Investor nimmt zu Bauprojekt Stellung

Geplantes Wohnquartier Kreuzlinger Feld: Allinger Bauherr Thomas Vilgertshofer äußert sich zu den Themen »Bürgerbeteiligung« und »Dichte der Bebauung«

Blau-Grün markierter Bebauungsplan der Gegend rund um das Kreuzlinger Feld in Germering.
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Die hellblauen Flächen sind Bebauungspläne mit geringerer, oder nicht vergleichbarer Nutzung. Grün angelegte Flächen sind geltende Bebauungspläne mit gleicher oder höherer GFZ.
  • vonMaximilian Geiger
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Germering – Nachdem die Bürgerinitiative Lebenswertes Germering ihr Bürgerbegehren und damit den Antrag auf einen Bürgerentscheid in die Wege geleitet hat, meldet sich auch der Allinger Bauunternehmer Thomas Vilgertshofer zu Wort. Immerhin ist er derjenige, der das Bauprojekt am Kreuzlinger Feld durchführt. In einem Schreiben äußert er sich in Form eines Faktenchecks zu den beiden Themen Bürgerbeteiligung sowie der immer wieder im Fokus vieler Diskussionen stehende Dichte der geplanten Bebauung.

Ein Punkt, der Vilgertshofer besonders aufstößt, ist dabei die Bürgerbeteiligung zur geplanten Wohnbebauung des Kreuzlinger Feldes in Germering. In seinen Augen sei diese ausreichend gewesen. „Sie ging zu allen Phasen sogar noch über die gesetzlichen Vorgaben hinaus. Jederzeit hatten Bürger über Jahre die Möglichkeit, sich zu informieren, nachzufragen, an öffentlichen Sitzungen des Stadtrates, dessen Unterausschüssen und Expertengesprächen teilzunehmen und sich im Rahmen der Auslegung auch zu äußern“, erklärt der Bauherr. Dabei betont Vilgertshofer auch die Tatsache, dass eine Bebauung des Kreuzlinger Feldes bereits seit mehren Jahrzehnten vorgesehen sei, wenn auch zunächst als Gewerbegebiet geplant. „Für die Wohnbebauung hat der Stadtrat Germering am 23. Januar 2018 einen Aufstellungsbeschluss für einen Rahmenplan gefasst und dann am 25. September 2018 die erarbeitete Rahmenplanung beschlossen“, so der Investor. In diesem Zeitraum hätten interessierte Germeringer die Möglichkeit gehabt, sich zu den ersten Vorstellung des Rahmenplans zu äußern. Alle Gremiensitzungen seither seien öffentlich und frei zugänglich gewesen, Protokolle hätten eingesehen werden können, Pläne wurden corona-bedingt länger als sonst üblich ausgelegt, so schildert es Vilgertshofer. „Die Behauptung, die bereits seit Jahren laufende Bürgerbeteiligung zur geplanten Wohnbebauung des Kreuzlinger Felds sei nicht ausreichend gewesen ist eine Behauptung – mehr aber auch nicht“, sagt er.

Auch die Dichte der Bebauung würde vielfach diskutiert. Hierzu verweist Vilgertshofer auf die bundesweit geltende Baunutzungsverordnung wonach die Dichte einer Bebauung als GRZ (Grundflächenzahl) angegeben werde. „Die GRZ sagt, welcher Anteil einer Grundstücksfläche bebaut werden darf; sie berechnet sich aus der maximalen Größe der bebaubaren Fläche, dividiert durch die Grundstückgröße und wird mit einem Dezimalwert zwischen 0,2 und 1 angegeben“, erklärt der Allinger

Bauunternehmer. Die von Vilgertshofer Firma geplante Grundflächenzahl unterschreite jedoch die Pläne anderer Bebauungspläne in der Umgebung. Der Bauherr hat dazu 44 Pläne verglichen und festgestellt, dass nur vier eine geringere Grundflächenzahl hätten als sein Projekt. Hier liegt der GRZ II bei 0,78. „Würden die Vorgaben aus dem Bebauungsplan und der Baunutzungsverordnung bei dem geplanten Wohnquartier Kreuzlinger Feld zu eng gefasst, könnten die notwendigen Tiefgaragen, Fahrradabstellräume und Abstellkeller möglicherweise nicht sinnvoll untergebracht werden; auch Mobilitätsstationen für E-Bikes und E-Lastenfahrräder brauchen Platz“, erklärt sich Vilgertshofer. Wer die Bebauung als zu dicht erachte, so meint er, der beachte folglich nicht die Faktenlage.

Becker

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