Pflanzaktion zum 125jährigen Jubiläum

Waldfriedhof bekommt beständige Silber-Linde

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Mitglieder des Vereines Blumen- und Gartenfreunde Fürstenfeldbruck pflanzten gemeinsam mit Oberbürgermeister Erich Raff (Vierter von links) die Silber-Linde.

Die herzförmigen Blätter hängen ein wenig durstig von den Zweigen, der dünne Stamm ragt noch etwas schief aus der Erde und die Erde drum herum, ist noch locker zu einer kreisförmigen Mulde geschaufelt.

Fürstenfeldbruck – Doch aus diesem neugepflanztem Baum wird sich in den nächsten Jahren eine prächtige Silber-Linde entwickeln. Sie wurde von Mitgliedern des Vereines Blumen- und Gartenfreunde Fürstenfeldbruck zum 125jährigen Jubiläum des Bayerischen Landesverbandes für Gartenbau und Landespflege auf einer Wiese im Brucker Waldfriedhof gepflanzt.

Weitere 76 Kreisverbände pflanzen Bäume

Es ist nicht der einzige Jubiläumsbaum, der im Freistaat gepflanzt wird. Weitere 76 Kreisverbände in Bayern wurden zum 125. Geburtstag mit Linden der Sorte „Brabant“ und einer Infotafel beschenkt. Ulrich Würstle, Erster Vorsitzender der Blumen- und Gartenfreunde Fürstenfeldbruck, steckt die Infotafel vor das Bäumchen in die Erde. „Höhe: 20-30 Meter, Blüte: geblich, Juni-August, Standort: absoluter Lichtbaum“, steht beispielsweise auf der tannengrünen Tafel.

Waldfriedhof ähnelt wegen Borkenkäfer Parkfriedhof

Da steht sie nun, die junge Silber-Linde, die bis zu 30 Meter hoch werden kann.

Auf dem Wiesenstück, wo etwa 15 Vereinsmitglieder und Oberbürgermeister Erich Raff mit Schaufeln in den Händen warten, steht nun nicht nur die Linde, sondern auch noch sieben Baumstumpfen, die beweisen, dass hier einmal ein dichter Baumbestand war und die Gräber im Umkreis meist im Schatten lagen. Der starke Borkenkäfer-Befall der Fichten zwang die Friedhofsverwaltung zu etlichen Baumfällungen. „Ein paar Fichten stehen noch, die es überlebt haben, aber auch diese werden wohl irgendwann vom Borkenkäfer befallen sein“, weiß Würstle. Aufgrund der Fällungen ähnelt der Waldfriedhof nun eher einem Parkfriedhof, was in der Bevölkerung zu einigen „Aufschreien“ führte, wie es Würstle nennt. Doch ihm sowie dem OB gefalle der Friedhof nun viel besser, wie beide vor Ort verrieten. Zudem sei die Silber-Linde nur ein Anfang. Weitere, beständige Bäume sollen gepflanzt werden. Würstle äußerte scheinbar spontan den Einfall, einen Mammutbaum im Friedhof zu pflanzen. Der OB kündigte zugleich seine Zustimmung an.

Pflanzaktion zu Ehren des Engagements

„Mit der landesweiten Pflanzaktion soll auf die über ein Jahrhundert währende, flächendeckende Bedeutung der Gartenbauvereine für den Obst- und Gartenbau, die Dorf- und Heimatverschönerung, den Umweltschutz und die Landeskultur in Bayern hingewiesen werden“, erklärte der Erste Vorsitzende des Kreisverbandes Fürstenfeldbruck, Andreas Knoll.

Silber-Linde ist ein Zukunftsbaum

Dass als Jubiläumsbaum ausgerechnet die Silber-Linde gewählt wurde, ist kein Zufall: „Die Silber-Linde, die seit ungefähr 1770 in Mitteleuropa angepflanzt wird, verkörpert einerseits die lange Tradition und die Verwurzelung des Landesverbandes und seiner Vereine mit der bayerischen Heimat. Andererseits zielt die Wahl der Silber-Linde auch bewusst in die Zukunft“, führte Knoll aus. Denn der „Zukunftsbaum“ ist besonders anpassungsfähig. „Der Baum ist durch seine Herkunft aus dem Balkan wärmeres Klima gewöhnt und wird so auch den Klimawandel in Deutschland bestehen“, geht Michaela Schleicher, stellvertretende Geschäftsführerin des Kreisverbands, ins Detail.

Landesverband hat 200 Dach-Vereine

Der Bayerische Landesverband, die Dachorganisation von über 200 bayerischen Obst- und Gartenbauvereinen mit mehr als 535.000 Mitgliedern, feiert heuer mit einer Reihe von Aktionen und Veranstaltungen. Der Auftakt dieser Aktion fand am 4. Mai in Würzburg, am Rande der offiziellen Festveranstaltung zum Jubiläum mit Gottesdienst im Dom und Jubiläumsfeier in der Residenz statt. 

Kohr

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