500 Gäste werden zum 40. Jahrestag des Gedenkens an die Opfer des Olympia-Attentats in Fürstenfeldbruck erwartet – Familien der israelischen Opfer ...

v.l. n. r.: Landrat Thomas Karmasin, die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Charlotte Knobloch, der Standortälteste im Fliegerhorst FFB, Generalmajor Robert Löwenstein, der Generalkonsul des Staates Israel in München, Tibor Shalev Schlosser. Alle Fotos: Carmen Voxbrunner

Rund 500 Gäste, darunter hochrangige Politiker wie Ministerpräsident Horst Seehofer, Bundesinnenminister Dr. Hans-Peter Friedrich in Vertretung der Bundeskanzlerin, der Israelische Botschafter Yakov Hadas Handelsman und Regierungs-Delegationen aus Israel, aus dem Sport und der Gesellschaft werden zur zentralen Gedenkfeier für die Opfer des Olympia-Attentats 1972 am 5. September in Fürstenfeldbruck am Schauplatz des blutigen Anschlags erwartet. Das Israelische Generalkonsulat München gab bekannt, dass auch eine Delegation der Angehörigen der bei dem Terror-Anschlag ermordeten israelischen Sportler und die Überlebenden der Olympia-Mannschaft eingeladen worden ist.

