Krähenplage in Puchheim

Eiersuche in luftiger Höhe

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Mit einem Kran ließ sich Monika Dufner (braune Jacke) in die Baumkronen heben, um dort die Kräheneier auszutauschen.

Puchheim – Laute Klatschgeräusche, Nester entfernen, Netze – die Stadt Puchheim hat schon einiges versucht, um die Saatkrähen-Plage am Schopflach-Friedhof zu beseitigen. Bislang hatte sie keinen Erfolg. Nun sollen Gipseier in den Nestern die Ausbreitung der Vögel eindämmen.

Bereits 2008 sind die ersten Nester der geschützten Vögel in Puchheim aufgetaucht. Seitdem sind sie für die Anwohner zu einem echten Ärgernis geworden: Vogelkot auf Markisen, Terrassen und Autos sowie Lärm durch das Krähengeschrei zehrt an den Nerven der Puchheimer. Dazu haben sich weitere Splitterkolonien zum Beispiel an der Sprengerinsiedlung gebildet. Nachdem alle Vertreibungsversuche bislang gescheitert sind, werden nun die Eier in den Nestern gegen Gips-Imitate ausgetauscht. Der Versuch wurde von der Höheren Naturschutzbehörde abgesegnet. Außerdem ist diese Taktik nichts ganz Neues. „In Städten wird sie oft gegen Tauben eingesetzt“, sagt Monika Sepp, die das Projekt wissenschaftlich beaufsichtigt. 

Austausch erfolgt auf unterschiedliche Art und Weise

Bei Krähen handelt es sich aber um ein Pilotprojekt. „Wir müssen schauen, wie die schlauen Tiere darauf reagieren und ob sie einfach Eier nachlegen, wenn aus den Gipseiern kein Nachwuchs schlüpft“, erläutert Puchheims Umweltbeauftragte Monika Dufner. Sie ließ sich von einem Kran in luftige Höhen heben, um die Eier auszutauschen. Bei acht Referenznestern erfolgt der Austausch auf unterschiedliche Art und Weise. In zwei bleibt ein echtes Ei liegen, der Rest wird durch Imitate ersetzt. In zwei weiteren Nestern werden die richtigen Eier je zur Hälfte durch Gipseier ersetzt, in zwei wird die Hälfte der Eier ohne Ersatz entnommen. In den letzten beiden Nestern werden schließlich alle Eier entnommen und nicht ersetzt. 

Stadtrat muss über eine flächendeckende Anwendung entscheiden

Zweimal in je einwöchigem Abstand wird dann überprüft, welchen Erfolg der Tausch bringt. Um die bearbeiteten Nester wiederzufinden, wurden sie mit einem Farbspray markiert. Ob einer der Methoden im Erfolgsfall schließlich flächendeckend angewandt wird, ist laut Dufner eine politische Entscheidung, die der Stadtrat fällen müsse. Gute Ergebnis habe man zuletzt auch mit einem sogenannten Safeguard beim Sprengerinwäldchen erzielt. Panikschreie von Krähen werden dort vom Band abgespielt und sollen so ihre Artgenossen vertreiben. Welche Maßnahme am Ende auch immer ergriffen wird: „Wir wollen die Vögel möglichst schonend vertreiben“, sagt Dufner. Deshalb tausche man die Eier nun auch sehr frühzeitig aus, solange die Embryonen darin noch nicht weit entwickelt sind. 

Andreas Daschner

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