Germeringer Vorsilvesterparty der Unterpfaffenhofener Burschen als feste Tradition

Die Party vor der eigentlichen Party

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Etwa 2.500 Menschen kamen am 30. Dezember zur traditionellen Vorsilvesterparty auf den Stadthallenvorplatz und feierten bis etwa 1 Uhr nachts.

Die guten Neujahrsvorsätze schwirren den meisten noch durch den Kopf – immerhin ist es erst ein paar Tage her, dass sie sich fest vorgenommen wurden. Die Reste von Raketen und Feuerwerksbatterien liegen vereinzelt noch an den Rändern der Straßen – der Müll ist neben den Erinnerungen an das vergangene Jahr oftmals das Einzige, das nach der Silvesternacht übrigbleibt. Die Germeringer konnten heuer zum 15. Mal in Folge einen Tag vor Silvester mit Freunden und Familie zusammen kommen, um das alte Jahr gebührend zu verabschieden.

Germering - Auf dem Stadthallenvorplatz herrschte am 30. Dezember bereits der Ausnahmezustand – an den beiden Eingängen drängten sich die Besucher eng aneinander, sie alle wollten einen Platz vor der Bühne ergattern, gemütlich einen Glühwein trinken oder einfach nur das Ende des Jahres feiern. Eine Tradition für viele Germeringer und das seit 2005. Maximal 2.500 Menschen werden bei der Vorsilvesterparty der Unterpfaffenhofener Burschen in den mit Zäunen abgetrennten Bereich gelassen, verrät der – bis zu den Neuwahlen im März in kommissarischer Funktion tätige – zweite Vorsitzende Christian Irrgang. 

Ideale Partybedingungen

Die Stehtische sind nach dem Einlass um 18 Uhr bereits alle besetzt. Jeder will einen guten Platz ergattern, bis um 20 Uhr die Partyband Nachtstark den Besuchern ordentlich einheizt. Mit dem Wetter, sagt Irrgang, hätten sie in diesem Jahr besonders Glück. Nachdem die Burschen in den vergangenen Jahren oft mit Niederschlag und starken Windböen kämpfen mussten, herrschen 2019 ideale Bedingungen, nicht zu kalt, aber genau passend, dass Glühwein und Bier gleichermaßen konsumiert werden. Ursprünglich haben sich die Burschen das Konzept einer Vorsilvesterfeier im österreichischen Kufstein abgeschaut. Da die zur Tradition gewordenen Seefeste regelmäßig buchstäblich ins Wasser fielen, obwohl diese zum Teil komplett vorbereitet waren, musste irgendwann eine neue Idee her, um wieder Geld in die Kasse zu spielen, sagt Irrgang. 

Sicherheit, Glühwein und Raketen

Mittlerweile hat sich das Fest auch weit über Germerings Grenzen hinaus herumgesprochen, umso wichtiger ist den Burschen da das Thema Sicherheit. Zwei Eingänge, Bauzäune rund um das Gelände und Sicherheitsmänner, die nicht nur das Alter der Gäste kontrollieren – Einlass ist ab 18. „Es kommt immer mal wieder vor, dass jemand versucht über den Zaun zu klettern oder jemand zu viel Alkohol konsumiert, aber einen ernsthaften Zwischenfall hatten wir noch nie“, erzählt Irrgang. Die routinierten Burschen fangen bereits am 28. Dezember mit den Vorbereitungen an. Die Hütten werden individuell dekoriert und jede helfende Hand ist beim Auf- und späteren Abbau wertvoll. Immer um Mitternacht bewegt ein fulminantes Feuerwerk nicht nur die Partygäste dazu, einen Moment inne zu halten, auch viele Germeringer lassen es sich nicht nehmen, bis zum Kreisverkehr am S-Bahnhof Unterpfaffenhofen zu kommen und die Raketen aus nächster Nähe zu betrachten. Trotz aller Kritik wollen die Burschen das Feuerwerk beibehalten, es gehöre einfach zur Vorsilvesterparty dazu und die Menschen freuen sich jedes Jahr darauf. Wer am eigentlichen Silvestertag noch Einkäufe erledigen muss oder auf dem Weg zum Bäcker an der Stadthalle vorbeikommt, ahnt nicht, dass am Abend zuvor noch ausgiebig gefeiert wurde – spätestens um 9 Uhr sind alle Spuren beseitigt, bis zum nächsten Jahr und bis es wieder heißt „auf zur Vorsilvesterparty“. 

Claudia Becker

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