Getarnte Kafffeefahrt und andere üble Maschen von Betrügern - Ermittler in Fürstenfeldbruck klären Senioren auf

Frank Brosch, Leiter der Ermittlungsgruppe bei der Polizeiinspektion Fürstenfeldbruck. Foto: Dieter Metzler

Betrüger lassen sich immer wieder neue Tricks einfallen. Bevorzugt ältere Menschen sind dabei das Ziel der skrupellosen Trickbetrüger. Gerade der älteren Generation fällt es häufig schwer, freundliche Anfragen einfach aber bestimmt zurückzuweisen. Sie trauen sich nicht, jemanden abzuwimmeln, manchmal sind sie auch einfach froh, wenn mal jemand mit ihnen redet. Eine Betrugsmasche, die in den vergangenen Monaten in Bayern die Runde machte, erreichte auch einen Brucker Senioren. Er erhielt einen Brief, der ihm einen Gewinn von 2.500 Euro einredete. Eine Kundenbetreuung von „Schon BEZahlt. Danke“ bedankte sich bei dem Brucker für die Gebühren. Um welche Gebühren es sich handelte, blieb offen. Die Worte „Schon BEZahlt. Danke“, die Farbgebung und das Schriftbild suggerierten, dass es sich um die Gebühreneinzugszentrale (GEZ) handelt. In dem professionell aufgemachten Brief war immer wieder von „Gebühren“ die Rede, was offenbar eine gezielte Irreführung in Bezug auf die Rundfunkgebühren der GEZ hervorrufen sollte.

„Wir möchten uns auf diesem Wege nochmals bei Ihnen für Ihre Gebühren bedanken. Wie Sie vielleicht schon aus den Medien erfahren haben, haben wir uns, um Ihnen auch einmal etwas von Ihren Gebühren zurück zu geben, einige Sponsoren gesucht und am 07.01.2011 unter allen zahlenden Teilnehmern eine Verlosung durchgeführt. Sie werden es nicht glauben, unter anderem wurde auch Ihr Name gezogen. Somit haben Sie tatsächlich gewonnen.“ Das Ganze entpuppte sich bei genauerem Hinsehen als getarnte Kaffeefahrt. Der Brucker wurde aufgefordert, sich für die Abholung des Gewinns am 15. August anzumelden. Doch weder Abholzeit noch Zielort waren angegeben. Wohl aber, dass er kostenlos abgeholt werde und ihm ein Frühstück und ein Mittagessen zur Verfügung gestellt werde. Dass den Organisatoren daran gelegen war, dass sie für die GEZ gehalten werden, wurde auch an einem in Aussicht gestellten Zusatzgewinn deutlich. Ein LCD-Flachbildfernseher inklusive ein Jahr Gebührenbefreiung wurde versprochen, vorausgesetzt der Brucker bringe eine weitere Person mit. Frank Brosch, der Leiter der Ermittlungsgruppe bei der Polizeiinspektion Fürstenfeldbruck, die für die Bekämpfung von Betrügereien, Trickdiebstählen und alle Arten von Eigentums- und Vermögensdelikten zuständig ist, warnte davor, sich von derartigen Gewinnmitteilungen und Geschenkversprechungen blenden zu lassen. „Man sollte sich keine Illusionen machen, einen Preis zu bekommen“, so der Polizeibeamte, der bestätigte, dass hauptsächlich ältere Menschen Opfer von Trickbetrügern werden, da die Täter mit geringerem Entdeckungsrisiko rechnen. Im Übrigen seien die Formulierungen stets so vorsichtig abgefasst, so dass man sich in einer rechtlichen Grauzone befinde, so Brosch. Das Einklagen des vermeintlichen Gewinns sei fast unmöglich. Selbst wenn man einen Gerichtsprozess gegen den Anbieter gewinne, seien die Firmen, wenn sie zahlen müssten oft „insolvent“ oder haben ihren Firmensitz im Ausland. Bei Veranstaltungen im Mehrgenerationenhaus und im Bürgerpavillon West informierte Brosch über die Gefahren bei Haustürgeschäften, bei der Kostenfalle Telefon und auch über solche Gewinnbenachrichtigungen sowie über die Gefahren bei den berühmt berüchtigten Kaffeefahrten. Brosch klärt bei seinen Vorträgen auf und gibt Verhaltenstipps, wie man sich am besten schützen kann. Der nächste kostenlose Informationsvortrag findet im September im Stadtteilzentrum West, Am Sulzbogen 56 statt.

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