Gedenkminuten Tag der jüdischen Opfer des Nazi-Regimes am 27. Januar 2010 - Am Todesmarsch-Mahnmal in Fürstenfeldbruck

Ausgehend von einer Facharbeit im Jahre 1985, die die ausgelöschte Erinnerung an das dunkle Kapitel der NS-Verbrechen thematisierte, kam von der Gemeinde Gauting der Impuls zu einem öffentlichen Erinnerungszeichen an den Todesmarsch. So sind auch die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Fürstenfeldbruck wieder aufgerufen, sich am Mittwoch, 27. Januar 2010, 11 Uhr am Todesmarsch-Mahnmal an den Gedenkminuten in Fürstenfeldbruck zu beteiligen. Auf dem Mahnmal in Fürstenfeldbruck ist folgende Inschrift enthalten: "Hier führte in den letzten Kriegstagen im April 1945 der Leidensweg der KZ-Häftlinge aus den Todeslagern Kaufering/Landsberg vorbei ins Ungewisse".

Julia Zieglmeier vom Arbeitskreis Mahnmal wird die Begrüßung und Einführung vornehmen, Worte des Gedenkens werden junge Soldatinnen und Soldaten des Standorts Fürstenfeldbruck in Anwesenheit der Überlebenden der KZ-Häftlingsmärsche, Uri Chanoch, Abba Naor und Karl Rom, sprechen. Nach den Schweigeminuten können die Anwesenden, entsprechend dem jüdischen Brauch, Steine am Mahnmal niederlegen. Uri Chanoch, Vorsitzender, Solly Ganor, Zwi Katz, Abba Naor, Karl Rom und Max Mannheimer waren in den letzten 15 Jahren immer wieder zu Gast in Fürstenfeldbruck bei Veranstaltungen und auch als Zeitzeugen in den Schulen. Sie alle sind Mitglieder der „Vereinigung der Überlebenden der Außenlager Landsberg/Kaufering des KZ Dachau". Das Mahnmal in FFB erinnert an den Todesmarsch von verhungerten, zerlumpten fast ausschließlich jüdischen KZ-Häftlingen/Zwangsarbeitern aus den Lagern LL/Kaufering, die von brutalen Nazi-Schergen durch die Pucher- / Dachauer Str. getrieben wurden. Der Bildhauer Hubertus von Pilgrim hatte das Mahnmal geschaffen, das in immer gleicher Form jeweils eine Station des langen und meist tödlichen Leidensweges Tausender von KZ-Häftlingen aus Dachau und seiner Außenlagern markiert: Gauting, Pasing, Allach, Planegg, Gräfelfing, Grünwald, Aufkirchen (Berg), Geretsried, Icking, Waakirchen, Bad Tölz, Wolfratshausen, Krailling, Achmühle (Eurasburg), Königsdorf, Starnberg, Karlsfeld, Obermenzing, Dachau, Utting und Kaufering. Seit 1992 steht auch eine Skulptur in der Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem. In Fürstenfeldbruck fand im Dezember 1992 eine Demonstration gegen Ausländerfeindlichkeit und Fremdenhass statt. Barbara Thierfelder von der Eichenauer Friedensinitiative EFI appellierte dabei an die damalige Landrätin Rosemarie Grützner, die Aufstellung eines Erinnerungsmales an die Todesmärsche zu unterstützen. Mit zahlreichen Spenden aus der Bevölkerung und Unterstützung durch Landkreis und Stadt konnte das Mahnmal am 28. April 1994 in der Kreisstadt FFB feierlich eingeweiht werden. Auf Einladung des Mahnmal-Arbeitskreises waren außer den zahlreich erschienenen Gästen aus allen gesellschaftlichen Bereichen des Landkreises zwei Überlebende, Zwi Katz und Solly Ganor mit ihren Frauen aus Israel gekommen. Alljährlich zum Tag der Opfer des Nazi-Regimes am 27. Januar, der 1996 von Bundespräsident Roman Herzog ausgerufen und 2005 von der Generalversammlung der Vereinten Nationalen zum Internationalen Holocaust-Gedenktag erklärt wurde, lädt der AK Mahnmal Fürstenfeldbruck mit Unterstützung des Landkreises zu Gedenkminuten am Mahnmal in Fürstenfeldbruck ein.

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