"Rat mal, wer hier spricht?" - Betrüger gab sich als Freund der Enkelin aus und ergaunerte ein Vermögen von der gutgläubigen Rentnerin aus Fürsten ...

Brucker Seniorin verlor 30 000 Euro durch Enkeltrick-Masche

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30 000 Euro und ein wertvolles Gemälde ergaunerten Unbekannte mit der "Enkeltrick"-Masche von einer 77-jährigen in FFB. Die Polizei fahndet nach zwei Männern.

Fürstenfeldbruck – In Olching wurde eine "Enkeltrick"-Abzocke in letzter Minute verhindert, in Fürstenfeldbruck haben Unbekannte jedoch eine 77-jährige Rentnerin um 30 000 Euro und ein wertvolles Gemälde betrogen. Der Anrufer meldete sich unter dem Namen "Stefan" und behauptete, der Lebensgefährte der Enkelin der alten Dame zu sein. Das Geld benötige er für ein Immobiliengeschäft, das eine "Überraschung" für seine Freundin sein solle. 

Wie das Polizeipräsidium Oberbayern Nord am 19. August mitteilte, erhielt bereits am Donnerstag, 14.08.2014,  eine 77-jährige Rentnerin aus Fürstenfeldbruck einen Anruf eines ihr unbekannten Mannes. Der Anrufer gab an, “Stefan“ zu heißen und der Lebensgefährte der Enkelin der Rentnerin zu sein. Er bat die Rentnerin um 30.000 Euro, die er für ein Immobiliengeschäft benötige, das er für die Enkeltochter tätige und das eine Überraschung sein solle. 

Die 77-Jährige ging daraufhin zu ihrer Bank und hob die geforderten 30.000 Euro von ihrem Konto ab. Absprachegemäß sollte das Geld an „Herrn Schmidt“ am vereinbarten Treffpunkt in Fürstenfeldbruck übergeben werden. Am Treffpunkt wurde jedoch „Herr Schmidt“ nicht angetroffen und die Rentnerin begab sich auf den Heimweg. Kurz vor der Ampel Ecke Landsberger Straße und Bismarckstraße wurde sie vor einem Fotogeschäft von „Herrn Schmidt“ angesprochen. Der Kontakt muss zwischen 16.30 Uhr und 18.00 Uhr stattgefunden haben. 

Die Rentnerin händigte „Herrn Schmidt“ nach einem kurzen Telefonat mit „Stefan“ die zuvor abgehobenen 30.000 Euro aus. Vermutlich am Freitag rief „Stefan“ erneut die Rentnerin an und teilte ihr mit, dass der Notar für das Immobiliengeschäft eine weitere Sicherheit benötige. Die Rentnerin erwiderte, dass sie ein wertvolles Gemälde besitze und dieses dem „Stefan“ als Sicherheit für das Immobiliengeschäft leihen könne. Am Sonntag Vormittag erschien dann ein gewisser „Herr Dresdner“ in der Wohnung der Geschädigten und holte das Bild ab. In einem weiteren Telefonat forderte „Stefan“ später noch einmal Bargeld von der Rentnerin, dann brach der Kontakt ab. 

Personenbeschreibung des „Herrn Schmidt“: Ca. 20 – 25 Jahre alt, 170 cm groß, schlank, kurzes, dunkles Haar. Personenbeschreibung des "Herrn Dresdner": Ca. 45 – 50 Jahre alt, blondgelocktes Haar. 

Die Kriminalpolizeiinspektion Fürstenfeldbruck hat die Ermittlungen aufgenommen. Hinweise, die zur Aufklärung der Tat und zur Identifizierung der Täter dienen, werden unter der Rufnummer 08141 / 612 – 0 erbeten. Wer hat insbesondere den Kontakt zwischen der Rentnerin und „Herrn Schmidt“ am Donnerstag, 14.08.2014, am späten Nachmittag vor dem Fotogeschäft beobachtet und dort in der Nähe eventuell verdächtige Personen oder Fahrzeuge bemerkt? 

Erneuter Präventionshinweis: Die von den überregional agierenden Tätern verwendete Betrugsmasche wird bei der Polizei „Enkeltrick“ genannt. 

Mit den Worten „Rate mal, wer hier spricht“ oder ähnlichen Formulierungen rufen Betrüger bei meist älteren und allein lebende Personen an, geben sich als Verwandte, Enkel oder auch gute Bekannte aus und bitten kurzfristig um Bargeld. Als Grund wird ein finanzieller Engpass oder eine Notlage vorgetäuscht, beispielsweise ein Unfall, ein Auto- oder Computerkauf. Die Lage wird immer äußerst dringlich dargestellt. Oft werden die Betroffenen durch wiederholte Anrufe unter Druck gesetzt. Sobald das Opfer zahlen will, wird ein Bote angekündigt, der das Geld abholt. Hat der Betroffene die geforderte Summe nicht parat, wird er gebeten, unverzüglich zur Bank zu gehen und dort den Betrag abzuheben. Um sich vor solchen Betrügereien zu schützen, bittet die Polizei die folgenden Verhaltenstipps zu beachten: 

Seien Sie misstrauisch, wenn sich Personen am Telefon als Verwandte oder Bekannte ausgeben, die Sie als solche nicht eindeutig erkennen.  

Geben Sie keine Details zu Ihren familiären oder finanziellen Verhältnissen preis.   

Legen Sie einfach den Telefonhörer auf, sobald ihr Gesprächspartner Geld fordert. 

 Halten Sie nach einem Anruf mit finanziellen Forderungen bei Familienangehörigen Rücksprache. 

 Lassen Sie keine fremden Personen in ihre Wohnung. 

 Übergeben Sie niemals Geld an unbekannte Personen.  

Informieren Sie unter der Notrufnummer 110 sofort die Polizei, wenn Ihnen eine Kontaktaufnahme verdächtig vorkommt. 

Prävention - Information BDK (Bund der Deutschen Kriminalbeamten) für Senioren

http://senioren-bdk.iv-group.info/

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