Versammlung der Gewerkschaft der Polizei in Fürstenfeldbruck 

Tarifverhandlungen bei der  Polizei: GdP hofft auf eine "Sechs" vor dem Komma 

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Der Kreisgruppenvorsitzende der Polizeigewerkschaft (GdP), Stephan Dodenhoff, r. konnte zur Jahreshauptversammlung den stellvertretenden GdP-Landesvorsitzenden Peter Schall begrüßen

Fürstenfeldbruck – Die beginnende Tarifrunde im öffentlichen Dienst stand naturgemäß auch bei der Versammlung der Kreisgruppe Fürstenfeldbruck der Gewerkschaft der Polizei (GdP) am 24. Januar im Unteroffizierheim im Brucker Fliegerhorst im Mittelpunkt.  

 Insgesamt könne man im Bereich des Präsidiums Oberbayern Nord mit der Stellenzuweisung zufrieden sein, sagte der GdP-Kreisvorsitzender Stephan Dodenhoff bei seinem Tätigkeitsbericht, dennoch sei der Personalmangel auf einigen Dienststellen in seinem Zuständigkeitsbereich noch immer eklatant. In Anbetracht der bevorstehenden Wahlen im Herbst hofft Dodenhoff bei den Tarifverhandlungen auf „wohlgesonnene“ Politiker. Nach einigen „Nullrunden“ in der Vergangenheit hält er die „Sechs“ vor dem Komma für angemessen. Die Anhebung der Ballungsraumzulage sollte darüber hinaus nicht an Städte gebunden sein, forderte der Kreisvorsitzende. „Es kann nicht sein, dass ein Beamter, der in Fürstenfeldbruck wohnt die Ballungsraumzulage erhält, der in Schöngeising wohnende Beamte aber nicht.“

Besorgt äußerte sich Dodenhoff über die zunehmende Gewalt gegenüber Polizeibeamten. „Der Respekt gegenüber Uniformträger nimmt immer mehr ab“, sagte er. Deshalb forderte Dodenhoff, die Gewerkschaft solle sich stärker für die Beamten einsetzen, damit sie zu ihrem Recht kommen. „Viele fühlen sich vom Dienstherren im Regen stehen gelassen.“ In den vergangenen zwei Jahren sind knapp 70.000 in privater Hand befindliche Schusswaffen vernichtet worden, davon waren 80 Prozent legal, berichtete Dodenhoff. Etwa 1,15 Millionen Waffen sind registriert, die Zahl der illegalen Waffen wird gar noch höher eingeschätzt. „Jede Schusswaffe in privater Hand ist eine zu viel“, so Dodenhoff. Die Zusammenarbeit der vor zwei Jahren fusionierten Kreisgruppen stellte Dodenhoff lobend heraus. „Das funktioniert hervorragend“, so der Kreisvorsitzende. Wichtig für die Basisarbeit sei der Ansprechpartner vor Ort, dankte er den Vertrauensleuten für ihr Engagement. 

Der stellvertretende GdP-Landesvorsitzende Peter Schall hält die Forderung von 6,5 Prozent in Anbetracht der zweiprozentigen Inflationsrate, der exorbitant ansteigenden Mieten im Großraum München und der steigenden Benzinpreise für eine realistische Forderung. Natürlich müsse der Tarifabschluss 1:1 für die Beamten übernommen werden, lautet die Forderung der GdP. In seinen weiteren Ausführungen ging Schall detailliert auf die weiteren Forderungen der Gewerkschaft beim Urlaubsanspruch, auf die Problematik bei der Anerkennung von Dienstunfällen sowie auf die Beförderungs- und Stellensituation im Freistaat ein. Auch hofft er im Hinblick auf die bevorstehenden Landtags-, und Bundestagswahlen, dass die entscheidende Tarifrunde am 8./9. März ohne Streik verläuft. Dennoch werde die GdP am 5. März zusammen mit der Vereinigten Dienstleistungsgewerkschaft ver.di an einem großen Demonstrationszug in der bayerischen Landeshauptstadt teilnehmen.

Dieter Metzler 

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