Germeringer Stadthalle zieht Bilanz: Seit Mitte März fallen Veranstaltungen aus

Sanieren statt musizieren

+
Die Stadträte trafen sich im Foyer der Stadthalle zur jährlichen Begehung.

Germering – Das Baugerüst steht, ein Jahr nach dem großen Pfingsthagel werden nun auch die Schäden an der Stadthalle behoben. Coronabedingt ist diese seit Monaten geschlossen. Ein Lichtblick, so verrät es Stadthallenleiterin Medea Schmitt bei der Betriebsausschusssitzung, sei der Herbst. Ab September werden kleine Veranstaltungen wieder stattfinden und auch das hauseigene Restaurant Agua soll dann wieder für die Germeringer öffnen.

Konzerte, Musicals, Opern oder auch eigene Veranstaltungen oder Anmietungen von Vereinen und Ausstellern mussten seit dem 16. März abgesagt werden – 32 bis dato. Mittlerweile seien, so erzählt Schmitt, nur Anmietungen im Bereich der Erwachsenenbildung durch die VHS, Prüfungen wie von der IHK sowie politische Sitzungen durch den Stadtrat gestattet. Ein Regelbetrieb ist noch in weiter Ferne, wenn auch die Kultur bald wieder zurückkommen soll. Viele Veranstaltungen – von Soloauftritten über große Musikproduktionen mit Orchester, bei denen die Stadthalle als Veranstalterin fungiert – konnten in den Herbst 2020 oder ins Frühjahr 2021 verlegt werden. Mit der Hoffnung, dass sie zu diesen Terminen wieder in vollem Umfang stattfinden können. 

Die Germeringer Stadthalle wird derzeit saniert - der Hagelschaden von 2019 muss ausgebessert werden.

Die bisher entgangenen Einnahmen für die abgesagten Raum- und Saalbuchungen belaufen sich auf etwa 250.000 Euro. Und auch die Aufwendungen, die mit der Schließung und den erhöhten Hygienebedingungen in Zusammenhang stehen, sind nicht wenig: 10.000 Euro wurden bisher dafür ausgegeben. Ein schmerzlicher Verlust für die Stadt Germering. „Es ist mit weiteren Absagen zu rechnen, da auch zu erwartende konjunkturelle Einbrüche noch nicht absehbar sind“, sagt Schmitt in ihren weiteren Ausführungen. All diese Informationen erhielten die Stadträte bei der Sitzung für den Betriebsausschuss Stadthalle sowie einer jährlichen Führung durch das in den Neunziger Jahren entstandene Gebäude. Heuer zum ersten Mal mit vielen neuen Gesichtern, immerhin sind einige erst seit wenigen Wochen im Amt. Heike Thorwächter, die im Bauamt alle Bauten an der Stadthalle betreut, spaziert mit rund zehn Stadträten durch das Foyer und den Orlandosaal und gibt dabei einiges über die laufenden Sanierungen preis.

Weitere Sanierungsarbeiten folgen

Das Nachtasyl wurde erneuert und 2019 wurde das Agua bereits diversen Umbauten unterzogen. Eine neue Theke und neuer Bodenbelag wurden eingebaut und es fand ein Austausch der alten Schwingtür zum Küchenbereich durch eine automatische Doppelschiebetür statt. Auch der Orlandosaal erhielt einen neuen Parkettboden, wie Schmitt einwirft. Neben dem „Sorgenkind“, den Pendelleuchten, die im Orlandosaal bereits ausgetauscht wurden und im Amadeussaal noch folgen sollen, stellt das Glasdach im Treppenbereich die Mitarbeiter des Bauamts vor eine Herausforderung. Im Sinne einer energetischen Sanierung sollen alle Leuchten auf LED umgestellt werden, was bei der Firma, die damals die Beleuchtung konzipierte eher auf taube Ohren stieß, da diese die „alten“ Lampen noch verkauften, jedoch keine LED-Beleuchtung zur Verfügung stelle, wie Thorwächter erläutert. Die Pendelleuchten mussten als logischer Schluss komplett ausgetauscht werden und erhielten in gleichem Zuge eine höhere Leuchtkraft. Zusätzlich dazu wurden – besonders für Prüfungssituationen – weitere Lichtleisten angebracht. Die Glaskuppel, welche schon 2018 begutachtet wurde, sei „ein reiner Flickenteppich“, sagt Thorwächter. 

Das Glasdach ist ein Flickenteppich.

„Es gibt die Gläser so nicht mehr, außerdem sind sie nicht begehbar und bei der Entwässerung ist damals etwas schief gelaufen“, erläutert sie dem Ausschuss weiter. Auch Oberbürgermeister Andreas Haas bestätigt, dass das Problem schon länger bekannt sei. „Die Stadthalle ist uns lieb; und manchmal auch teuer“, so der Rathauschef. Die Gläser laufen in der Folge an und werden undicht. „Es kommt öfter vor, dass wir Eimer aufstellen müssen“, ergänzt Schmitt. Der Plan für die Erneuerung solle aber erst mit dem Abriss der Harfe im Jahr 2023 geschehen. „Alles muss komplett bis auf die Stahlkonstruktion abgebaut werden und auch letzte Brandschutzmängel werden dann behoben“, sagt Thorwächter. Da die Fläche jedoch zu gering sei, könne mit einer Förderung nicht gerechnet werden. Vieles passiere derzeit im Verborgenen, das betonte der OB abschließend: „Dafür, dass die Stadthalle etwa 30 Jahre alt ist, ist sie in einem hervorragenden Zustand.“ Jetzt müsse sie nur noch bespielt werden können. 

Claudia Becker

Auch interessant

Meistgelesen

Hallo Fürstenfeldbruck, da sind wir!
Hallo Fürstenfeldbruck, da sind wir!
Fachgespräch über "Alltagskompetenzen in der Schule" - wenn Landwirte Lehrer werden
Fachgespräch über "Alltagskompetenzen in der Schule" - wenn Landwirte Lehrer werden
Erneute Kehrtwende am Sulzbogen - Stadt wird Sozialwohnungen doch nicht selbst bauen
Erneute Kehrtwende am Sulzbogen - Stadt wird Sozialwohnungen doch nicht selbst bauen
Sommerferien-Rätselspaß
Sommerferien-Rätselspaß

Kommentare