Polizeipressekonferenz in Fürstenfeldbruck mit Staatsanwaltschaft München II  nach Verbrechen an 25-jähriger Frau in Herrsching 

25-jährige vom Rad gezerrt, in den Kofferraum gestoßen, gefesselt, geschlagen, vergewaltigt und überfahren –  Täter aus Herrsching warf sich vor d ...

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Bei der Pressekonferenz in der PI FFB:   Leiter Präsidialbüro PR Hans-Peter Kammerer, Leiter KPI FFB, KD Manfred Frei, STA München II, STAGL Florian Gliwitzky, EKHK KPI FFB Alois Bauer. 

Fürstenfeldbruck/Herrsching – Die 16-köpfige Ermittlungsgruppe der Kripo Fürstenfeldbruck  hat  nach einem alles entscheidenden Zeugenhinweis den brutalen Vergewaltigungsfall in Herrsching geklärt.  Bei der Pressekonferenz am Dienstagabend  mit der Staatsanwaltschaft München II in Fürstenfeldbruck  schilderte KPI-Leiter Manfred Frei den grausamen Ablauf der Tat, bei der eine 25-jährige aus Herrsching am Sonntag lebensgefährlich verletzt wurde. 

Ein Fußgänger riss sie nachts auf dem Heimweg von der S-Bahn brutal vom Rad, stieß sie in den Kofferraum seines schwarzen Golf und fuhr mit dem Opfer in ein nahes Waldstück. Dort fesselte er ihre Hände mit  Klebeband,  verband die Augen, schlug auf sie ein und verging sich an ihr. Danach hat der Täter, ein 28-jähriger vorbestrafter Heizungsbauer, sein Opfer einmal gezielt überfahren und sich Stunden später bei Trudering vor einen Zug geworfen.

Trotz des schrecklichen Verbrechens sei man erleichtert, eine Tataufklärung präsentieren zu können, erklärte der Leiter des Präsidialbüros PR Hans-Peter Kammerer. Er nahm gemeinsam mit dem Leiter der KPI FFB, KD Manfred Frei sowie dem Vertreter der Staatsanwaltschaft München II, STAGL Florian Gliwitzky und  EKHK KPI FFB, Alois Bauer an der Pressekonferenz am Dienstagabend in der PI Fürstenfeldbruck teil. 

Frei schilderte nach den intensiven Ermittlungen den Tat-Hergang so: Die 25-jährige Frau aus Herrsching ist inzwischen außer Lebensgefahr   - über ihre Person und ihre jetztige Verfassung wird  jedoch nichts bekanntgegeben. Sie befand sich am Sonntag, 18. Mai gegen 03.15   Uhr  mit dem Fahrrad auf dem Nachhauseweg von der S-Bahn aus München kommend. Gegen 03.20 Uhr traf sie an der Fachhochschule in Herrsching auf einen Fußgänger, der sie brutal vom Fahrrad riss und sie in den Kofferraum eines schwarzen VW Golf stieß. Der Mann - ein 28-jähriger Heizungsbauer aus Herrsching, der in München arbeitete, fuhr mit seinem Opfer in ein nahegelegenes Waldstück. Dort fesselte er die Hände mit Panzerklebeband und verband die Augen der jungen Frau. KD Manfred Frei: "Er schlägt sie, vergeht sich an ihr und überfährt sie mit seinem Auto." Im Polizeibericht des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord heißt es: "Nach weiteren massiven körperlichen und sexuellen Misshandlungen überfuhr der Täter mit seinem Pkw die am Boden liegende Frau. In lebensbedrohlichem Zustand gelang es dem Opfer noch, die Hechendorfer Straße in Herrsching zu erreichen." 

