40 Kinder aus dem Sterntaler-Kiga gratulierten einer Hochbetagten 

105–jährige Eichenauerin turnte sich früher jeden Morgen fit 

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Die 105-jährige Jubilarin Gertrud Dyck im Kreise der Gratulanten (v. li.) Stellvertretender Landrat Johann Wieser, Dorothea Kern (Tochter), Leiter des Pflegezentrums Dirk Spohd, Bürgermeister Hubert Jung, Kindergarten-Gratulant Alex Klemm 

Eichenau – Mit Sicherheit ist sie Eichenaus älteste Bürgerin, höchstwahrscheinlich aber auch die älteste Landkreis-Bürgerin: Gertrud Dyck feierte am 24. Juli ihren 105. Geburtstag. Die rüstige Dame verbringt ihren Lebensabend seit 2006 im Evangelischen Pflegezentrum in der Bahnhofstraße 117 in Eichenau.

Die rüstige Dame verbringt ihren Lebensabend seit 2006 im Evangelischen Pflegezentrum in der Bahnhofstraße 117 in Eichenau. Als Gertrud Dyck 1908 in Berlin geboren wurde, regierte noch Kaiser Wilhelm II. Jeder, der dieser Frau begegnet, ist fasziniert von ihrer geistigen Frische, ihrer ungeheuren Liebenswürdigkeit und Lebensfreude. 

So erging es auch Eichenaus Bürgermeister Hubert Jung sowie dem stellvertretenden Landrat Johann Wieser, als sie Gertrud Dyck ihre Aufwartung machten, um der Jubilarin persönlich zu gratulieren. Richtig wohl fühlte sich die 105-Jährige im Kreis von 40 „Sterntaler-Kindern“ aus dem Eichenauer Kindergarten, die der Jubilarin ein Geburtstags-Ständchen sangen. Wie fit Gertrud Dyck noch ist, bewies die alte Dame, als sie plötzlich loslegte und „Die Bürgschaft“ aufsagte, nachdem ihr Schwiegersohn berichtete, wie er ihr einmal Schillers Ballade vorlas, sich dabei versprach und sie ihn sofort verbesserte. 

Als Patentrezept für ein solch langes Leben nannte Gertrud Dyck ihre täglichen morgendlichen Turnübungen, die sie früher in ihrem großen Badezimmer in ihrer Starnberger Wohnung auf einem Teppich vollführte. Und der Leiter des Pflegeheimes, Dirk Spohd, wusste zu erzählen, dass die alte Dame ihm darüber hinaus anvertraut habe, dass sie nie mit dem Auto fuhr, sondern alles zu Fuß oder mit dem Radl erledigte. Zwei Weltkriege hat Gertrud Dyck, geborene Brandow, miterlebt in ihrem langen Leben. Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges, sie erinnert sich genau, als im Februar 1945 Dresden völlig zerstört wurde, flüchtete sie mit ihren beiden Töchtern aus Berlin nach Bayern zur Schwester ihres Mannes in Starnberg. Die Flucht mit der Bahn dauerte fast eine Woche, erzählte Gertrud Dyck. Einige Monate später erlebte sie den schönsten Tag in ihrem Leben, als sie ihren Mann nach über vierjähriger Kriegszeit wieder in die Arme schließen konnte. Starnberg wurde zur zweiten Heimat. Ihr Mann, der Lehrer war, starb im Jahre 1977. Gertrud Dyck blieb in Starnberg bis sie, auf eigenen Wunsch, als eine der ersten Bewohner im Mai 2006 ins Evangelische Pflegezentrum in Eichenau, einzog. „Ich habe die Einweihungsfeier mitgemacht“, erinnert sie sich.

 Dieter Metzler


 

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