Germeringer Stadträte diskutieren Entwicklungsstand zum Thema Postniederlassung

Pro und Contra Briefverteilzentrum in Germerings Norden

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So sieht der vorhabenbezogene Bebauungsplan der Post nach deren Anpassungen aus. 

Germering – Gerade erst im Planungs- und Bauausschuss diskutiert, führte der nächste Weg in die Stadtratssitzung – für viele ein leidiges, aber höchst brisantes Thema: Die Ansiedlung der Briefniederlassung in Germerings Norden.

Ähnlich wie beim Kreuzlinger Feld hat sich auch hier eine Bürgerinitiative (BI kein Briefverteilzentrum in Germering) zusammmengeschlossen. Bürger rund um die beiden Hauptinitia- torinnen Uli Baab und Carmen Greiff sprechen sich gegen das Verteilzentrum aus. In diesem Zuge starteten sie eine Unterschriftenaktion, um einen Bürgerentscheid ins Leben rufen zu können. Provokant werben sie gemeinsam mit Vertretern der SPD wie Johannes Landendinger oder Tanja Pfisterer von der ÖDP mit Aussagen aus der letzten Stadtratssitzung. So heißt es in einem Schriftstück der Bürgerinitiative: Wussten Sie schon, dass… der Projektleiter der Post, Herr Schlickenrieder, uns die Anzahl der Mitarbeiter und Höhe der Gewerbesteuer längerfristig nicht versprechen kann? (Aber trotzdem damit wirbt?). Ein Punkt, der vor Ort heiß thematisiert wird. 

CSU spricht sich Pro Post aus

Immerhin stößt das geplante Projekt bei einer Partei, nämlich der CSU, samt Oberbürgermeister Andreas Haas, auf vollste Unterstützung, da sie die zu erwartenden Gewerbesteuereinnahmen und die kommenden Arbeitsplätze positiv verbuchen. Haas übergibt sogleich das Wort an den Projektleiter der Post, Thomas Schlickenrieder. Die Post habe trotz Corona ihre Umsätze in diesem Jahr gesteigert, argumentiert er. Auch sehe er kein Problem darin, dass die Qualität der Arbeitsplätze von Verwaltungstätigkeiten bis hin zu Teilzeitstellen, in denen auch ungelerntes Personal tätig werden könne, nicht als abwertend, sondern als Chance für diejenigen, die beispielsweise auf einen Zweitjob angewiesen seien. Auch beim Thema Verkehr wird es erneut hitzig im Orlandosaal. Hier wird August Janello, der das Verkehrsgutachten durch die Firma Vössing erstellt hat, zu Wort gebeten. „Verkehr entsteht, wenn etwas Neues angesiedelt wird, hier ist er aber sowohl zeitlich als auch räumlich steuerbar“, sagt Janello. Zudem verweist er darauf, dass sich das bisherige Briefverteilzentrum in der Nähe der Arnulfstraße befände und sie hier keinerlei Probleme hatten, da die Verkehrsspitzen nicht mit den Stoßzeiten zusammenliegen würden. 

SPD gegen Briefverteilzentrum - Grüne zeigen sich gespalten

Die Meinungen sind geteilt, dass zeigen auch die Abschlussplädoyers der einzelnen Parteien. Während sich die CSU geschlossen hinter die Post und deren Umsetzung und Anpassungen des Bebauungsplanes stellt, spricht sich die SPD und teilweise die Grünen dagegen aus. „Briefsendungen gehen seit Jahren zurück – in unseren Augen werden hier keine zukunftssicheren Jobs geschaffen“, sagt Fraktionssprecher Daniel Liebetruth (SPD). Auch Grünensprecherin Agnes Dürr ist gegen eine große Halle und viel Verkehr. „Gewerbesteuereinnahmen und Arbeitsplätze stehen nicht im Verhältnis zu dem Preis, den Germering dafür zahlen muss“, so Dürr. Andere Fraktionsmitglieder zeigen sich dem Vorhaben positiv gegenüber. Die Grünen sind also uneins was das Gewerbegebiet Nord betrifft.

Claudia Becker

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