Die perfekte Welle

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Weiße Schaumkronen im klaren Wasser: Die neue Wellenmaschine im Freibad ist einsatzbereit.

Germering – Darauf haben Germerings Wasser-Ratten lange gewartet. Am kommenden Wochenende öffnet das Freibad wieder seine Tore – mit einer neuen Attraktion.

In seinen 20 Jahren im Freibad hat Franz Schmatz schon einiges erlebt. Doch heuer hält die Eröffnung des Bades ganz spezielle Herausforderungen für den Technischen Leiter bereit. In der letzten April-Woche schüttelte Frau Holle noch einmal ihre Kissen über dem 36 000 Quadratmeter großen Areal aus, vergangenen Donnerstag brachte ein Blitzschlag Teile der Elektrik durcheinander. „Trotzdem sind wir im Zeitplan“, sagt der Maschinenbau-Meister. 

Aus dem Winterschlaf erweckt

Seit Ende März wecken die Techniker, Installateure und Reinigungskräfte das Freibad Schritt für Schritt aus dem Winterschlaf auf. Die Becken, die zum Frostschutz in der kalten Jahreszeit gefüllt sind und als Kühlbecken für die Eishalle dienen, wurden geleert und gereinigt. Auch die Schäden, die der Winter hinterlassen hat, müssen die Mitarbeiter ausbessern – allein 400 Stunden sind die Fliesenleger beschäftigt, aufgebrochene oder gerissene Fließen zu erneuern. Auch Sanitär-Techniker und Maler geben sich seit Wochen die Klinke in die Hand. „Da herrscht reger Betrieb“, sagt Schmatz. 

Freibad feiert nächstes Jahr 40. Geburtstag

Doch nicht nur der Winter, auch der Zahn der Zeit nagt unablässig an dem Bad, das nächstes Jahr seinen 40. Geburtstag feiert. Deshalb sind in den vergangenen fünf bis sechs Jahren große Teile der Anlage erneuert worden. Die Beleuchtung haben sie auf LED umgestellt, der Eingangsbereich wurde komplett neu gestaltet und auch das Dach saniert. „Für sein Alter ist das Bad wirklich in einem guten Zustand“, erklärt Schmatz. 

Neue Wellenmaschine ist einsatzbereit

Auf eine Neuerung freut sich der 58-Jährige heuer besonders. Nach 39 Jahren hat die alte Wellenanlage ausgedient. Für rund 125 000 Euro hat die Stadt in den vergangenen Wochen eine neue installieren lassen. Die alte habe zwar über die Jahrzehnte erstaunlich treu ihre Dienste verrichtet, in den vergangenen Jahren habe sie aber immer öfter Macken gehabt. Teilweise mussten die Besucher auch auf das Wellen-Spektakel verzichten. Damit ist jetzt Schluss. In den Katakomben unter dem Wellenbecken wartet eine neue pneumatische Wellen-Maschine auf ihren Einsatz. Die Funktionsweise ist eigentlich ganz einfach: Ein großer Ventilator pumpt Luft in ein gut 50 Zentimeter dickes Rohr. Die Luft verdrängt das Wasser in speziellen Kammern – je nachdem wie viel Luft bewegt wird, lassen sich verschiedene Wellenarten- und Größen erzeugen. 

Verschiedene Wellenmuster möglich

Experten des Herstellers „API Water Fun“ aus dem hessischen Fulda sind derzeit mit dem Fein-Tuning der Anlage beschäftigt. Sie programmieren die Maschine, die dann drei verschiedene Wellenmuster erzeugen kann. Bisher gab es nur eine Wellen-Art. Kreiert werden können jetzt sowohl parallele Wellenfronten, als auch unterschiedlich hohe Wellen sowie eine so genannte Pfeilwelle. „Die Pfeilwelle kommt bei den Badegästen besonders gut an“, sagt Peter Teichmann, Geschäftsführer von API Waterfun. Und sollte es den Germeringern einmal zu langweilig werden, können die Wellen-Profis die Anlage einfach umprogrammieren.

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