Unterstützung für Kinderhaus

Soziales Netzwerk in Germering

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Unterstützen dort, wo Hilfe benötigt wird (v.l.): Renate von Meyer (Vorstand), Dr. Johannes Rauter (Vorstandsvorsitzender), Barbara Wager (Einrichtungsleitung St. Anna), Stefan Johannes Reinhold (Vorstandsvorsitzender und Eleanor Reis (Vorstand).

Gerade der Ruf nach Bildung wird in unserer Gesellschaft immer lauter. Doch was tun, wenn hierfür die Mittel fehlen? Auch macht es die Flüchtlingspolitik der deutschen Regierung nicht einfacher. Die Einrichtungen hierzulande tun viel, um die Kinder in das soziale Umfeld zu integrieren.

Mit den neuen Schaumstoff-Bauklötzen wird unter anderem das Sozialverhalten geschult.

Es fehlt an Personal, den Räumen und vor allem der Ausstattung, um dem immer größer werdenden Ansturm auf Kindertageseinrichtungen gerecht zu werden. Dass Germering über ein äußerst großes und verlässliches soziales Netzwerk verfügt, ist bekannt. Doch wer genau dahintersteht, wissen wohl nur wenige. Allen voran spielt die Germeringer Sozialstiftung eine tragende Rolle. Sie vergibt jährlich rund 30.000 Euro an Fördergeldern für verschiedene Projekte. Mit diesem Geld können neben bestehenden, wie beispielsweise „Gemeinsam kochen – gemeinsam essen“ auch neue Projekte unterstützt werden. Hierzu wurde in diesem Jahr ein neuer Schwerpunkt gesetzt: Kinder im Vorschulalter. Das Frauen- und Mütterzentrum „Frau MütZe“ konnte sich bereits über eine Zuwendung in Höhe von 600 Euro freuen, für die neue Musikinstrumente angeschafft werden konnten. Ebenso der Kindergarten „Allnest“. Sie bekamen 450 Euro, um Material zum Thema „Kinder entdecken die Naturwisschenschaft“ zu besorgen. „Wir tun das, weil festgestellt wurde, dass das Lernpotenzial von Kindern gerade in diesen frühen Jahren enorm groß ist“, sagt Dr. Johannes Rauter. So wolle man an der positiven, frühen Weichenstellung für ein gelingendes Leben aktiv mitwirken. Der Werdegang solle nicht vom Wohlstand der Eltern abhängen. Große Untersützung erhielt dabei schon die Übergangsklasse der Wittelsbacher Mittelschule. Hier werden Deutschkurse angeboten. Gerade in solchen Klassen sind oft unentdeckte Talente. Ein Beispiel ist hier wohl Ilda K., die 2012 ohne ein Wort Deutsch zu können, einen dieser Kurse besucht hat. Im Herbst dieses Jahres hat sie das Pädagogikstudium an der LMU aufgenommen. Vergangene Woche konnte sich das Kinderhaus St. Anna in der Lutipoldstraße über eine großzügige Zuwendung der Sozialstiftung freuen. Für die Hausleitung Barbara Wager war es wie Weihnachten und Ostern zusammen. Mit rund 2.500 Euro konnten hier gleich mehrere Projekte verwirklicht werden. „Bereits letztes Jahr konnten wir ein Sofa für die Kinder anschaffen“, sagt Wager, „das werde jeden Tag von den Kindern genutzt.“ In diesem Jahr war es ein sogenanntes Matschbecken. Das steht nun im Therapieraum. Hiermit kann die taktile Wahrnehmung gefördert werden. „Außerdem konnten wir uns eine Verkleidungsecke einrichten, mit Spiegel“, so Wager weiter. Ein Spiegel sei hier besonders wichtig, denn wenn sich die Kinder selbst betrachten können, steige auch das Selbstbewusstsein. „Viele Kinder haben heute schon keinen richtigen Bezug mehr zu ihrem Körper“, meint Wager, „da hilft ein Spiegelbild.“ 

Frühe Unterstützung 

Die größte Freude aber waren wohl die neuen Schaumstoff-Bauklötze, die nun im Saal verteilt sind. „Diese sind bereits im Dauereinsatz bei den Kindern“, freut sich Wager. „Wenn sie damit spielen dürfen, helfen alle zusammen“. So werde unter anderem auch das Sozialverhalten gefördert. Dr. Johannes Rauter wies darauf hin, dass es Sinn mache, die Kinder eben in dieser frühen Phase des Lebens so gut es geht, zu fördern. So entfalle später die „Reparatur“. Gemeint ist damit, dass alles, was in der Entwicklung verpasst wurde und vielleicht dazu geführt habe, einige Chancen und Möglichkeiten nicht wahrgenommen zu haben, später wieder aufgefangen werden müsse. Und das mit einem wesentlich höheren finanziellen Aufwand. Ein weiteres Anliegen der Germeringer Sozialstiftung ist es außerdem, weitere Stifter zu mobilisieren. „Germering ist ein ideales Pflaster, um Kinder großzuziehen“, sagt Vorstandsvorsitzender Stefan Johannes Reinhold. Bisher habe man rund 160 Stifter. Germering habe aber circa 40.000 Einwohner. Wenn jeder nur etwa 10 Euro abgeben würde, könne man hier noch mehr bewirken. 

Hilfe in allen Lebenslagen 

Die Projekte der letzten Jahre haben bereits bewiesen, dass die Gelder der Germeringer Sozialstiftung sinnvoll eingesetzt werden. Denn auch Menschen, die unverschuldet in eine Notlage geraten sind, werden mit ihren Problemen nicht allein gelassen. In Einzelfällen wird die Stiftung auch operativ tätig. Beispielsweise bei Bearbeitung von Anträgen und der Gang zu verschiedenen Behörden ist für manche schon ein Hindernislauf. Hier kann die Stiftung bereits auf einige Erfolge zurückblicken. Als Stefan Jonahhes Reinhold damals in die Kreisstadt zog, war er vom sozialen Netzwerk in Germering begeistert. „So etwas wie hier gibt es in ganz Deutschland kein zweites Mal“, sagt er. „Eben von Germeringern für Germeringer“. Wer sich einmal über die Projekte der Germeringer Sozialstiftung informieren möchte, der kann dies auf der Homepage www.germeringer-sozialstiftung.de oder über die Stadt Germering.

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