Störungsfreier Montagabend mit über 800 Teilnehmern in Innenstadt

Gegendemo zu „Spaziergängern“ in Fürstenfeldbruck

Organisator der Gegendemo Florian Weber und seine Mitstreiter, die beidseitig ein Spalier für die Corona-Maßnahmen-Demonstranten bildeten.
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Organisator der Gegendemo Gaststättenbesitzer und Stadtrat Florian Weber (links mit schwarze Maske) und einige seiner 150 Mitstreiter, die beidseitig ein langes Spalier für die Corona-Maßnahmen-Demonstranten bildeten.
  • Dieter Metzler
    VonDieter Metzler
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Fürstenfeldbruck – 150 Gegendemonstranten standen am Volksfestplatz für etwa 700 sogenannte „Spaziergänger“ mit ihren Plakaten Spalier. Bereits zum vierten Mal waren an einem Montag in der Kreisstadt die Spaziergänger unterwegs, um gegen die Corona-Maßnahmen zu demonstrieren, doch diesmal hatten sich zum ersten Mal Bürger zur Gegendemo organisiert. Die Polizei war verstärkt im Einsatz und nennt den Abend „aus polizeilicher Sicht weitgehend störungsfrei“.

Nahmen am ersten „Spaziergang“ nur etwa zwei Dutzend Menschen teil, so waren es beim zweiten Mal rund 250, die vom Volksfestplatz in die Innenstadt liefen – meist ruhig und mit Kerzen oder Laternen. Zuletzt zogen bei der nicht angemeldeten Veranstaltung laut Polizei etwa 700 Personen, die meist ohne Masken und Einhaltung von Mindestabständen, ihren Protestmarsch durch die Innenstadt durchführten.

„Während des Aufzuges griffen Beamten wiederholt kommunikativ ein und wiesen auf die Einhaltung der Abstandsregeln hin. Aufgefallen im Zuge der unangemeldeten Versammlung ist eine 22-jährige Münchnerin, deren Identität nach einer Sachbeschädigung festgestellt wurde“, berichtet Polizeioberrätin Nina Vallentin.

Treffpunkt für die angemeldete Gegendemo war die Bar „Klubhouse“ am Leonhardsplatz. Organisiert hat Klubhouse-Besitzer und Stadtrat Florian Weber die Veranstaltung. Er habe Freunde und Bekannte mobilisiert, informierte er. Sie stehen für das Gegenteil für das die Querdenker stehen, meinte Weber, bevor sich etwa 30 Personen auf den Weg über die Amperbrücke, Hauptstraße zum Volksfestplatz aufmachten. Dort war die Gruppe der Querdenker-Gegner, darunter etliche Stadträte und OB Erich Raff, auf gut 150 angewachsen.

OB Raff unterstützt seinen Stadtratskollegen

„Eigentlich wollte ich nicht kommen“, meinte Raff, doch dann habe er sich entschlossen, seinen Stadtratskollegen zu unterstützen. Mit ihren Plakaten bildeten die Gegendemonstranten beidseitig ein Spalier, durch das die auch diesmal wieder etwa 700 Impfgegner friedlich marschierten. Nur ganz wenige Impfgegner blieben stehen und diskutierten mit den Impfbefürwortern. Jeder vertrat dabei seinen Standpunkt sachlich und ohne Aufregung.

„Impfen für uns alle“ oder „Mut zur Impfung, damit Konzerte wieder stattfinden können“, oder „Impfen schützt dich vor Infektionen – Solidarität nur denen, die sich nicht impfen lassen können“ forderte Stadträtin Alexa Zierl auf ihrem Plakat oder Webers Spruchplakat „Bitte lasst euch impfen – ich will meine Gaststätte wieder öffnen und euch als Gäste begrüßen“. „Was ist euer Vorschlag zur weltweiten Eindämmung der Pandemie?“ So und ähnlich waren die Sprüche auf den Plakaten gehalten. Ganz im Gegensatz dazu die unter die Gürtellinie gehenden Beschimpfungen auf Facebook und Telegram, wo Weber unter anderem als Faschist und Pädophiler bezeichnet wurde.

Ob es eine weitere Gegendemo geben werde, da wollte sich Organisator Florian Weber am Montagabend noch nicht festlegen. Er war jedoch mit seiner initiierten Aktion zufrieden. Letztlich habe er keine Probleme erwartet, sagte Weber im Vorfeld.

Polizei bittet um Anmeldung

Vallentin, Leiterin der Polizeiinspektion Fürstenfeldbruck, erklärte abschließend in ihrem Bericht: „Die Polizeiinspektion Fürstenfeldbruck war auf die Versammlungslagen am Montag vorbereitet und gut gerüstet. Wir appellieren dennoch an die Veranstalter der unangemeldeten Versammlung, diese vorab anzuzeigen und mit den Behörden den Ablauf vorzubesprechen, wie es das Versammlungsrecht vorsieht.“

Metzler/red

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