Gröbenzeller Bahnexperte Prof. Karl-Dieter Bodack hat vor zehn Jahren den Desert-Express in Namibia auf die Schiene gebracht – Ein Touristik-Highl ...

Ein Leben lang hat sich Prof. Dipl.-Ing. Karl-Dieter Bodack mit der Bahn beschäftigt, nebenbei interessieren ihn auch Nostalgie-Züge. Foto: Günter Schäftlein

Durch Namibia mit der Bahn zu reisen, kann mehrere Tage unterwegs sein bedeuten, in einem Land mehr als doppelt so groß wie Deutschland. Nur 1,7 Mio Menschen leben dort, die erst seit 1990 staatlich unabhängig sind. Bahnfahren nur zum Vergnügen, das hat erst der Gröbenzeller Bahnexsperte Prof. Dipl.-Ing. Karl-Dieter Bodack vor ungefähr zehn Jahren dort mit dem desert express bewirkt. Und Bodack ist durch ein Projekt der Waldorfschule in Gröbenzell mit Namibia eng verbunden.

Karl-Dieter Bodack möbelte eine noch existente alte Zuggarnitur aus den 50er Jahren komplett auf; schaffte per Flieger alle für die notwendige Modernisierung erforderlichen Materialien - u.a. für den Sanitär- und Klimabereich - nach Namibia in einen Zug, der aus alten Schlafwagen bestand. „Mit wenig Rostschäden, denn davor schützen das trockenheiße Klima und der viele Sand.“ Gegen den feinen Wüstensand mussten die Wagen allerdings hermetisch versiegelt und vollklimatisiert werden. „In diesem Zug kann man richtig wohnen … jedes Abteil hat zwei Betten auf gleicher Ebene plus Nasszelle mit WC, Dusche und schwenkbarem Waschbecken.“ Für gecharterte „Schienenkreuzfahrten“kommen maximal 40 Personen infrage. Man bewegt sich dabei fahrplanmäßig zwischen Windhoek im Landesinneren und Swakopmund an der Atlantikküste, aber auch gechartert zwischen der Lüderitzbucht und der weltberühmten Etoshapfanne mit ihrem Wildreichtum. Karl-Dieter Bodack schwärmt über diese Erlebnisreisen: „Eine einfach schöne, unberührte Natur, die in weiten Teilen unter Landschaftsschutz steht. Die Tierwelt zeigt sich hauptsächlich an den Wasserlöchern. Die Elefanten sind so zutraulich, dass man sie fast vom Wagenfenster aus streicheln kann …“ Namibia zählt zu den wenigen afrikanischen Ländern mit einem erkennbar geordneten Staatswesen. Der soziale Zusammenhalt wäre - so Prof. Bodack - gesichert durch eine gewisse Anspruchslosigkeit in der ärmeren Bevölkerungsschicht und mit der gegenseitigen Hilfe untereinander. 20 Jahre mit einer rein afrikanisch-schwarzen Regierung hätten die Armut wohl verringert, nicht aber das Problem der fehlenden Bildung. Die deutsche Schule in Windhoek hat nur einen farbigen Anteil von 10 Prozent. Es sei schwierig, schwarze Kinder in die Schule zu bringen. Sie hätten ein anderes Kulturverhalten, Schule habe nicht denselben Stellenwert für sie. „Sie sind zu lebhaft und es mangelt an Konzentration.“ Vorbildliches schafft hier eigentlich nur die Waldorfschule in Windhoek, die je zur Hälfte von schwarz und weiß besucht wird: Die schwarzen Kinder lernen Englisch, die weißen Suaheli. Diese Waldorfschule wird in einem Unesco-Projekt stark von der gleichen Einrichtung in Gröbenzell unterstützt. Pädagogisch durch Lehreraustausch und die Erarbeitung von Lehrplänen. Karl-Dieter Bodack lobt Namibia generell als deutschfreundlich, obwohl die deutsche Sprache nicht mehr so gebräuchlich ist. Amtssprache ist Englisch, die Umgangssprache Suaheli. Übrigens ist Windhoek in Namibia Sitz der einzigen deutschsprachigen Tageszeitung in Afrika, der AZ, deren Chefredakteur Stefan Fischer aus Cottbus stammt. Über das Internet zu erreichen unter: newsletter_az@az.com.na

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