Jagd auf Radl-Diebe

Verwarnungen und eine Verfolgungsjagd

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Kontrolle am Kreisel: Polizeibeamte überprüfen einen Radfahrer im Germeringer Zentrum.

Germering – Fahrraddiebstähle werden immer mehr zum Problem. Im vergangenen Jahr registrierte die Germeringer Polizei insgesamt 225 gestohlene Drahtesel – so viele wie nie zuvor.

Auf dem Radweg gegen die Fahrtrichtung – macht 20 Euro. Dieses Geld wollte sich ein 64-Jähriger offenbar sparen. Beim Anblick der Beamten, die beim Kreisverkehr am Bahnhof ihre Kontrollstelle aufgebaut hatten, legte er eine Vollbremsung hin und suchte das Weite. Doch der „Geisterradler“ hatte die Rechnung ohne den Sport-Übungsleiter der Germeringer Polizei gemacht. Nach kurzer Verfolgungsjagd zu Fuß über den Therese-Giehse-Platz „lieh“ sich der Beamte das Rad einer verdutzten Passantin aus. Wirklich geeignet war das Dreigang-Damenrad für eine Verfolgung zwar nicht. Doch die mangelnde Ausstattung machte der Polizist durch überdurchschnittliche Fitness wett – in der Streiflacher Straße war die Flucht zu Ende. „Da hat er sich wirklich den Falschen herausgesucht“, kommentiert der stellvertretende Leiter der Inspektion, Andreas Ruch, die spektakuläre Verfolgungsjagd.

120 Radler kontrolliert, 40 verwarnt

So wild ging es freilich nicht immer zu an diesem Tag. Insgesamt kontrollierten die Beamten rund 120 Radler – 40 von ihnen bekamen ein Bußgeld aufgebrummt weil sie mit dem Handy telefonierten, gegen die Fahrtrichtung unterwegs waren oder weil sie Kopfhörer in den Ohren hatten. Und natürlich kontrollierten die Beamten bei jedem Rad die Rahmennummer um zu überprüfen, ob der Drahtesel als gestohlen gemeldet ist. Denn die Fälle, in denen ein Fahrrad plötzlich weg ist, häufen sich. „Es gibt immer weniger Unrechts-Bewusstsein“, sagt Ruch. Für viele sei es ganz normal, sich an der Schule oder am Bahnhof ein Rad „auszuleihen“ um schneller ans Ziel zu kommen. 

Professionelle Diebe halten nach hochwertigen Rädern Ausschau

Ein weiteres Problem seien professionelle Diebe, die gezielt nach hochwertigen Rädern Ausschau hielten. So oder so: Im vergangenen Jahr kamen insgesamt 225 Räder abhanden – ein Rekordwert. Durch die Kontrollaktion wollte die Polizei auch mit den Radlern ins Gespräch kommen. „Wir wollen eine gewisse Achtsamkeit erzeugen“, erklärt Polizeiobermeister Andreas Limmer, der die Kontrollaktion leitete. Das Kalkül des Fahrrad-Sachbearbeiters: Radler sollen für die zunehmende Zahl an Diebstählen sensibilisiert werden und ihre Drahtesel besser sichern. 

Sicherheit im Fokus

Aber auch die Sicherheit auf Germerings Radwegen stand bei der Kontrollaktion im Vordergrund. Vor allem so genannte Geisterradler, die auf Radwegen gegen die Fahrtrichtung unterwegs sind, verursachen immer wieder schwere Unfälle. „Oft sind sich die Leute gar nicht bewusst, etwas falsch gemacht zu haben“, sagt Limmer. Trotzdem hätten die kontrollierten Radler überwiegend positiv und aufgeschlossen reagiert. Auch der 14-jährige Matthias sah nach dem anfänglichen Schrecken seinen Fehler ein. Der Schüler war mit seinem Rad samt Anhänger unterwegs. Sein Fehler: Aus seinen Kopfhörern dudelte während der Fahrt Musik. Mit Musik geht die Arbeit ja auch leichter von der Hand – Matthias war gerade dabei, den Germeringer Anzeiger auszutragen. Für den Kopfhörer-Verstoß bekam er ein Verwarnunsgeld von zehn Euro aufgebrummt. Auf den Kosten bleibt der Schüler diesmal aber noch nicht sitzen. Den ersten Strafzettel seines Lebens übernehmen wir vom GA – alle weiteren muss er aber selbst bezahlen.

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