Sammlerreihe

Porzellan als Christbaumschmuck

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Jedes Jahr schmückt Georg Becker seinen Christbaum mit Hutschenreuther-Porzellan. Auf dem Tisch vor ihm liegen gerade einmal rund zehn Prozent seiner umfangreichen Sammlung.

In vielen Haushalten im Landkreis steht an Heiligabend wieder ein Christbaum. Das ist auch bei Georg Becker nicht anders. Der Gröbenzeller hat seinen mit Christbaumschmuck aus Hutschenreuther-Porzellan geschmückt. Die Teile stammen aus seiner riesigen Sammlung. Rund 500 Einzelteile hat Becker in den vergangenen 40 Jahren gesammelt. Kein Stück gleicht dabei dem anderen. „In gewissem Sinne sind es alles Unikate“, sagt der 75-Jährige. Zwar wurde jedes Teil mehrmals produziert, Becker hat aber jeweils nur eines davon gekauft. Die Sammelleidenschaft begann 1978. Der ehemalige Pressesprecher von Lufthansa kam über seinen Arbeitgeber auf den Christbaumschmuck.

Gröbenzell - „Bei Lufthansa wurden die Stü- cke zu Weihnachten verkauft“, erzählt er. Auf die Frage, warum daraus eine Sammelleidenschaft wurde, gibt der Gröbenzeller eine ebenso einfache wie bestechende Antwort: „Weil der Christbaumschmuck schön ist.“ Das liegt vor allem an den filigranen Bemalungen, die von dem Künstler Ole Winther stammen. Ganze Serien verschiedener Formen – von Sternen, über Kugeln bis hin zur Christbaumspitze – bemalt der Künstler. „Das sind alles kleine Kunstwerke“, schwärmt Becker, den vor allem die zarten Farben der Malereien ansprechen. 

Becker: "Ich versuche den Schmuck aufeinander abzustimmen"

„Ich liebe die Teile“, sagt der Gröbenzeller und schiebt hinterher: „Meine Frau zum Glück auch.“ So kann Becker den Baum jedes Jahr aufs Neue mit den Porzellankugeln schmücken. Wie die Teile selbst, so gleicht auch kein Baum dem anderen. Denn jedes Jahr sucht der Gröbenzeller kurz vor Heiligabend neue Teile aus seiner stetig wachsenden Sammlung heraus. „Ich versuche, den Schmuck aufeinander abzustimmen“, erzählt er. Die Komposition der einzelnen Teile müsse einfach harmonisch aussehen. „Er darf nicht zu überladen sein.“ Wie viele Kugeln, Sterne, Stiefel und sonstige Stücke er aufhängt, hänge freilich auch von der Grö- ße des Baumes ab. „Bei einem drei Meter hohen Christbaum sind es aber sicher an die 120 Teile“, sagt Becker. Er versucht dabei, möglichst viele Jahrgänge zu kombinieren. Sein Baum steht ganz klassisch im Wohnzimmer. 

Christbaumschmuck als Wertanlage?

Gerne würde er ihn auch auf seiner ausladenden Dachterrasse platzieren. Aber das geht wegen des dort oft herrschenden Windes nicht. „Da ist uns schon mal ein Sitzkissen davongeflogen und ward nie mehr gesehen“, erzählt er. Dieses Risiko ist ihm beim Hutschenreuther-Porzellan zu groß. Denn billig ist die Sammelleidenschaft keineswegs. Je nach Objekt und Größe kann man schon mal bis zu 30 Euro hinlegen – für ein einzelnes Stück. Bei einer Sammlung summiert sich das. Andererseits ist der Christbaumschmuck durchaus auch eine Wertanlage. Die Teile sind limitiert und gewinnen an Wert. „Für die Sammlung von 1978 werden schon mal 500 bis 600 Euro aufgerufen“, sagt Becker. Des Wertes wegen sammelt er die Stücke aber nicht. Vielmehr hat der Gröbenzeller einfach ein Sammel-Gen. „Ich habe auch eine Sammlung von rund 12.000 Streichholzschachteln“, erzählt er. „Und wenn ich mehr Platz hätte, würde ich bestimmt auch noch andere Sachen sammeln.“ Er habe mit seiner Sammelleidenschaft auch schon andere angesteckt. „Meine Schwester sammelt inzwischen auch den Christbaumschmuck“, sagt Becker. Ein Lieblingsstück oder eine Lieblingsserie hat der Gröbenzeller in seiner großen Sammlung übrigens nicht. Er findet alle schön. 

Andreas Daschner

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