Der Weg zur Gesundheit führt durch die Küche - Methode Kneipp Thema bei den Gesundheitstagen

„Erst als ich Ordnung in die Seelen brachte, konnte ich den Körper heilen“. Schon vor 150 Jahren erkannte der Bad Wörishofener Pfarrer Sebastian Kneipp, dass zur Erlangung und Wiederherstellung des allgemeinen Wohlbefindens der Einklang von Körper, Geist und Seele wichtig war. Diese innere Balance herzustellen, zählt als so genannte Ordnungstherapie mit zu den fünf Säulen der Gesundheit nach Kneipp, erläuterte Christiane-Maria Rapp bei den 6. Fürstenfelder Gesundheitstagen. Die Geschäftsführerin der Kneipp`schen Stiftungen aus Bad Wörishofen referierte eine Stunde lang über das nach wie vor einzige, ganzheitliche Naturheilverfahren in Europa.

Nachdem die Referentin eingangs der Frage nachgegangen war, wer war eigentlich Sebastian Kneipp und wieso hat er sich mit der Gesundheit oder besser mit Krankheiten beschäftigt, brachte sie anschließend den ca. 50 Zuhörern die fünf Wirkprinzipien der Kneipplehre näher. Kneipp, der Priester werden wollte, erkrankte während seines Theologiestudiums an Lungentuberkulose und therapierte sich selbst mit abendlichen Bädern in der kalten Donau an seinem Studienort in Dillingen. Nach der Selbstheilung beendete er sein Studium erfolgreich, wurde Priester und kam auf Umwegen schließlich nach Bad Wörishofen, wo er sich mit der Naturheilkunde intensiv auseinandersetzte. „Kneipp ging es vor allem um das Vorbeugen von Krankheiten, wobei die Abhärtung höchste Priorität besaß “, berichtete Rapp. „Sein Heilerfolg lag neben den Wasseranwendungen in natürlichen Reizen wie Luft und Licht, Wärme und Kälte, Bewegung und Ruhe und eine ausgewogene Ernährung“, führte Rapp weiter aus. Bereits Hippokrates, der als Vater der Naturheilkunde gilt, hat den geordneten Umgang mit Licht, Luft, Wasser, Wärme und Kälte empfohlen, so die Geschäftsführerin der Kneipp’schen Stiftungen. Die Hydrotherapie, eine der fünf Kneipp’schen Gesundheitssäulen, beschäftigt sich mit den Wasseranwendungen. Die bekanntesten sind Kneippgüsse, Wassertreten und das Armbad. Rapp erklärte ausführlich, wie der Körper bei regelmäßigen Wasseranwendungen reagiert. So wirken die Anwendungen harmonisierend auf das Nerven- und Hormonsystem sowie auch auf die Psyche. „Der Weg zur Gesundheit führt durch die Küche“, stieg Rapp in die Ernährungstherapie ein. Eine ausgewogene, saisonale und regionale Vollwertkost stehe dabei im Vordergrund. Der richtige Speiseplan halte nicht nur den Kreislauf gesund, sondern schütze auch vor Diabetes und vielen Formen von Krebs. Auch alterstypische Krankheiten wie Parkinson oder Alzheimer könne möglicherweise durch einen speziellen Speiseplan in Schach gehalten werden. „Der beste Weg zur Gesundheit ist der Fußweg“, zitierte Rapp einen Ausspruch von Kneipp. Gemeint sei damit, dem Bewegungsmangel entgegenzuwirken. Sie empfahl, Fahrstühle und Rolltreppen beispielsweise zu meiden, Fahrrad zu fahren oder häufiger einmal zum Tanzen zu gehen oder ganz einfach täglich eine halbe Stunde spazieren zu gehen. „Wer rastet, der rostet“, lieh sich Rapp ein weiteres Sprichwort aus. Die Bewegungstherapie führe darüber hinaus zu einer Verbesserung des Lebensgefühls, der Beziehung zur Umwelt und zu einer gehobenen Stimmungslage, so Rapp. Unter der Phytotherapie versteht man schließlich die Anwendung von Heilkräutern. Kneipp hatte dies bereits früh erkannt und empfahl die Anwendung von Heilkräutern innerlich in Form von Tee oder Saft, äußerlich in Form von Salben oder Ölen. „Die Kneipp-Medizin soll auf dem Wirkprinzip Reizreaktion beruhen“, sagte abschließend Christiane-Maria Rapp. „Das bedeutet, dass die natürlichen Reaktionen des Körpers therapeutisch genutzt werden, die mit den zuvor erwähnten Methoden gereizt werden können. Die Kneipp-Medizin soll dabei mit anderen medizinischen Verfahren kombiniert werden. Somit versteht sich die Kneipp-Medizin als Ergänzung zu Schulmedizin.“

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