewährte. An allen Veranstaltungsstätten wurde darü- ber hinaus Kulinarisches angeboten, so dass auch nicht nur für die Seele, sondern auch für den Leib gesorgt war. Bei der großen Auswahl an Veranstaltungen hat man sich am besten einen persönlichen Tourplan zurechtgelegt.Doch schon da fiel einem die Auswahl schwer, auch wenn Shuttle-Busse dafür sorgten, dass man bequem von einem Spielort zu anderen kommen konnte. So begann die Kulturnacht schon am frühen Abend, als noch die Sonne ihre warmen Strahlen vom Himmel schickte. 

Gaffiti, Breakdance und "der verlorene Rucksack"

Erstmals verwandelte sich der Niederbronnerplatz im Herzen der Stadt in ein Kreativ- und Kulturareal. Malen für die Jüngsten, Urban Gardening, Graffiti-Künstler und Breakdancer in Aktion, Livemusik und Visuals – das Team von Konvolut, ein Zusammenschluss örtlicher Jugendorganisationen, präsentierte ein buntes Programm. Ebenso neu war die Spielstätte vor dem Platz der Leonhardkirche, wo das Brucker Brettl gleich zweimal das Kurzstück „Der verlorene Rucksack“ aufführte. Dabei erfuhren die Zuschauer, was aus einer harmlosen Situation entstehen kann, wenn Vorurteile einem das Leben schwer machen. Die ausgebildete Geschichtenerzählerin Else Grimm, die in Wirklichkeit Gabi Altenbach heißt, zog die Besucher in der Stadtbibliothek Aumühle in ihren Bann. Dazu erklang Musik des Hornquartetts Jernej Cigler, Bence Sovago, Finn Bohn und Christian Fath. 

Jiri Mares spielt im Landratsamt

In der klassischen Besetzung der BigBands der 30er- und der 40er Jahre spielte die Big Band Jiri Mares im Foyer des Landratsamtes ein Programm mit Swing- und Jazz-Standards, Blues- und Latin-Stücken, Pop- und Rock-Balladen. Mit Musik aus dem Paris der 50er Jahre, Nostalgisches, frisch serviert, etwa von Django Reinhard oder Edith Piaf, zogen das Duo Friedl & Friedl, Nils an der Geige und Robert an der Gitarre, die Besucher der Klosterwiese an. Gänsehaut pur erlebten die Besucher der Klosterkirche bei den himmlischen Klängen von Domra-Künstlerin Yulia Merten und dem Organisten der Klosterkirche, Christoph Hauser. 

Roman Bunka und Ehab Abou bringen syrische Kunst näher

Die Songs und Texte, die das Münchner Trio Renner (Gesang, Gitarre), Maria Friedrich (Cello) und Klemens Jackisch (Gitarre) im Bürgerpavillon im Brucker Westen darboten, berührten und unterhielten die Zuhörer gleichzeitig. „Café Voyage“ machte Mut, das eigene Leben auszuprobieren, etwas zu wagen und sich nicht auf Second-Hand Erfahrungen einzulassen. Im Kunsthaus brachte das Duo Roman Bunka und Ehab Abou Fakher den Besuchern die syrische Kultur näher. Sie präsentieren Musik aus Syrien, Tunesien, Marokko und Ägypten. Daneben konnte die Ausstellung „Syrien – Fragmente einer Reise, Fragmente einer Zeit“ mit Fotografien von Yvonne von Schweinitz aus den Jahren 1953 und 1960 besichtigt werden. Bei Einbruch der Dunkelheit sorgten die Lichtinstallationen von Johannes Reihl auf der Fassade des Klosters für bewundernswerte Ausrufe. Das Bauernhofmuseum Jexhof hatte sich die 70er Jahre auf die Fahnen geschrieben. Damals war die Jugendkultur ohne Diskotheken undenkbar. 

DJ BayouWare legt auf dem Jexhof auf

So legte der frühere Besitzer des Brucker Plattengeschäftes „Sound“ als DJ BayouWare die Platten von damals auf und im Stadl durfte dazu getanzt werden. Kreisheimatpfleger Toni Drexler und Simone Schmid sowie der Münchner Fotograf und Klatschkolumnist Heinz Gebhardt ließen beim „Talk“ das gesellschaftliche Leben der 70er aufleben. Nach dieser „abendlichen Rundreise“ durch die Brucker Kulturnacht mussten viele feststellen, dass die Nacht viel zu kurz waren, um alle Veranstaltungen zu besuchen. 

Dieter Metzler

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