"Eine unzumutbare Lärmbelästigung"

Geschäftsführer von Krailling Oils Germering bezieht Stellung zu Vorwürfen von Anwohnern

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Hier ist das Gebiet von Krailling Oils eingezäunt, weitere Zäune oder gar eine Lärmschutzwand könnten folgen.

Germering – Züge, die zu jeder Tages- und Nachtzeit fahren, lärmende Bauarbeiten und eine unkooperative Verhaltensweise, das werfen die Anwohner an den Bahngleisen dem Tanklager Krailling Oils vor.

In einem Gespräch mit demGermeringer Anzeiger äußert sich Bernhard Breitsameter, Geschäftsführer des Tanklagers, zu den Vorwürfen. Seit Anfang Juli wird an den Bahngleisen, ein etwa 18 Kilometer langes Anschlussbahnnetz, welches über den Bahnhof Freiham erreichbar ist, gearbeitet. „Die Gleise bestehen seit 1927, es war dringend notwendig hier etwas zu tun“, sagt Breitsameter. In drei Schritten werden die Gleise ausgetauscht, das werde bis Oktober andauern, so der Geschäftsführer. 

Absprachen und Führungen

Absprachen mit Anwohnern bezüglich der Arbeiten habe es im Vorfeld viele gegeben, auch seien einige Germeringer zu ihm ins Tanklager gekommen, um sich ein Bild von dem Tanklager, das nach wie vor an das NATO-Pipeline-Netz angeschlossen ist, zu verschaffen. Dass er nicht ansprechbar wäre, das dementiert er folglich vehement. 

Krailing Oils würde Nachtschicht lieber meiden

Auch ihm sei es ein Dorn im Auge, dass die Züge, die auch trotz der Baumaßnahmen weiter fahren, oftmals nachts unterwegs wären, denn so müssten sie ihren Mitarbeitern einen Nachtzuschlag zahlen, den auch Krailling Oils, die das Tanklager 2016 übernahmen und seit 2018 kontinuierlich modernisieren, lieber umgehen würde. „Der Austausch der Gleise findet zwischen 7 und 17 Uhr statt, gleich im Anschluss ist alles wieder so fahrbereit, dass die Tankzüge eigentlich rollen könnten“, so Breitsameter. Aber hier komme nun die Deutsche Bahn ins Spiel, da das Tanklager nur über den Bahnhof in Freiham erreichbar sei – die sogenannte Übergabeharfe, seien sie von den Zeitfenstern und Störungen der Züge abhängig, da der Personenverkehr immer Vorrang habe. „So kann sich alles schnell bis in die Nacht hinziehen, bis unsere Züge ins Tanklager kommen“, erklärt er weiter. 

"Maximal 12 km/h"

Von einer hohen Geschwindigkeit der Züge, so wie es im Leserbrief an den Germeringer Anzeiger steht, könne nicht die Rede sein, so können die Tankzüge laut Breitsameter maximal zwölf Kilometer pro Stunde schnell fahren. Grundsätzlich gebe es aber keine Beschränkung für ihn, er dürfe 24 Stunden lang an 365 Tagen im Jahr mit seinen Zügen fahren. 

"Hätte nicht so nah ran bauen dürfen"

Das Problem, so Breitsameter, sei ein ganz anderes. Das Tanklager gab es schon weit vor der Bebauung. Die Gärten der Gleis-Anwohner reichen teilweise weit bis auf das Grundstück von Krailling Oils hinein. „Man hätte dort einfach nicht so nah an die Gleise bauen dürfen“, sagt Breitsameter. Laut damaligem Recht waren es 50, heute bereits 60 Meter Abstand, der zu den Gleisen eingehalten werden muss. Er zieht einen Vergleich zu den Überschwemmungsgebieten, beispielsweise in Passau. Auch hier hätte kein Baurecht ausgesprochen werden dürfen. 

Wegen Personen auf Schienen lautes Hupen

Außerdem erklärt er, dass sie immer wieder Probleme mit Personen auf den Schienen hätten, und da seien die Zugführer angewiesen laut zu hupen. „Wir denken über eine Einfriedung nach, auch eine Lärmschutzwand für die Anwohner ist eine Überlegung“, aber die Kosten dafür, wolle er nicht tragen. Nach der Beendigung der Bauarbeiten hoffe er, dass wieder mehr Ruhe einkehrt, auf allen Seiten, so Breitsameter. Dennoch sei er bei Problemen immer ansprechbar. 

Kleinpiotope werden angelegt

Auch zum Thema Naturschutz äußerte sich der Geschäftsführer von Krailling Oils. Er stehe in ständigem Kontakt mit der Unteren Naturschutzbehörde und werde in Zukunft dafür Sorge tragen, dass für die dort ansässigen Tiere wie die Zauneidechse Stein, Sand und Holzhaufen errichtet würden. Die Gleise wolle er dazu bewusst frei halten, weshalb es noch zu Beschneidungen der Bäume käme. Zum einen sei die Beschattung schlecht und zum anderen können Äste bei Unwettern auf die Gleise gelangen, was zu erheblichen Verzögerungen führen könnte. Die Kleinbiotope neben den Gleisen sollen demnach weiter ausgebaut werden. Und Pflanzen wie der Deutschginster, der zu nah am Gleis ist, werden freiwillig an einen anderen Ort versetzt. 

Becker

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