Fuhrpark soll auf E-Autos umgestellt werden

E-Autos für die Stadt

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Die Stadt will künftig vermehrt E-Mobile in ihrer Dienstwagenflotte nutzen.

Für Dienstfahrten der Verwaltung soll künftig auf Fahrzeuge eines privaten CarSharing-Anbieters mit möglichst vielen E-Autos zurückgegriffen werden. Dieser übernimmt auch Organisation und Handling der Fahrzeuge. In einem ersten Schritt soll ein Fuhrpark von 14 Autos bereitgestellt werden, den auch die Bürger – hauptsächlich abends und am Wochenende – nutzen können. Dafür sprach sich der Verkehrsausschuss einstimmig aus.

Fürstenfeldbruck - Bereits vor zwei Jahren beschloss der Ausschuss, für Fürstenfeldbruck ein kommunales Elektromobilitätskonzept zu entwickeln, die städtische Fahrzeugflotte zu elektrifizieren und den Aufbau eines CarSharing-Systems zu initiieren. Die mit der Untersuchung beauftragte Firma stellte ihre Ergebnisse nun auf der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Verkehr und Tiefbau dem Gremium vor. 

Stadt soll komplett auf CarSharing-Anbieter umstellen

Das Ergebnis der Experten fiel eindeutig aus: Der Fuhrpark der Stadt solle künftig komplett auf einen externen CarSharing-Anbieter umgestellt werden. Die Analyse zeigt, dass der Fahrbedarf der Stadtverwaltung, der augenblicklich mit zehn Dienstfahrzeugen sowie 21 Privatfahrzeugen gedeckt wird, künftig auch mit zehn Poolfahrzeugen ohne den weiteren Einsatz der Privatfahrzeuge abgedeckt werden kann. Das liegt auch daran, dass das bisherige System nicht effizient genug ist. „Die Dienstfahrzeuge sind da, aber sie fahren nicht viel“, erläuterte Volker Gillessen von der Beratungsfirma „Eco Libro“, welche die Studie durchführte. So sind 99,8 Prozent der Dienstfahrten kürzer als 200 Kilometer und 98 Prozent liegen sogar unter 100 Kilometer. Hierfür kämen aufgrund der geringen Akkureichweiten auch E-Fahrzeuge in Betracht. 

Große Kreisstadt mit hohem Potenzial

Hinzu kommt, dass bei einer besseren Planung – die Disposition der Fahrzeuge soll der Anbieter mit übernehmen – auch eine höhere Auslastung der Fahrzeuge zu erzielen wäre. Auch die Bedarfsanalyse von CarSharing ergab für die Große Kreisstadt ein hohes Potential, insbesondere bei Zweit- oder Drittwagen mit einer Laufleistung von etwa 8.000 Kilometern pro Jahr. Gillessen geht von etwa 120 Fahrzeugen aus, die diese Autos langfristig ersetzen könnten. In einem ersten Schritt will die Stadt nun einen CarSharing-Pool von 14 Fahrzeugen über einen privaten Anbieter bereitstellen, wobei zehn Fahrzeuge für die Stadtverwaltung bestimmt sind, drei für die Stadtwerke und eines auf die Sparkasse entfällt. Dies wäre laut Gillessen für den Anfang eine realistische Zahl. 

Landkreisweite Zusammenarbeit statt Insellösung

In Zeiten, in denen die Autos nicht genutzt werden und frei wären, könnten diese dann auch anderweitig vermietet werden. „Haben wir mit dem Landratsamt darüber schon Gespräche geführt?“, fragte Martin Kellerer (CSU), der das Konzept mit einem externen Anbieter zwar befürwortet, sich aber für eine landkreisweite Zusammenarbeit und gegen eine Insellösung ausspricht. Hintergrund ist, dass Landkreis derzeit an einem sogenannten „Mobilitätskonzept 4.0“ arbeitet, das über den Münchner Verkehrsverbund (MVV) abgewickelt werden soll. Eine Abstimmung hält Gillessen, wie alle anderen Stadträte auch, für absolut sinnvoll, aber zum jetzigen Zeitpunkt nicht für zwingend notwendig, da sich die Stadt ja nicht ewig an einen privaten Anbieter binde. 

Arbeitsgruppe soll entsprechende Kriterien erarbeiten

Eine spätere Zusammenarbeit könne schließlich immer noch erfolgen. „Weiß der Geier, wann das Mobilitätskonzept 4.0 endlich mal losgeht“, will auch Zweiter Bürgermeister Christian Götz (BBV) nicht darauf warten, bis der Landkreis eine Lösung gefunden hat. Dies wäre vielmehr eine Frage der Anforderungskriterien einer Ausschreibung. Diese soll nun gemeinsam mit der Arbeitsgruppe „CarSharing“ und der Stabsstelle für den ÖPNV im Landratsamt erarbeitet und ausformuliert werden. Zudem muss der infrage kommende Anbieter eine Kompatibilität mit dem „Mobilitätskonzept 4.0“ des Landkreises gewährleisten.

Peter Fischer

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