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Germeringer Tafel unterstützt derzeit rund 1.000 Bedürftige

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Von: Maximilian Geiger

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Leiten die Germeringer Tafel: Reinhard Wilhelm, Jürgen Quest und Wolfgang Winter.
Leiten die Germeringer Tafel (von links): Reinhard Wilhelm, Jürgen Quest und Wolfgang Winter. © Geiger

Germering – Geschäftiges Treiben herrscht am Montagvormittag in und vor den Räumlichkeiten der Germeringer Tafel. Dutzende Menschen wuseln umher, tragen Kisten, sortieren Waren, räumen Regale und Kühlschränke ein, rationieren und portionieren Lebensmittel. Ein gewohnter Anblick bei der Tafel, kommen doch jeden Montag zahllose Helfer, um das Hilfsangebot, das am folgenden Tag an die Kunden der Tafel verteilt werden soll, vorzubereiten. Alle sind sie ehrenamtlich tätig.

Mittendrin stehen drei Männer, koordinieren, weisen an, führen Telefonate mit Spendern und packen selbst mit an. Jürgen Quest, Reinhard Wilhelm und Wolfgang Winter bilden die Leitung der Germeringer Tafel. Winter ist seit dem Frühjahr 2022 dabei und Wilhelm ist in seinem ersten Jahr. Quest, der erste Vorstand der Tafel, ist der „alte Hase“, immerhin ist er nun im zwölften Jahr für den Verein tätig. Dennoch „macht es nach wie vor Spaß“, erklärt er.

Nahezu 80 Helfer unterstützen derzeit die Arbeit der Germeringer Tafel. Dabei sind ihre Aufgaben gut durchgetaktet. Jeden Montagmorgen um 8.30 Uhr starten sieben Fahrer mit drei Lieferwagen, um die Warenspenden der Sponsoren, vornehmlich Supermärkte im Landkreis, einzusammeln, wie Wilhelm erklärt. Ab 10 Uhr ist dann die erste Schicht an Helfern eingeteilt, etwa neun Personen, die die angelieferten Waren sortieren, auf Brauchbarkeit prüfen und in die Regale einsortieren. Hierbei werden die Waren in mehrere Kategorien eingeteilt: Gemüse, Obst, Brot und Backwaren, Kühlware und Hygiene. Um 13 Uhr ist „Schichtwechsel“ und neun weitere Helfer übernehmen das Sortieren, bis alle angelieferten Waren durchgesehen und aufgeräumt sind.

Jede Spende wird angenommen

Oftmals kommen in dieser Zeit auch private Spender spontan vorbei und bringen Waren. Dabei wird jede Spende angenommen. Neben fünf Kisten Äpfel, die zurzeit regelmäßig vorbei gebracht werden, können dies geschmierte Semmeln von der Tankstelle oder auch einmal Blumen sein. „Und auch die gehen weg“, wie Quest erklärt, immerhin wollen es auch die Tafelkunden schön zu Hause haben. Man sei für jede Spende dankbar, berichtet Winter, denn Obst, Gemüse und besonders Molkereiprodukte stehen oftmals nicht ausreichend zur Verfügung.

Helferinnen beim sortieren der gespendeten Ware.
Helferinnen beim sortieren der gespendeten Ware. © Geiger

Häufig werden bei den Tafeln nur „Standard-Tüten“ für die Kunden ausgegeben, in Germering ist das nicht so. Hier haben die Kunden freie Wahl, genau wie im Supermarkt. Und auch die Mitarbeiter kennen die Vorlieben ihrer Kunden und schauen drauf, was diese gerne mögen, berichtet Wilhelm.

Jeden Dienstag ab 9 Uhr werden die Waren dann an die Bedürftigen verteilt. „Die Ersten stehen teilweise bereits um 6 Uhr vor der Tür“, weiß Quest zu berichten, „weil sie Angst haben, dass sie nichts bekommen.“ Doch verhungern musste noch niemand bei der Germeringer Tafel, denn „wir haben noch nie jemanden ohne etwas weggeschickt“, wie der Vorstand anfügt. Im Zweifelsfall bekommen die Kunden einfach abgepackte Waren oder Konserven, die länger haltbar sind.

Registrierung mittels Kundenkarte

Mittels einer Kundenkarte, die besagt, für wie viele Kinder und Erwachsene ein Kunde Lebensmittel erhält, werden die Bedürftigen für den Tag registriert und bekommen eine Nummer, um zu gewährleisten, dass auch wirklich jeder dran kommt. Wenn die jeweilige Nummer dann auf einem Bildschirm vor dem Eingang erscheint, dürfen die Kunden die Tafelräumlichkeiten betreten, um dort ihre Lebensmittel auszusuchen.

Derzeit werden so rund 1.000 Bedürftige unterstützt, so viele, dass man sie in zwei Gruppen aufteilen muss. Gruppe „A bis K“ darf in der einen Woche kommen, um für zwei Wochen Waren zu erhalten, Gruppe „L bis Z“ in der anderen Woche. „Sonst kommen wir mit der Ware nicht nach“, erklärt Winter. Dennoch wird auch bei besonderen Angeboten, etwa wenn eine größere Menge Marmelade gespendet wird, darauf geachtet, dass die Ware auf beide Gruppen aufgeteilt wird. „Jeder wird hier gleich behandelt“, macht Quest klar.

Maximilian Geiger

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