Neuer Trend Geocaching: Auf der Suche nach dem kleinen Abenteuer 

„Geocaching“ ist so viel mehr

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Beim CITO-Event trafen sich Geocacher aus der Umgebung, um das Gelände um den See von Unrat zu säubern.
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Eine Menge Müll kam zusammen. Dieser wurde gesammelt und tags darauf abgeholt.
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Passend zu Halloween: präparierte Kürbisse.
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Bei Tageslicht gar nicht einmal so schlimm, doch nachts bekommt man das Fürchten.
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Schaurig-schöne Stimmung am See
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Ausklang unter Freunden. Am Grillplatz kam man zusammen, um sich auszutauschen.
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Mitten im Wald wurden Buden aufgebaut, an denen die Cacher einige Aufgaben zu erfüllen hatten.
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Kurz vor dem Finale. Die Zutaten, die man erspielen musste, wurden hier zu einem "Zaubertrank" gemixt.

Viele können wahrscheinlich mit dem Begriff „Geocaching“ nicht viel anfangen oder kennen es nur flüchtig aus den Medien. Dabei handelt es sich um eine weltweite Schnitzeljagd mittels GPS-Daten. Geocacher sind eine Community, die allerdings viel mehr macht, als nur Tupper-Dosen suchen.

„Geocaching“ – diesen Ausdruck hat man vermutlich schon einmal gehört. Die Vorstellung in den Köpfen vieler ist wohl gespalten. Für die einen sind es Leute, die irgendwo im Nirgendwo nach Tupper-Dosen im Wald suchen, für andere ist es wohmöglich nur ein Hobby. Doch für die Geocacher selbst ist es mehr eine Lebenseinstellung. Immer auf der Suche nach dem kleinen Abenteuer. Den wohl bekanntesten Geocacher kennt man aus dem Fernsehen: Bernhard Hoëcker. Bei ihm kam es Berichten nach schon zu Verzögerungen, weil er sich kurz vor Beginn einer Sendung wieder einmal im Wald verlaufen haben soll. Doch er hat es immer wieder geschafft, zurückzukehren. Außerdem kam es kürzlich zu einem eher unangenehmen Fund. Zwei Geocacher fanden auf der Suche nach der richtigen Location für die nächste Dose in Oberfranken ein Skellet, welches wohl schon länger im Wald lag. Hierzu dauern die Ermittlungen derzeit noch an.

Gruseln am See 

Auch gehören verschiedene Events zum Alltag der „Dosen-Jäger“. So beispielsweise der „Jahrmarkt des Grauens“, der fast unbemerkt von der Öffentlichkeit an Halloween am Germeringer See stattfand. Mitglieder des Bayerischen Geocacher Vereins (bgcv) haben hier etwas Großartiges auf die Beine gestellt, um einigen Cachern einen gehörigen Schrecken zu versetzen. Es wurde eine etwa drei Kilometer lange Strecke am Parsberg für die Öffentlichkeit gesperrt. Über Tage und Wochen hinweg haben sich zahlreiche Helfer an der Umsetzung dieses Events beteiligt. Bis ins kleinste Detail wurde hier auf alles geachtet: Selbstleuchtende Plaketten wiesen den Weg, bunte Totenköpfe fingen schaurig das Lachen an, sobald man den Bewegungsmelder auslöste. Doch damit nicht genug. Drei Aufgaben hieß es, zu absolvieren. Und das in absoltuer Finsterniss, lediglich unter Zuhilfenahme einer kleinen Laterne. Die Sicht damit gleich null. Angetrieben von Untoten, die den Weg säumten bis hin zu einem Horror-Clown, der den Teilnehmern mit einer Motorsäge Angst einjagte, galt es, Zutaten zu finden, um die „Jahrmarkts-Leute“ von ihrem Fluch zu erlösen. 

Viel Phantasie 

Auf dem Weg zum Finale kam man an vielen bis zur Unkenntlichkeit verkleideten Gestalten vorbei. Die kleinen Hexen zu Beginn waren dabei noch das kleinste Übel. Wer weiß, welche Phantasie machmal in den Konstruktionen, die es beim Geocaching zu finden gilt, steckt, der weiß, dass es hier keine Grenzen gibt. Für weitere Schreckensmomente sorgte eine selbst kreierte Geisterbahn. Nicht mit Waggons. Man musste ein abstecktes Areal durchschreiten, wurde von Geistern erschreckt, kam an singenden Puppen vorbei und entdeckte im Schein des Mondes das eine oder andere abgetrennte Körperteil – selbstverständlich nur aus Plastik. Um den Schauer zu spüren allerdings völlig ausreichend. Schaffte man es, bei der Odysee durch den Wald, die Zutaten zu erspielen, wartete am Ende der Eintrag ins Logbuch, bewacht von einem Werwolf. 

Ausklang unter Freunden 

Dass nach einem zweistündigen Marsch durch den Wald mit vielen Schreckensmomenten auch die Verpflegung der Teilnehmer eine große Rolle spielte, waren sich die Organisatoren bewusst. Nach Beendigung der Parcours lies man den Abend am Grillplatz des Germeringer Sees mit Würsteln und einigen gruseligen Snacks ausklingen. Natürlich sind auch die neuesten Koordinaten und Rätsel Thema bei solchen Zusammenkünften.

International 

Dass es sich beim „Geocachen“ um einen weltweit verbreiteten Zeitvertreib handelt, bewiesen nicht zuletzt viele auswertige Kennzeichen, die am Parkplatz des Sees zu finden waren. Selbst aus der Schweiz kamen Teilnehmer zum „Jahrmarkt des Grauens“. Doch die Community leistet natürlich auch einen großen Beitrag für den Naturschutz. Gezeichnet vom Vorabend, mit dunklen Augenringen, traf man sich tags darauf am Parkplatz des Germeringer Sees, um nicht nur die Spuren der vergangenen Nacht zu beseitigen. Rund 40 Teilnehmer machten sich, ausgerüstet mit Müllbeuteln, Handschuhen und festem Schuhwerk auf, um das Gelände rund um den See von Unrat zu säubern. 

Der nächste Tag 

Hierbei handelte es sich um ein sogenanntes „CITO-Event“, was so viel bedeutet wie „Cache In Trash Out“. Auf gut deutsch: Man darf einen weiteren Fund für sich verbuchen, muss allerdings Müll sammeln. Aber auch das gehört eben zum Alltag eines umweltbewussten Geocachers dazu. Die Aufräumaktion dauerte rund zwei Stunden. So allerhand fand man im Wald rund um den See. Vom Taschentuch bis zur Matratze war alles dabei. Und auch dieses Mal traf man sich, um das Event abzuschließen, am Grillplatz zu einem finalen Stelldichein. Natürlich nicht, ohne auch diesen Müll wieder zu entsorgen. Wer sich nun einmal über das Hobby Geocaching informieren möchte, der hat online die Gelegenheit dazu. Unter www.geocaching.com findet man hierzu alle relevanten Details zu Ausrüstung und Verstecken. Meist genügt ein internetfähiges Smartphone und man kann loslegen.

Sebastian Essberger

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