Schwerpunkte gesetzt

Germeringer Grüne treffen sich zu erster Klausurtagung im Rathaus

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Es muss gespart werden, aber nicht auf Kosten des Personals oder des Klimas.

Germering - Mitte März wurde ein neuer Stadtrat gewählt, so setzt sich seitdem auch die Grünenfraktion in Germering anders zusammen. Neue und alte Gesichter trafen sich nun zu einer Klausurtagung – anders als geplant nicht in den Bergen, sondern im Rathaus. Ziel war es erste politische Schwerpunkte für die kommenden Jahre zu setzen.

Fraktionssprecherin Agnes Dürr und Dritte Bürgermeisterin Sophie Schuhmacher bringen es auf den Punkt, es muss gespart werden, aber nicht um jeden Preis. Das Coronavirus immer im Hinterkopf setzten sich die neun Fraktionsmitglieder zusammen und legten erste Themenschwerpunkte fest. Wichtig sei ihnen dabei die Wertschätzung der Verwaltung, die Großraum München-Zulage müsse beispielsweise beibehalten werden. „Es darf keine Kürzung von Personalkosten stattfinden“, sagt Dürr. 

Ermäßigungen für Studierende, Schüler und Azubis

Außerdem wollen sich die Grünen weiterhin für Zuschüsse einsetzen, sei es für Vereine oder die Jugendförderung – auch das dürfe in Zeiten von Corona nicht vergessen werden. „Weiter wollen wir auch überprüfen, wo noch mehr Geld generiert werden kann, beispielsweise rund ums Baurecht“, erklärt die Fraktionssprecherin. „Zudem wollen wir prüfen, ob die Einnahmen durch externe Anmietungen der Räumlichkeiten in der Stadthalle erhöht werden können. Immerhin steht die Stadthalle dann den örtlichen Vereinen nicht zur Verfügung“, sagt Schuhmacher.Schuhmacher, die sich selbst in den letzten Zügen ihres Studiums befindet, ist besonders an der Jugendförderung interessiert. In ihren Augen müssen mehr öffentliche Räume für Jugendliche geschaffen werden, damit diese auch in Corona-Zeiten einen festen Ort der Begegnung haben, der auch im Herbst oder Winter genutzt werden kann. „Wettergeschützt, aber an der frischen Luft, eventuell mit dreiseitigen Zelten“, so stellt es sich Schuhmacher in etwa vor. Dazu müssen aber erst die Corona-Zahlen abgewartet werden, dennoch sei es wichtig, solche Punkte bereits auszuloten. „Ich will attraktivere Ermäßigungen für Studierende, Schü- ler, Azubis und mehr schaffen. Ein Rabatt von bisher 30 Prozent ist für viele nicht tragbar“, so die 24-Jährige. Außerdem weist sie daraufhin, dass es in München andere Reduzierungen gäbe, um auch den jungen Mensch die Kultur näher zu bringen. Das Angebot könne auch auf sozial Bedürftige weiter ausgebaut werden, wirft Dürr ein. Schuhmacher liegt ein weiteres Thema sehr am Herzen: Integration statt Inklusion. 

Regenerative Energien fördern und Steinwüsten vermeiden

„Der Fokus soll weniger auf der Andersartigkeit liegen“, so die Studentin. So sollen verschiedene Kulturen mehr integriert werden durch interkulturelle Elemente beispielsweise bei Festen wie dem Stadtfest. Zudem solle die Diversität der Menschen, gerade was ihre sexuelle Orientierung betrifft, gefördert werden. Dabei sollen andere Städte betrachtet werden, um sich gute Beispiele abzuschauen. Ein nicht minder wichtiger Punkt auf ihrer Tagesordnung war das Thema Klimaschutz. „Wir wollen regenerative Energien fördern, und zudem möglichst viel Energie einsparen“, erklärt Dürr. Sie stelle sich da eine Kooperation mit der Germeringer Energieberatung vor, „die jeder Bürger in Anspruch nehmen kann, was viele aber nicht wissen“, ergänzt Schuhmacher. Dazu sei geplant gezielt Hausverwaltungen und Eigentümergemeinschaften anzusprechen, um das Energiesparen wieder in den Fokus der Menschen zu bringen. Ein weitere Punkt, der sich mit der Umwelt befasse, seien die Vorgärten. Steinwüsten als Vorgärten sollen vermieden werden, anders als in Baden-Württemberg, wo es bereits zu einem Verbot kam, soll bei den Germeringern ein Bewusstsein dafür geschaffen werden, dass diese gerade für Insekten kein Lebensraum darstellen. „Man kann auch schöne Gärten ohne viel Aufwand und ohne große Investitionen haben“, sagt Dürr.

Claudia Becker

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