Landkreis FFB - Corona Maßnahmen

Gesundheitsamt erlässt Allgemeinverfügung: Weniger Feiernde und mehr Masken an Schulen

Mädchen sitzt mit Maske im Klassenzimmer am Tisch mit Stift und Papier
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Nach Signalwert 35: Schüler aus Schulen, die im Zeitraum vom 5. bis 16. Oktober von einem Infektionsgeschehen betroffen waren, müssen nun auch am Sitzplatz im Klassenzimmer eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen.

Landkreis - Weil der 7-Tage-Inzidenz im Landkreis FFB am 8. Oktober den Signalwert von 35 überschritt, erlässt das Gesundheitsamt eine Allgemeinverfügung: Weniger feiernde Personen und Maskenpflicht in bestimmten Klassenzimmern.

Mit Stand 8. Oktober hat die vom Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) veröffentlichte sogenannte 7-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner für den Landkreis Fürstenfeldbruck mit 38,76 den Signalwert von 35 überschritten. Nach den Berechnungen des örtlichen Gesundheitsamts ist dieser Wert (Stand 8. Oktober) an drei aufeinanderfolgenden Tagen überschritten (6. 10.: 35,45; 7. 10.: 40,91; 8. 10.: 50,45) worden.

Infektionsweg bei vielen nicht nachvollziehbar

Das örtliche Gesundheitsamt hat das Infektionsgeschehen analysiert und festgestellt: Die größte Gruppe der positiv getesteten Fälle macht die Gruppe aus, bei der der Infektionsweg nicht konkret auf einzelne mögliche Infektionskontakte zurückverfolgt werden konnte, das heißt unklar ist, wo sie sich angesteckt haben. Ferner gibt es die Gruppe der Reiserückkehrer, zwei betroffene Betriebe mit mehreren Infizierten, zwei infizierte Familienverbände und einzelne Fälle in Schulklassen unterschiedlicher Schulformen. In diesen Gruppen und zusätzlich haben sich Infizierungen der näheren Kontaktpersonen bestätigt. Kein besonderes Infektionsgeschehen ist derzeit in den Kindertagesstätten beobachtbar.

Mehr Testungen - mehr positive Fälle

Am Bayerischen Testzentrum Fürstenfeldbruck sind seit dessen Start Anfang September 2020 über 10.500 Testungen vorgenommen worden (Stand 8. Oktober), die sogenannte „Positivrate“ liegt hier bei derzeit (Stand 7. Oktober) etwa 1,1 Prozent. Dies entspricht derzeit in etwa der bayernweiten vom LGL veröffentlichten Positivrate (Stand 7.10). Dem Landratsamt Fürstenfeldbruck liegen keine Erkenntnisse über die Gesamtzahl der getesteten Landkreisbürger vor, auch nicht über die Entwicklung der Testzahlen in den letzten Monaten. „Wir gehen aber davon aus, dass sich Zahl der Testungen durch die Eröffnung des Bayerischen Testzentrums Anfang September erhöht hat“, so das Landratsamt. Ein Teil der vermehrten Testungen wiederum ist bedingt durch das Infektionsgeschehen (wie Reihentestungen bei betroffenen Klassen, Testungen der Kontaktpersonen der Kategorie 1).

„Zusammenfassend gehen wir von einer nicht örtlich eingrenzbaren, sondern räumlich diffusen Zunahme der Infektionen aus verbunden mit einer gleichzeitigen Zunahme der Kenntnis positiver Fälle durch vermehrte Testung, die Ihrerseits wiederum - teilweise - durch das Infektionsgeschehen bedingt ist“, fasst das Landratsamt zusammen.

Aufgrund der geschilderten Lage erlässt das Landratsamt Fürstenfeldbruck eine Allgemeinverfügung mit folgenden Maßnahmen:

  • Beschränkung der zulässigen Anzahl der Teilnehmer von privaten Feierlichkeiten in öffentlichen und angemieteten Räumen auf bis zu 50 Personen;
  • Dringliche Empfehlung, in privaten Räumen keine Feierlichkeiten mit mehr als 25 Teilnehmern durchzuführen;
  • Ab Jahrgangsstufe 5 gilt an allen weiterführenden und beruflichen Schulen im Landkreis Fürstenfeldbruck, die im Zeitraum vom 5. bis 16. Oktober von einem Infektionsgeschehen betroffen waren oder sind, für Schüler die Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung auch am Sitzplatz im Klassenzimmer, wenn dort der Mindestabstand von 1,5 Meter nicht gewährleistet ist:

Die Allgemeinverfügung tritt am Samstag, 10. Oktober, in Kraft und gilt bis einschließlich Freitag, 16. Oktober.

Die Maßnahmen zu 1. und 2. entsprechen den Vorgaben des § 25 Absatz 2 der 7. Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung, wonach sie angeordnet werden „sollen“, wenn der Inzidenzwert 35 übersteigt. „Maßgeblicher Inzidenzwert für diese Vorschrift ist die – bei Abweichung jeweils die höhere – Zahl des Robert-Koch-Instituts oder des LGL. Die Zahlen dort werden aufgrund der Meldewege und Bereinigungen zeitverzögert und gegebenenfalls leicht verändert gegenüber den lokalen Zahlen veröffentlicht“, erklärt das Amt die Unterschiede.

Liegt kein außergewöhnlicher Fall – etwa ein stark örtlich begrenztes Ausbruchsgeschehen – vor, so sind sie anzuordnen. Sie dienen dazu, eine weitere Ausbreitung bei größeren Veranstaltungen zu verhindern und im Falle einer Infektion die Nachverfolgung der Kontakte noch beherrschbar zu halten. Das sogenannte „Kontaktpersonenmanagement“ ist eine der wichtigsten Säulen der Verringerung und Verlangsamung der Ausbreitung des Coronavirus.

Die Maßnahme zu 3. sieht die Stufe 2 des Rahmenhygieneplans für die Schulen vor. Da das Infektionsgeschehen an den Schulen sich nicht auf dem bisherigen höheren Niveau fortgesetzt hat und viele Schulen derzeit nicht vom Infektionsgeschehen betroffen sind, genügt es aktuell, nur an den Schulen die Maskenpflicht anzuordnen, die einen Indexfall haben. Es gilt also nicht insgesamt die Stufe 2, sondern nur die konkrete Maßnahme für einzelne betroffene Schulen.

Schutz des Präsenzunterrichts

Der Sinn der Maske im Unterricht ist, dass – bei Unterschreitung des Mindestabstandes – das Risiko verringert werden soll, dass Schüler, die bereits vom Indexfall angesteckt wurden, aber nicht als infiziert erkannt sind, andere anstecken und sich so an der Schule der Virus weiter ausbreitet. Die Infektion eines Schülers hat die Quarantäne seiner ganzen Klasse zur Folge; die Maßnahme soll also auch dem Schutz des Präsenzunterrichts dienen.

Die 7. Infektionsschutzmaßnahmenverordnung sieht auch vor, dass bei Erreichen des Schwellenwerts von 50 weitere Maßnahmen angeordnet werden sollen. Auch hier ist die – bei Abweichung die höhere - Zahl des Robert-Koch-Instituts oder des LGL maßgeblich. Nach den dort veröffentlichten Zahlen (Stand 8. Oktober) hat der Landkreis Fürstenfeldbruck diesen Schwellenwert derzeit nicht erreicht.

red

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