Germeringer Umweltbeirat und Ortsgruppe des Bund Naturschutz sind schockiert

Zerstörtes Bodenökosystem

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In der Moosschwaige wurde ein Waldstück über Wochen zu einer Deponie für Bodenaushub umfunktioniert.

Germering – Unbemerkt von der Öffentlichkeit wie auch den zuständigen Behörden hat ein Waldbesitzer im vergangenen Winter und Frühjahr im Landschaftsschutzgebiet Moosschwaige einen Bannwald in eine Deponie für Bodenaushub umgewandelt.

Erst im März kam die Maßnahme durch aufmerksame Spaziergänger ans Licht, wie Hans-Jürgen Gulder, der sowohl Umweltbeirat als auch Mitglied im Bund Naturschutz ist, mitteilt. Die Untere Naturschutzbehörde im Landratsamt Fürstenfeldbruck stellte umgehend – gemeinsam mit der Stadt Germering – die ungenehmigten Ablagerungen ein. Nachforschungen des Germeringer Umweltbeirats und des Bund Naturschutz ergaben, dass ein Waldbesitzer seinen durch Sturm und Borkenkäfer in Auflösung befindlichen Waldbestand gänzlich entfernt und die Wurzelstöcke der Bäume mit schweren Maschinen herausgerissen und seitlich abgelagert hat. Anschließend wurden auf einer Fläche von rund 1,5 Hektar über 20.000 Tonnen kieshaltiges Erdmaterial mit Lastwägen über Wochen antransportiert und gleichmäßig in einer bis zu ein Meter mächtigen Schicht aufgebracht. „Es gibt Hinweise, dass das Material aus Freiham stammt. Im April/Mai wurde die aufgeschüttete Fläche mit einer Gras-/Kräutermischung eingesät“, sagt Gulder.

Baurechtliche Genehmigung fehlte

 „Die Aufschüttung zerstört das über Jahrhunderte gewachsene Bodenökosystem der ehemaligen Niedermoorböden des Dachauer Mooses mit seinen charakteristischen Nährstoffkreisläufen und gewachsenen Lebensräumen für Tiere und Pflanzen“ so der Umweltschützer weiter. Aus rechtlicher Sicht hätte die Maßnahme einer baurechtlichen Genehmigung nach dem Bundesnaturschutzgesetz und der Landschaftsschutzgebietsverordnung bedurft. Diese lag jedoch nicht vor. Laut Bayerischem Waldgesetz müssen die Flächen innerhalb von drei Jahren wieder mit Waldbäumen aufgeforstet werden. Umweltbeirat und Bund Naturschutz warten gespannt darauf, wie die Angelegenheit weitergeht. Es bleibt zu hoffen, dass der Eigentümer den Erdaushub entfernen und wieder einen neuen Wald anpflanzen muss. Ansonsten bestehe die Gefahr, dass solche Maßnahmen ihre Nachahmer finden. 

red

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