Doch Schulreferat möchte sich an den Kosten nicht beteiligen - Krisengespräch

Eine zweite Fachoberschule in Germering?

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Reinhold Bocklet (1. Landtagsvizepräsident), Stadtrat Oliver Simon (CSU-Germering), Andreas Hass (OB-Germering), Stadtrat Johann Sauer (CSU-München), Thomas Karmasin (Landrat Fürstenfeldbruck) und Josef Schmid (2. Bürgermeister München, CSU) (von links).

In Germering wurde im letzten Jahr provisorisch auf dem Gelände des Carl-Spitzweg-Gymnasiums eine neue Fachoberschule eröffnete. Wie sich herausstellte, kommen über die Hälfte der dort eingeschriebenen Schüler aus den umliegenden Landkreisen, rund 20 Prozent davon aus dem Münchner Westen. Um auch zukünftig die steigenden Schülerzahlen bewältigen zu können, plant man nun eine weitere FOS. Das Problem: Das Schulreferat möchte sich nicht an den Kosten beteiligen. Da die FOS jedoch auch im Interesse der Münchner liege, trafen sich CSU-Politiker der Münchner Stadtratsfraktion mit Kollegen aus Germering, sowie dem Brucker Landrat und Landtagsvizepräsident Reinhold Bocklet, um eine Lösung zu finden.

Germering - Nur gemeinsam könne man eine Lösung finden, darüber waren sich alle Anwesenden einig. „Dann sind wir stark“, sagte Zweiter Bürgermeister der Landeshauptstadt München Josef Schmid. Das gelte nicht nur für Bildung, sondern auch für Wohnungsbau, Verkehr, bis hin zur Kulturpolitik. „Mir scheint, dass das ein zukunftsweisender Weg ist“, sagte Erster Landtagsvizepräsident Reinhold Bocklet. Landrat Thomas Karmasin war erfreut über die Zusammenarbeit. „Es herrscht mehr als Tauwetter“, sagte er. Die Stadtmauer in den Köpfen sei zwar immer noch höher, als die echte, aber man merke die Offenheit der Landeshauptstadt. 

23 Prozent der Gastschüler kommen aus dem Münchner Westen

Bereits im Vorfeld waren lange Gespräche zwischen der Germeringer und der Münchner CSU-Fraktionen vorausgegangen. Denn rund 60 Prozent der Schüler an der Germeringer FOS seien Gastschüler, davon 23 Prozent aus dem Münchner Westen. So stammen von 143 Schülern 86 nicht aus dem Landkreis, wovon 43 wiederum aus der Landeshauptstadt beziehungsweise aus dem Landkreis München stammen. Konkreter Vorschlag: Eine zweite FOS in Germering zur Deckung des wachsenden Zulaufs. 

Schulreferat stellt sich gegen Kostenbeteiligung

Um diese Idee jedoch realisieren zu können, bedarf es nicht nur des Grundsatzbeschlusses des Kreistags, sondern auch der Zustimmung des Schulreferats. Und das verhielte sich ablehnend gegenüber einer Kostenbeteiligung an der FOS in Germering. In der Begründung hieße es, dass sich die Anzahl der Einpendler und Auspendler und der weitere Ausbau eigener Standorte in ganz München und gerechnet auf ganz München nahezu aufhebe. Lediglich bei der Grundstückssuche bestehe Bereitschaft zu verhandeln. Die Münchner Christsozialen schlagen deshalb vor, geeignete Grundstücke der Landeshauptstadt dem Landkreis unentgeltlich für einen Standort zu überlassen, wichtig sei nur, dass sie sich in der Nähe zu Freiham befänden. Langfristig erhoffe man sich so einen gemeinsamen Schulstandort zu errichten. Aufgrund der langjährigen Planung müsste es zügig vorangehen, wenn der baldige Zuzug der geplanten 30.000-Einwohner-Stadt die Situation in den kommenden Jahren verschärfe. Zwar sei in Freiham ebenfalls eine weiterführende Schule geplant, um welche Schulart es sich handle, sei aber noch offen. Die Landeshauptstadt soll laut der Münchner CSU-Fraktion deshalb die bisherige Haltung überdenken und konstruktive Gespräche suchen. „Stadtplanung hört nicht bei der Grenze auf“, sagte Schmid. Auf Brucker Seite würden bereits Grundstücke geprüft, sagte Karmasin. Doch bis eine zweite Fachoberschule steht, seien weitere Einschreibungen von Münchner Schülern an der Germeringer FOS wohl zu erwarten. 

Felix Hamann

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