Ermittlungen der Kripo ergaben, dass die Schwerverletzte, als sie aus ihrer Bewusstlosigkeit erwachte,  sich noch mit letzter Kraft über eine Strecke von 1,3 Kilometer zu der Wohnsiedlung geschleppt  hatte.  In der Hechendorfer Straße  brach sie offensichtlich zusammen. Ein  dortiger Anwohner entdeckte die lebensgefährlich verletzte junge Frau und alarmierte  Polizei und Rettungskräfte. Aus einer Äußerung des Opfers gegenüber Polizei und Rettungskräften war  ersichtlich,  dass es sich um einen sexuell motivierten Angriff gehandelt habe. Die junge Frau  wurde in lebensgefährlichem Zustand  mit dem Hubschrauber in eine Klinik gebracht und dort notoperiert.  Die Kriminalpolizeiinspektion Fürstenfeldbruck  übernahm die  Ermittlungen, und die Spezialisten der Ermittlungsgruppe "Ellwang" sicherten am Auffindeort in der Hechendorfer Straße in Herrsching, sowie in einem nahegelegenen Waldstück mögliche Spuren. 

Ermittlungs-Fotos vom Tatort in der PI FFB.  

Am gestrigen Montag, 19. Mai, ging der alles entscheidende  Zeugen-Hinweis bei der Polizei in Herrsching ein. Der Anrufer, ein Münchner Bekannter, wurde danach von den Ermittlern der Kripo Fürstenfeldbruck zurückgerufen. Er teilte den Kripobeamten mit, dass sich am Sonntag ein Bekannter, der 28-jährige Heizungsbauer Mathias M. aus Herrsching bei ihm gemeldet habe mit dem Geständnis: "Ich habe Scheiße gebaut".  Er habe, so erzählte er seinem Bekannten,  in einem Wald bei Herrsching alkoholisiert einen Menschen totgefahren. Der Bekannte, der offenbar von dem  Vorstrafenregister des Heizungsbauers  wusste, riet ihm, sich der Polizei zu stellen, am besten mit seinem Bewährungshelfer. 

Wie der Vertreter der Staatsanwaltschaft München II, STAGL Florian Gliwitzky ausführte, war der Mann bereits strafrechtlich in Erscheinung getreten. Mathias M.  war wegen verschiedener Diebstahls-Delikte  zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt worden. Der Heizungsbauer war ledig, lebte aber in einer Partnerschaft.  Der Münchner Anrufer hatte inzwischen  erfahren, dass sein Bekannter  am Sonntag, 18. 5. gegen 12 Uhr in München-Trudering von einem Regionalzug erfasst und getötet worden war und sofort im Internet nach möglichen Unfällen/Polizeimeldungen recherchiert. Dabei sei er auf die Meldung über das Verbrechen an der 25-jährigen Frau aus Herrsching gestoßen und habe "eins und eins zusammengezählt", so die Kripo. 

Das Tatfahrzeug: ein schwarzer VW Golf. Der Täter sperrte die 25-jährige in den Kofferraum und fuhr mit ihr in ein nahes Waldstück. 

Die Umstände des Zugunfalles sind derzeit noch nicht abschließend geklärt. Auf dem Parkplatz des S-Bahnhofes Gronsdorf, nahe des Zugunfalles, stellten die Beamten einen schwarzen VW Golf sicher, mit dem der 28-Jährige zuletzt unterwegs war. Im und am Fahrzeug fanden sich Gegenstände und Spuren, die eindeutig auf eine Täterschaft des 28-jährigen hindeuten. Die Kripo geht davon aus, dass es sich hier um das Tatfahrzeug handelt. Eine inzwischen vorläufig vorliegende Auswertung von gesicherten DNA-Spuren in Zusammenarbeit mit der Rechtsmedizin  belegen aus Sicht der Ermittler die Täterschaft. Opfer und Täter - so die Staatsanwaltschaft - kannten sich nicht. Es gebe keinen Hinweis auf eine "geplante Tat", die Ermittlungen seien aber noch nicht abgeschlossen, zurückliegende entsprechende Taten würden auf diese Person hin überprüft.  

Ein Unfallanalytisches Gutachten der  Verkehrspolizeiinspektion FFB habe ergeben, dass der Täter  das am Boden liegende schwerverletzte Opfer "einmal gezielt überfahren hat". Danach flüchtete er vom Tatort.

Die Pressestelle des Polizeipräsidium Oberbayern Nord :  "Innerhalb der Ermittlungsgruppe war große Erleichterung spürbar, als die Mitteilung zum gesicherten Tatnachweis vorlag und damit dieses schreckliche Verbrechen schnell aufgeklärt werden konnte." 

Hedwig Spies

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