Drei ereignisreiche Tage für den guten Zweck

Germeringer Rennradtruppe „Record Jour Fixe“ radelt für eine Spende an die Namaste-Stiftung in einem Tag zum Gardasee

Der Himmel fließt in den Gardasee (von links): Michael Sigmund, Arnd Große-Frintrop, Erwin Hausner, Markus Brunner, Josef Hausner und Sebastian Beichele.
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Der Himmel fließt in den Gardasee (von links): Michael Sigmund, Arnd Große-Frintrop, Erwin Hausner, Markus Brunner, Josef Hausner und Sebastian Beichele.

Germering - Sechs Radler aus Germering und Umgebung radelten für eine Spende an die Namaste-Stiftung in Gilching in einem Tag von Germering an den Gardasee und in zwei Tagen zurück. Gesponsort werden sie vom Lions Club Germering, der SSS International Clinical Research GmbH und der MINcom GmbH. Insgesamt kamen so etwa 3.000 Euro für ein Hilfsprojekt in Nepal zusammen.

Morgens um halb sechs Uhr in Achenkirch am Achensee: Sechs Rennradler klicken ihre Schuhe aus den Pedalen und blicken leicht fröstelnd auf die grauen, leichten Sprühregen verbreitenden Wolken über dem See. Der Tag ist noch jung und doch liegen schon 100 Kilometer hinter der Truppe. Um die Zeit hat noch nicht einmal die Bäckerei in Achenkirch geöffnet – die Aufwärmpause mit Cappuccino und Croissant musste also verschoben werden.

Start um halb drei in Germering

Los ging die Radltour bereits um halb drei in Germering. „Nach kurzer Nacht ohne wirklich zu schlafen geht jeder in Gedanken nochmal die Packliste durch – das Gepäck ist auf das Minimum beschränkt, alles muss in kleine Taschen passen und daher ist jedes einzelne Teil wichtig“, sagt Michael Sigmund, der nicht nur Teil der Rennradgruppe ist, sondern auch Mitglieder des Germeringer Lions Clubs. Ein Begleitfahrzeug gebe es nicht – jeder habe alles Notwendige dabei. Dann wurde der Startknopf auf dem Fahrradcomputer gedrückt und in die Pedalen getreten: Mit dem Fahrrad an den Gardasee – an einem Stück, an einem Tag, aus Spaß am Rennradfahren und für einen guten Zweck.

„Die ersten Kilometer rollten ruhig dahin, jeder war noch mit eigenen Gedanken beschäftigt – wird alles pannenfrei funktionieren, sind die Beine heute gut, fängt der Körper jetzt schon an zukünftige Schmerzstellen mitzuteilen, hätte doch die Regenhose ins Gepäck müssen?“, sagt Sigmund im Nachhinein. Mit dem Morgengrauen wurde die Truppe gesprächiger. Fotos und kurze Videoclips sollten die magischen Momente dieses Tages für später aufbewahren. Erstes zartes Morgenlicht, Nebelschwaden über taunassen Wiesen, das leise Brummen der Laufräder bei schneller Fahrt - intensive Momente seien die Motivation für verbundene Strapazen.

Weiter durchs Inntal

Nach der Pause in Achenkirch ging es unter Nieselregen weiter ins Inntal. Die nassen Füße wurden im Laufe des Tages wieder trocknen. Die Brennerbundesstraße hinauf floß schon der Schweiß und alle überflüssigen Kleidungsstücke wurden in den Taschen verstaut. „Kaum zu glauben, dass man noch wenige Stunden zuvor durch eine kalte Voralpennacht geradelt war. Überhaupt dehnt sich die Zeit an so einem Tag schier endlos und rückblickend verwandeln die vielen Eindrücke Stunden in gefühlte Tage“, schildert der begeisterte Radfahrer. Die B182 – sonst vielbefahren und eines der wenigen Stücke auf der Strecke, die nicht wirklich Freude bereiten – sei relativ ruhig gewesen. Auf dem Brennersattel macht die Truppe dann die verdiente Pause mit italienischem Kaffee.

Fahrt aufgenommen

Auf der Bundesstraße vom Brenner nach Sterzing und weiter nach Brixen standen oft und lange Geschwindigkeiten jenseits der 40 Kilometer pro Stunde auf dem Tacho – der Radweg mäandere hier in die Seitentäler hinein und sei daher zu langsam, wenn man noch bis an den Gardasee möchte. An einer Wasserstelle in Brixen, die in Südtirol regelmäßig für Radfahrer und Fußgänger zur Verfügung stehen, war die Temperatur bereits auf über 30 Grad Celsius angestiegen. „Kurz vor Bozen nervten drei Reifenpannen kurz hintereinander“, sagt Sigmund. Von Bozen bis Trento folgte dann der mühsamste Teil der Strecke – zumindest mental. Scheinbar endlos führt der Etsch-Radweg auf Dämmen dem Fluss entlang durch Obstplantagen, Dörfer und Weingärten. Wenigstens blies der Nordföhn an dem Tag den Radlern in den Rücken - sonst hemmt bei blauem Himmel die ‚Ora‘, ein stetiger, strenger, warmer Südwind das Vorankommen im Etschtal zusätzlich.

Das nahe Ziel und die kühlere Luft setzte ab Rovereto die letzten Kräfte frei. Ein paar Höhenmeter noch über den Passo di San Giovanni - eher ein Hügel als ein Pass - und in Nago öffnete sich der Blick auf den Gardasee. In der Dämmerung lag das nächtlich beleuchtete Torbole. „Jedes Mal ein überwältigender Eindruck und mit der Gewissheit das Ziel erreicht zu haben geht`s die letzten Meter bergab“, so die sechs Radler.

Nach einer Nacht zurück nach Germering

Noch ein Zielfoto am Ufer, in der Unterkunft kurz geduscht und die obligatorische Pizza unter italienischem Himmel genossen: Ein perfekter Tag, der Erinnerungen für ein Jahr enthält, ging damit zu Ende. Viel Zeit zum Ausschlafen blieb am nächsten Morgen jedoch nicht wie die Rennradfahrer verrieten, denn an den folgenden beiden Tagen ging die Reise zurück nach Germering, auf der etwas kürzeren Route über das kürzlich eröffnete Timmelsjoch.

red

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