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Germering erhält Hospiz und Frauenhaus

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Von: Claudia Becker

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Stellvertretende Landrätin Martina Drechsler (links) und OB Andreas Haas (rechts) blickten Ilse Aigner, Präsidentin des Bayerischen Landtags, beim Eintragen ins goldene Buch der Stadt über die Schulter.
Stellvertretende Landrätin Martina Drechsler (links) und OB Andreas Haas (rechts) blickten Ilse Aigner, Präsidentin des Bayerischen Landtags, beim Eintragen ins goldene Buch der Stadt über die Schulter. © Claudia Becker

Germering – Eigentlich handle es sich ja eher um eine Übergabefeier, als um eine Eröffnung, erklärt der Vorsitzende des Vorstands der Germeringer Sozialstiftung Christian Ganslmeier gleich zu Beginn der Feierlichkeiten. Immerhin werden die Räume unmöbliert an die Hospiz Germering gGmbH, den Hospizverein und den Verein „Frauen helfen Frauen FFB“ übergeben. Die eigentliche Eröffnung soll Mitte Juni erfolgen.

Auch wenn die letzten Arbeiten noch erledigt werden müssen - 95 Prozent seien laut Ganslmeier fertiggestellt - wollte man die von langer Hand geplante Feier am 4. Mai stattfinden lassen. Betrug die reine Bauphase doch nur rund 1,5 Jahre. Immerhin hatte man so genügend Platz in der nagelneuen Tiefgarage des Max-und-Gabriele-Strobl-Hauses, um dort die vielen Ehrengäste unterzubringen und auch der Baustaub ließ sich schnell von der Kleidung klopfen. Einen Grund, um sich auf die Schulter zu klopfen gab es aber auch, konnte man doch die geplanten Baukosten einhalten.

Nachdem die Germeringer Sozialstiftung im letzten Jahr mit dem Bürgerpreis ausgezeichnet wurde, konnte sie Ilse Aigner, ihres Zeichens Präsidentin des Bayerischen Landtags, als Rednerin für diesen besonderen Anlass gewinnen. Viele Jahre und viel Bürokratie sei ins Land gezogen bis nicht nur die Stadt Germering, sondern auch der Landkreis Fürstenfeldbruck ein stationäres Hospiz und auch ein neues und vor allem barrierefreies Frauenhaus erhält. Mit diesem Konzept gelte das Max-und-Gabriele-Strobl-Haus als Vorreiter für weitere Gemeinden und werde, so Aigner, zum „Ort der Behütetheit“ und zum „Schutzraum für die Schwächsten“.

Ein Haus der Geborgenheit

Bei einem Punkt waren sich die Redner alle einig. Themen wie Tod und Gewalt dürfen nicht weiter tabuisiert werden. Abschied und Neubeginn würden hier an einem Ort sichtbar gemacht werden, das sei eine Besonderheit auf die man stolz sein könne. Aufgrund des hohen Sicherheitsstandards des Neubaus, rückt auch das Frauenhaus – nicht nur mit seinem Standort im Herzen Germerings – in die Mitte der Gesellschaft. Es müsse kein Geheimnis mehr daraus gemacht werden, wo sich die Frauen aufhalten, die schon so viel in ihrem Leben durchgemacht haben, sich endlich geborgen fühlen können. Ein Haus der Geborgenheit solle in der Unteren Bahnhofstraße geschaffen werden. Nach mittlerweile 31 Jahren sei das Gebäude, in dem sich der Verein „Frauen helfen Frauen FFB“ bisher aufgehalten habe, in die Jahre gekommen, erklärt Anja Blobner, Geschäftsleiterin. Umso mehr freue sie sich nun, dass der Umzug kurz bevor steht. Gleichzeitig erinnert sie sich noch an das Jahr 2012 zurück, als man „erste Fantasien gesponnen hat“, was neue Räumlichkeiten anbelangt. Auch Altbürgermeister Dr. Peter Braun spricht die Zeit vor rund zehn Jahren an, als der Wunsch nach einem eigenen Hospiz in Germering laut wurde. So sei er darauf angesprochen worden, warum Germering keines habe. Dabei gab es zu dieser Zeit in ganz Bayern weniger als 20 Hospize, so Braun. Viel Bürokratie, ein passendes Grundstück und etwa zehn Jahre später wurde nun nicht nur ein eigenes Hospiz für Germering geschaffen, sondern auch ein Frauenhaus.

Die Einweihungsfeier des Hospizes und Frauenhauses fand in der Tiefgarage des Hauses statt.
Die Einweihungsfeier des Hospizes und Frauenhauses fand in der Tiefgarage des Hauses statt. © Claudia Becker

Oberbürgermeister Andreas Haas betonte, dass die Germeringer nicht mit gesenktem Kopf an „dem Hospiz“ vorbeigehen sollen, in dem „nur Kummer und Leid herrscht“. Germering soll ein glückliches Germering sein. Und das Max-und-Gabriele-Strobl-Haus ein „neues großes Haus zum Leben“. Die Flure und der Garten sollen mit Lachen erfüllt sein. Man freue sich „auf einen wunderbaren Neubeginn“, wie es Sina Muscholl, Geschäftsführerin der Hospiz Germering gGmbH, ausdrückte, indem sie Hermann Hesse zitierte: „Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“.

Claudia Becker

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