Ob Bundespräsident Gauck auch dabei sein wird, ist noch ungewiss, aber die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München Charlotte Knobloch hat mit Gauck bei ihren jüngsten offiziellen Begegnungen darüber gesprochen, wie sie bei der Pressekonferenz über die Vorbereitungen am 23. Mai im Landratsamt Fürstenfeldbruck erwähnte. Knobloch: „Das Attentat (der Terror) ist kein nationales Thema, es ist ein globales Thema.“ An den 5. September 1972 erinnert sich Knobloch noch heute genau: Sie hörte die  Radio-Meldung vom Überfall auf die israelische Sportmannschaft im Olympischen Dorf „zu Tode erschrocken“, denn auch ihre eigene Tochter war zu diesem Zeitpunkt als Hostess bei den Olympischen Spielen, und es gab danach keine telefonische Verbindung mehr. Knobloch dankte Landrat Thomas Karmasin für sein langjähriges Engagement bei der Organisation des Gedenkens an die bei dem Terror-Anschlag ermordeten israelischen Sportler und den deutschen Polizeibeamten Anton Fliegerbauer: „Ohne Ihr Engagement ist ein solcher Gedenkakt nicht möglich.“ Karmasin und Oberregierungsrätin Pia Schmahl, die Pressesprecherin, Leiterin Büro Landrat, informierten über die Vorbereitungen zur Zentralen Gedenkfeier am 5. September in Fürstenfeldbruck in Anwesenheit des Israelischen Generalkonsuls Tibor Shalev Schlosser, des Standortältesten im Fliegerhorst Fürstenfeldbruck, Generalmajor Robert Löwenstein, Inspektionsleiter Polizeirat Walter Müller und Ehrenmitglied TSV Maccabi München, Eberhard Schulz, sowie Historikerin Dr. Angelika Schuster-Fox, die eine Dokumentation erstellen wird. Der History Channel hatte ein Kamerateam geschickt und wird im Juli eine neue Dokumentation ausstrahlen. Die Veranstaltung zum 40. Jahrestag in FFB wird im Hinblick auf die Opfer und deren Angehörige sowie der Überlebenden der damaligen israelischen Olympia-Mannschaft in enger Abstimmung mit der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern (IKG) sowie dem Generalkonsulat des Staates Israel in München und dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) ausgerichtet. Veranstaltungsort für die zentrale Gedenkfeier für die Opfer des Olympia-Attentats von 1972 am 5. September 2012 in Fürstenfeldbruck wird der ehemalige Flugbereich vor dem alten Tower sein, denn so - Karmasin - „kann am ehesten Authentizität hergestellt werden.“ Zur Gedenkfeier ist die Bevölkerung eingeladen, und es werden zahlreiche hochrangige Besucher erwartet. Dazu zählen die Angehörigen der Opfer aus Israel und die Überlebenden der israelischen Olympia-Mannschaft. Zugesagt haben bereits der Botschafter des Staates Israel, Yakov Hadas Handelsman, der Generalkonsul des Staates Israel in München, Tibor Shalev Schlosser, der Vorsitzende des Zentralrates der Juden in Deutschland, Dr. Dieter Graumann, der Bundesminister des Innern, Dr. Hans-Peter Friedrich – in Vertretung der Bundeskanzlerin, Dr. Angela Merkel, der parlamentarische Staatsseketär im Bundesministerium der Verteidigung, Christian Schmid, der Ministerpräsident des Freistaates Bayern, Horst Seehofer, die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Charlotte Knobloch, der Standortälteste im Fliegerhorst FFB, Generalmajor Robert Löwenstein, der Vizepräsident des Internationalen Olympischen Komitees und Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes Deutschland, Dr. Thomas Bach, der Präsident des Nationalen Komitees Israel, Zvi Varshaviak, der frühere Präsident des Nationalen Olympischen Komitees Deutschland und damalige Bürgermeister des Olympischen Dorfes 1972 in München, Prof. Walter Tröger sowie für die Landeshauptstadt München Stadtrat Marian Offman und der Altoberbürgermeister von München, Georg Kronawitter. Veranstaltungsbeginn ist um 16 Uhr mit Begrüßung und einführenden Worten. Die Veranstaltung basiert dann auf „vier Säulen“: Gemeinsam mit einem Rabbiner werden der katholische und der evangelische Dekan, Albert Bauernfeind und Stefan Reimers einen feierlichen und würdigen ökumenischen Wortgottesdienst abhalten. Für die musikalische Gestaltung hat der Posaunenchor der Erlöserkirche Fürstenfeldbruck zugesagt. Daran schließen sich kurze Gedenkansprachen an. Der in FFB aufgewachsene Musiker und Musikjournalist beim Bayerischen Rundfunk, Ulrich Habersetzer, wird mit einem fünfköpfigen Ensemble zu diesem Programmpunkt Musikstücke komponieren und uraufführen. Danach haben alle Gäste die Möglichkeit, im alten Tower eine kleine Ausstellung zum „Olympia-Attentat von 1972“ zu besichtigen. Ebenfalls im alten Tower laden zum Abschluss der Gedenkstunde der Ministerpräsident des Freistaates Bayern und der Landrat des Landkreises Fürstenfeldbruck zu einem Staatsempfang ein. Für die Gäste wird ein Buspendelverkehr eingerichtet. Mit der Bekanntgabe der Auflösung des Fliegerhorstes in den kommenden Jahren werde sich der Landkreis Fürstenfeldbruck erneut mit dem Standort der Gedenkstätte, die der Gröbenzeller Künstler Hannes L. Götz geschaffen hat, befassen. Es wird überlegt, die Gedenkstätte an den Schauplatz des Anschlags umzusiedeln. Ebenso ist geplant, am Ort der Erinnerung für die Mitbürgerinnen und Mitbürger die Ereignisse von 1972 zu dokumentieren. General Löwenstein – „Erinnerungskultur braucht Erinnerungsorte“ - versprach als Hausherr und Standortältester des Fliegerhorstes, den freien Zugang für Schulklassen im Rahmen der politischen Bildung großzügig zu ermöglichen. Generalkonsul Tibor Shalev Schlosser wünscht sich, dass man sich an jede einzelne Biographie erinnert, wie es der israelischen Erinnerungskultur entspricht, und nannte die Namen der getöteten israelischen Sportler, auch erinnerte er an den getöteten deutschen Polizeibeamten Anton Fliegerbauer. Der Generalkonsul bedauerte, dass der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOK), Jacques Rogge den stellvertretenden israelischen Außenminister Danny Ayalon dahingehend informierte, dass er seiner Bitte, bei den Olympischen Spielen eine Schweigeminute für die Opfer der Anschläge bei den Spielen in München 1972 einzulegen, nicht nachkommen wird.

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