Germeringer Wirtschaftsverband wendet sich mit Forderungen an Bundeskanzlerin und Ministerpräsidenten

Brandbrief an die Regierung

Jürgen Andre und Katrin Schmidt vom Germeringer Wirtschaftsverband beim Wirtschaftsempfang im Februar 2020.
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Jürgen Andre und Katrin Schmidt vom Germeringer Wirtschaftsverband beim Wirtschaftsempfang im Februar 2020.
  • vonClaudia Becker
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Germering – Der Wirtschaftsverband Germering engagiert sich seit über 20 Jahren ehrenamtlich für die Stadt Germering und die dortigen Unternehmer, nun hat der Vorstand einen offenen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel und Ministerpräsident Markus Söder geschrieben.

Dass es für diese Pandemie zunächst keine Blaupause gibt, leuchtet auch den Mitgliedern des Wirtschaftsverbands ein, „doch nach zwölf Monaten sollte es mittlerweile klar sein, dass das flächendeckende Schließen von Geschäften und Betrieben aus diversen Branchen keine geeignete Maßnahme zur Eindämmung des Coronavirus sein kann“, erklären die beiden Vorstände Katrin Schmidt und Jürgen Andre. „Der Fachhandel, die Kulturbranchen, die körpernahen Dienstleister, Fitnessstudios und nicht zuletzt die Gastronomie und Hotelbetriebe können nicht alleine den Kopf dafür hinhalten, dass es der Politik auch nach zwölf Monaten nicht
gelungen ist, andere Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus zum Einsatz zu bringen.“

Bisher „rein willkürliche Öffnungen“

Laut Wirtschaftsverband werden die Unternehmer zum Spielball ergebnisloser Diskussionen um Öffnungsstrategien und Lockerungen, immerhin stecken hinter den Unternehmen Menschen, der jahrelange oder gar jahrzehntelange Aufbau des Unternehmens, Arbeits- und Ausbildungsplätze. „All dies wird mit einem Strich für nicht systemrelevant erklärt. Viele Betroffene haben auch nach fast einem Vierteljahr Schließung noch keine Hilfsgelder erhalten oder konnten diese beantragen. Dazu kommt, dass die Auswahl der Branchen, die geöffnet oder geschlossen werden, rein willkürlich erscheint. Diese Umstände machen es den Unternehmern immer schwerer, die Maßnahmen mitzutragen“, kritisieren Schmidt und Andre.

Forderung nach verlässlicher Öffnungsstrategie

Deshalb fordert der Wirtschaftsverband verlässliche Öffnungsperspektiven und Strategien, die es allen betroffenen Unternehmen ermöglichen, planbar ihre Firmen weiterzuführen und ihr Überleben zu sichern. Zudem verlange man eine sofortige finanzielle Entlastung der betroffenen Betriebe, unter anderem durch Einrechnung des Unternehmerlohns in die Coronahilfen, einheitliche sowie pragmatische Abschreibungsmöglichkeiten und weitere Steuererleichterungen für betroffene Unternehmer. Laut Verband muss sichergestellt sein, dass die betroffenen Branchen nicht noch einmal Opfer eines weiteren Lockdowns werden. Es müsse zukünftig ausgeschlossen werden, dass die Politik versucht, Kontakteinschränkungen und Mobilitätseinschränkungen durch das Schließen von Unternehmen zu erreichen. „Einen weiteren Lockdown werden viele Betriebe nicht mehr überleben, denn viele stehen jetzt schon unverschuldet am Rande ihrer Existenz“, erklären Schmidt und Andre.

red

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