Fursty wird nach der Konversion von der Bayerischen Staatsregierung nicht im Stich gelassen – Neuer Leiter der bayerischen Staatskanzlei zu Gesprä ...

Nach den ersten Sondierungsgesprächen trug sich Bayerns neuer Staatskanzleichef Thomas Kreuzer unter den Augen von Landtagsabgeordneten Dr. Thomas Goppel (v. li.), Landrat Thomas Karmasin, Oberbayerns Regierungspräsident Christoph Hillenbrand und Oberbürgermeister Sepp Kellerer in Goldene Buch der Großen Kreisstadt ein. Foto: Dieter Metzler

Der vor einer Woche zum neuen Leiter der bayerischen Staatskanzlei ernannte Thomas Kreuzer unterstrich bei einem Besuch im Brucker Rathaus am 16. November nochmals, dass die bayerische Staatsregierung die Stadt und den Landkreis bei der Konversion von Fursty nicht in Stich lassen werde. Kreuzer stellte aber auch die Verantwortung des Bundes als „Verursacher“ der Strukturreform heraus. Es bestehe kein Grund zu Schnellschüssen, so Kreuzer weiter. Der Abzug der Soldatinnen und Soldaten werde noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Es sei aber entscheidend, die Planungen für die Konversion von Anfang an auf die richtigen Gleise zu setzen. Dazu empfahl der Staatskanzleichef, auch die umliegenden Gemeinden mit einzubeziehen.

Nach Gesprächen mit den Bürgermeistern aus Kaufbeuren, Kempten, Sonthofen und Penzing traf der 52-jährige Staatskanzleichef am vergangenen Mittwochnachmittag auch in Fürstenfeldbruck mit Oberbürgermeister Sepp Kellerer und Landrat Thomas Karmasin zu einem ersten Sondierungsgespräch zusammen. Begleitet wurde Kreuzer von Regierungspräsident Christoph Hillenbrand. An der Gesprächsrunde nahmen außerdem Landtagsabgeordneter Dr. Thomas Goppel und Brucks Stadtbaumeister Martin Kornacher teil. Die Bundesregierung müsse ein umfassendes Konversionsprogramm auflegen, das mit ausreichend finanziellen Mitteln ausgestattet ist, hatte Kreuzer im Vorfeld gefordert. Daneben muss der Bund den Kommunen zügig die notwendigen Informationen über die frei werdenden Liegenschaften zur Verfügung stellen und den Gemeinden bei Bedarf die Grundstücke schnell und zu fairen Bedingungen überlassen. Dies werden die Ministerpräsidenten bei ihrem Gespräch mit der Bundeskanzlerin am 15. Dezember unmissverständlich einfordern, teilte Kreuzer weiter mit. Darüber hinaus überlege der Freistaat ein Wirtschafts- und Städtebauförderprogramm für die von der Militärreform betroffenen Gemeinden aufzulegen. Auch Oberbayerns Regierungspräsident Hillenbrand sicherte der Stadt seine Unterstützung zu bei der riesigen Herausforderung und wünschte Kellerer eine „glückliche Hand“ bei den Verhandlungen mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA).“ Gegebenenfalls müsse ein Programm zur Unterstützung für die Planungsleistungen in den Nachtragshaushalt eingebracht werden. Auch wenn Einzelheiten über den genauen Zeitplan des Abzugs der einzelnen militärischen Einheiten vom Verteidigungsminister erst im Frühjahr 2012 bekanntgegeben werden, so müsse man insbesondere wegen des Denkmalschutzes etlicher Gebäude im Fliegerhorst und ggf. vorhandener Altlasten zügig die Klärung dieser Angelegenheiten angehen, um einerseits bei den Grundstücksverhandlungen mit der BimA einen günstigeren Preis auszuhandeln, meinte OB Kellerer. Ohne eine gesetzliche Verankerung könne die BimA die Grundstücke allerdings nicht günstiger hergeben, teilte Kreuzer dazu mit. Hier sei Eile geboten, meinte auch Dr. Goppel, der mitteilte, dass die Technische Universität München und die Fachhochschule München Interesse an Gebäuden signalisiert haben. „Da könnten wir ja doch noch Hochschulstadt werden“, so Kellerer. Er erwartet von der Regierung, dass die Verhandlungen mit der BImA nicht so zäh verlaufen, wie mit der Immobilienagentur des Freistaates in der Vergangenheit. Die Schließung des Fliegerhorstes wirke sich auf den gesamten Landkreis aus, sagte Landrat Karmasin. Auch wenn sich Fürstenfeldbruck im „Speckgürtel Münchens“ befinde, so zähle der Landkreis wirtschaftlich nicht zu den „stärksten“ und benötige Hilfe. „Wir kommen ja nicht mit großen finanziellen Forderungen“, so Karmasin. Während die Gedenkstätte des vor dem Haupttor des Fliegerhorstes zum Landkreis gehörenden Olympia-Attentat-Mahnmal erhalten bleibt, scheint die Zukunft des Luftwaffen-Ehrenmals ungewiss. Der Kommandeur der 1. Luftwaffendivision und Standortälteste, Generalmajor Robert Löwenstein, trug unlängst der Stadt die Übernahme an.

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