Die Geigerin Anna Katharina Kränzlein, Tochter des Bürgermeisters von Puchheim, begeisterte auf der Saitensprung-Tour

Anna Katharina Kränzlein vor ihrem Konzert „Saitensprung-Tour“ am 2. Dezember im Puchheimer Kulturcentrum PUC. Foto: Günter Schäftlein

Die Münchnerin Anna Katharina Kränzlein, 30, gebürtige Bruckerin mit neuer Heimat im Chiemgau, unterstrich eindrucksvoll ihre vielseitige Musikalität im Puchheimer Kulturcentrum PUC. Ihr Lebensmotto „Ich bin eins mit meiner Geige, mit meiner Musik“ bedeutet totale Hingabe an die vertretene Musikrichtung und Handschrift aus Klassik-Rock-Pop-Jazz und Folk, bestehend aus Eigenkompositionen verbunden mit neu arrangierten Klassikern. Der KREISBOTE sprach mit der in früheren Jahren achtmaligen Gewinnerin im Wettbewerb „Jugend musiziert“ am Rande des Puchheimer Auftritts.

Was verbindet Sie mit Puchheim? Gibt es Erinnerungen? Anna Katharina Kränzlein: In Puchheim hab ich quasi meine ganze Kindheit verbracht. Ab der 3. Klasse ging ich dort zur Schule und dort hab ich auch jahrelang bei meinen ersten Geigenlehrern Simone & Peter Michielsen Unterricht gehabt. Sie haben meine Liebe zur klassischen Musik und zur Geige geweckt und gefördert, nicht zuletzt durch die fantastischen Projekte des Puchheimer Jugend Kammer Orchesters. In Ihrer musikalischen Entwicklung kommen Sie von der ernsten Musik her … Was haben Sie später geändert? Anna Katharina Kränzlein: Klassik ist der perfekte Grundstein für einen Musiker. Allerdings kam bei mir irgend-wann der Punkt - als ich bei einem Geburtstag einfach so ein bisschen geigen sollte - dass ich merkte, ich kleb an Noten. Wenn ich nicht was perfekt in den Fingern habe, trau ich mich nicht einfach drauf loszuspielen. Damals fing ich gerade bei ‚Schandmaul’ an, und es hat wirklich einige Jahre gedauert, bis ich wieder lernte einfach aus dem Bauch raus loszuspielen. Etwas unglaublich Befreiendes … 20 lange Jahre standen Sie in einem strengen Studium: Geige, Flöte, Klavier, Gesang … Wurde das nicht manchmal zuviel? Anna Katharina Kränzlein: Doch, es gab des öfteren Momente, wo ich die Musik an den Nagel hängen wollte. Meine erste Professorin war z.B. unglaublich streng und launisch. Oder kurz vor meinem Diplom, als ich mir dachte, warum üb ich eigentlich so viel? Wenn ich in ner Band spiele, brauch ich das doch sowieso nicht. Das war aber immer nur von kurzer Dauer. Es gibt eigentlich keinen Tag, an dem ich meine Geige nicht in der Hand habe. Auch im Urlaub ist sie immer dabei. Ich kann einfach nicht ohne Musik … und ich habe mir mein Studium und meinen Musikerweg lang und hart erkämpft - und bin daher auch stolz auf das, was ich erreicht habe. Seit 1998 arbeiten Sie zusammen mit der Folkrock-Band „Schandmaul“. Warum? Anna Katharina Kränzlein: Schandmaul ist der Gegenpol zur klassischen Musik: Hier wird auf der Bühne getanzt und aufgespielt, was das Zeug hält. Und alleine das Publikum, die Fans, diese Emotionen, wenn vor der Bühne jemand steht, der hemmungslos zu weinen anfängt bei einem Liebeslied. Oder natürlich auch das Gegenteil, das kann ich nicht in Worten beschreiben … Schandmaul ist meine „große Band“. Wir sechs Musiker kennen uns zwölf Jahre. Das ist wie eine Familie und ich bin sehr glücklich, dabei zu sein. Und „Anna Katharina“ ist meine „noch kleine“ Band. Da verbinde ich meine zwei Heimaten, die Klassik und die Unterhaltungsmusik zu einem eigenen Projekt. Da bis ich Frontfrau und kann alle Instrumente und Songs spielen, die aus mir raussprudeln, das ist meine Herzmusik. 2007 erschien Ihre erste Solo-CD, gemeinsam produziert mit der Schlagzeuglegende Curt Cress und den Musikern Matthias Richter und Thomas Lindner. Die aktuelle CD ‚Saitensprung’ wurde produziert vom renomierten Produzenten und Bassisten Günther Gebauer und ist gerade mal ein Jahr alt. Inzwischen arbeitet das Trio Anna Katharina, Michael Ende (Bass) und Leonhard Schwarz (Drums/Percussion) an einer dritten CD für 2012. Und das alles getreu der Linie, Klassik zu lockern und zu entstauben? Anna Katharina Kränzlein: Die Livekonzert-Erfahrungen und die verschiedenen Projekte in denen wir spielen bringen laufend neue Inputs. Sonst gehen wir den Weg als Band einfach weiter und schauen wo wir gerade sind und was da gerade für Musik rauskommt. Da ist nichts vorab geplant gewesen. Aber, wie’s ausschaut, werden wir neben Eigenkompositionen auf dem neuen Album sogar noch mehr Klassiker in unser Gewand stecken … Anmerkung: Die diplomierte Geigerin Anna Katharina Kränzlein spielt seit 1998 bei der Folkrock-Band ‚Schandmaul’, die zu einer der erfolgreichsten deutschen Musikformationen zählt: Mit diversen Top-Ten-Chartplatzierungen, einer ECHO-Nominierung 2009 und ausverkauften Tourneen. Anna Katharina , die „die Genialität schöner Melodien und Harmonienfolgen lieben lernte“, trat seit ihrem „Watzmann“-Gast-Auftritt auch wiederholt mit Wolfgang Ambros auf. Insgesamt blickt sie auf eine hochmusikalische Ausbildung zurück: Auf dem Richard-Strauß-Konservatorium München ebenso wie auf den Hochschulen für Musik in Saarbrücken und Würzburg und durch die Teilnahme an Meisterkursen in Salzburg und Warschau.

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