Maskenpflicht, Mindestabstand und verschärfte Hygienevorschriften in den Läden

Geschäfte im Landkreis dürfen wieder öffnen - unter Auflagen

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Die 1,5 Meter Mindestabstand reichen am Montag nicht mehr aus, denn die Abdeckung von Mund und Nase wird beim Einkauf Pflicht – auch in der Post.

Landkreis - Die nächste Etappe der Corona-Pandemie folgt, denn eingeleitete Maßnahmen von Ministerpräsident Markus Söder werden gelockert. Seit Montag haben Garten- und Baumärkte wieder geöffnet. Nächsten Montag dürfen Geschäfte bis 800 Quadratmeter eröffnen. Neben der ersten Lockerung gibt es jedoch auch eine weitere Maßnahme: Ab Montag gilt eine Maskenpflicht im Öffentlichen Nahverkehr sowie beim Einkaufen.

„Dass Betriebe bis 800 Quadratmeter jetzt wieder ab 27. April öffnen dürfen, stellt für den Gewerbeverband Fürstenfeldbruck lediglich ein kurzes Aufatmen dar“, kommentiert Vorsitzender Franz Höfelsauer. „Wir werden jetzt alles versuchen, um unseren Mitgliedsunternehmen in Fürstenfeldbruck bei der Kozeptionierung der Hygienemaßnahmen zur Seite zu stehen“, erzählt Höfelsauer weiter. Der Gewerbeverband fühle jedoch mit den Gastronomen, Hotelbetreibern und Schausteller für die es noch keine Lockerungsmöglichkeiten gibt. „Da hätten wir uns – mit klaren Hygienekonzepten – dringend eine Lockerung erhofft“, sagt Hö- felsauer. Auch das Stadtmarketing Olching unterstützt seine Mitglieder und weitere Einzelhändler im Ort seit Wochen mit Sprechstunden und Informationen zur Soforthilfe und jetzt bei der Wiedereröffnung. Mit Rabattaktionen und Luftballons möchte der Verein ab Montag zeigen: „Olching ist wieder bunt und offen“, wie Nadine Klinder vom Stadtmarketing erzählt. Etwa die Hälfte der Geschäfte in der Innenstadt wird wieder öffnen prognostiziert sie. Doch sie weiß: „Die Gastronomie ist ganz schön gebeutelt“. Zum Glück hätte diese in Olching kreative Alternativen wie Lieferservices geschaffen. „Aktuell ist die positive Denkweise noch nicht verloren gegangen“, beobachtet sie. 

Einzelhändler sind jetzt auf die Bürger angewiesen

Klinder weiß: „Einzelhändler müssen jetzt unterstützt werden, doch auch Vereine, Fitnessstudios und Bowlingcenter brauchen unsere Unterstützung.“ Also all jene, die noch nicht öffnen dürfen. Die Ortsvorsitzende Evi Huttenloher des BDS Ortsverband/ Gewerbeverband Maisach richtet sich auch mit einem gesellschaftlichen Appell an die Bürger der Gemeinde Maisach: „Bitte unterstützen Sie auch weiterhin Ihr Gewerbe, Ihre Unternehmen vor Ort. Verzichten Sie nicht auf die hervorragende Qualität unserer Bäcker und Metzger. Bitte kaufen Sie in dieser schwierigen Zeit nicht alles bei den großen Versandhäusern, sonst bleiben unsere Einzelhändler vor Ort auf der Strecke. Wir als BDS appellieren: Lassen Sie uns Umsätze in der Region halten.“ 

Hoffen auf eine Lösung seitens der Politik

Werner Ostheimer, Vorsitzender des Ortsverbandes des Bundes der Selbstständigen in Puchheim erzählt: „Als ehemaliger Gastronom weiß ich, wie schwer es diese gerade haben. Mit Liefer- oder Abholservice können sie Präsenz gegenüber den Kunden zeigen, jedoch können sie den Schaden damit nur gering halten“. Er hofft auf eine Lösung seitens der Politik, beispielsweise Steuererleichterungen. „Es wäre schade, wenn nach der Krise viele Mittelständische Unternehmen wegbrechen würden.“ Kunden, welche ab Montag in den wieder geöffneten Lä- den einkaufen, müssen mit ähnlichen Regeln rechnen, wie sie schon beispielsweise beim Bäcker oder Supermarkt gelten. Es dürfen sich, je nach Größe des Ladens nur eine bestimmte Anzahl an Personen dort aufhalten, der Mindestabstand von 1,5 Meter ist einzuhalten, Markierungen an den Böden erinnern daran, genauso wie die Schutzwände an den Kassen. Außerdem wird das bargeldlose Bezahlen bevorzugt.

Zulässige Anzahl im Laden stellt Händler vor Herausforderungen

„Wir sind alle heilfroh, dass es weiter geht“, sagt Katrin Schmidt, Vorsitzende des Germeringer Wirtschaftsverbands und Inhaberin der Buchhandlung Lesezeichen. Ein Kunde darf pro 20 Quadratmeter ab Montag in die Läden. Das bedeutet nun viel Arbeit für die Einzelhändler, neben dem Spuckschutz, der bereits aus dem Supermarkt bekannt ist, müssen Markierungen zum Mindestabstand getroffen werden, Masken für die Mitarbeiter besorgt und vor allem sichergestellt werden, dass nur die zulässige Anzahl an Personen das jeweilige Geschäft betritt – wie das im Einzelfall umgesetzt werde, werde den ein oder anderen Händler noch vor eine Herausforderung stellen. „Wir werden vermutlich einen Eimer aufstellen, der anzeigt, ob man den Laden betreten darf oder warten muss“, sagt Schmidt. Auf eine längere Wartezeit bei den Geschäften müsse man sich grundsätzlich einstellen, so die Einzelhändlerin. Geduld und Verständnis seien in diesen Zeiten von besonderer Wichtigkeit.

Neu hinzukommen wird die Maskenpflicht, welche Minister Markus Söder vergangene Woche bekannt gab. So müssen alle Bürger, welche den Öffentlichen Personennahverkehr nutzen oder Betriebe und Geschäfte betreten, ab Montag Mundschutze tragen.

red

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