Geplante Einrichtung an der Schöngeisinger Straße passt nicht in die Umgebungsbebauung

Nein zu geplanter Seniorenresidenz

Im rückwärtigen Teil der Häuser war zwischen Amper und Schöngeisinger Straße eine Einrichtung für Senioren mit Behinderung geplant.
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Im rückwärtigen Teil der Häuser war zwischen Amper und Schöngeisinger Straße eine fünfgeschossige Einrichtung für Senioren mit Behinderung geplant.

Fürstenfeldbruck – Ein dem Planungs- und Bauausschuss vorgelegtes Bauvorhaben zur Errichtung einer Seniorenresidenz für alte Menschen mit Handicap wurde von der Bauverwaltung unter Hinweis auf Paragraph 34 des Baugesetzbuches abgelehnt. Der Baukörper sei viel zu groß und würde sich nicht in die umliegende Bebauung einfügen.

Zu mächtig, zu hoch und nicht mit geltendem Baurecht vereinbar – so das Urteil von Bauamtsleiter Johannes Dachsel. Gemeint ist die Bauvoranfrage für eine fünfgeschossige Senioreneinrichtung zwischen Amper und Schöngeisinger Straße auf Höhe des Einkaufszentrums. Das Gebäude müsste nach Einschätzung von Rechtsamtsleiter Christian Kieser „deutlich abspecken, um sich in die Umgebung zu integrieren.“

Die Planungen sahen im rückwärtigen Teil der Häuser an der Schöngeisinger Straße ein Gebäude in Stelzenbauweise mit zwölf Stellplätzen sowie vier darüber liegenden Geschossen vor, die zur Amper hin terrassiert werden und Platz für acht Wohneinheiten bieten sollten. Noch stehen auf dem Gelände zwei ein- und zweistöckige Altbauten sowie Bäume. Direkt an der Straße befinden sich drei- bis viergeschossige Bauten. Die Umgebungsbebauung würde durch den geplanten Baukörper mit über 14 Metern Höhe deutlich überragt werden. Ebenso würde der Kubus mit einer Breite von 13,5 Meter, einer Länge von 20 Meter und der zweiseitigen Grenzbebauung im Widerspruch zur in der näheren Umgebung vorherrschenden einseitigen Grenzbebauung mit ein bis zwei Vollgeschossen stehen.

„Die Anforderungen an gesunde Wohn- und Arbeitsverhältnisse müssen gewahrt bleiben. Auch darf das Ortsbild nicht beeinträchtigt werden“, heißt es in einer Stellungnahme der Bauverwaltung, die das Vorhaben als „Fremdkörper“ bezeichnet, „welcher auch nicht über eine Bauleitplanung ermöglicht werden soll.“ Man befürchtet einen Präzedenzfall zu schaffen, denn „eine Überschreitung des Maßes der baulichen Nutzung würde eine unerwünschte, erhebliche Verdichtung der Bebauung einleiten.“ Das Bauvorhaben habe somit für eine Vielzahl von Grundstücken eine Bezugsfallwirkung, wodurch „städtebauliche Spannungen herbeigeführt“ würden. Auch Zweiter Bürgermeister Christian Stangl (Grüne) erkennt keinerlei Spielraum. Der Bauwerber müsse das Vorhaben entweder deutlich verkleinern oder aber einen passenden Ort für sein Vorhaben suchen.

Fischer

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