Containerwohnanlage Gröbenzell

"Reine Vorratsplanung"

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Auf diesem Grundstück an der Ecke Zweig-/Augsburgerstraße wäre baurechtlich eine Flüchtlingsunterkunft zulässig. Ob die jemals kommt, steht allerdings noch in den Sternen.

Gröbenzell – Das Landratsamt darf an der Ecke Zweig-/Augsburger Straße in Gröbenzell eine Containerwohnanlage für 64 Flüchtlinge errichten. Der Ferienausschuss der Gemeinde segnete einen entsprechenden Bauantrag der Kreisbehörde einstimmig ab. Ob das Bauwerk aber tatsächlich errichtet wird, ist mehr als unsicher.

Sitzungsleiter und dritter Bürgermeister Axel von Walter (SPD) geht jedenfalls davon aus, dass es sich bei der Anlage lediglich um eine Vorratsplanung des Landkreises handelt. „Wir rechnen nicht damit, dass der Bauantrag jemals zur Ausführung kommt.“ Die Flüchtlingssituation in Gröbenzell hat sich in den letzten Monaten spürbar entspannt, die Zahl der Asylbewerber ist von 180 auf rund die Hälfte zurückgegangen.

Gerüstet sein, wenn Zahlen wieder steigen

Dennoch hatte die Kreisbehörde schon früh angekündigt, weiter Standorte für Wohnheime akquirieren zu wollen, um gerüstet zu sein, wenn die Zahlen wieder steigen. Das Grundstück in Gröbenzell hatte die Gemeinde auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise als möglichen Standort vorgeschlagen. Ein erster Bauantrag des Landratsamtes war vor einigen Monaten noch gescheitert, weil wichtige Angaben gefehlt hatten.

Vor dem Bau müssen Eigentümerverhältnisse geklärt werden

Diese wurden diesmal vorgelegt. „Baurechtlich gibt es nichts mehr einzuwenden“, sagte von Walter. Die Gemeinde müsse dem Bauantrag deshalb zustimmen, was der Ferienausschuss dann auch ohne Gegenstimme tat. Doch selbst wenn das Landratsamt einen Baubeginn anstreben würde, müssten laut von Walter erst noch die Eigentumsverhältnisse berücksichtigt werden, denn: Das Grundstück gehört der Gemeinde.

„Es gibt keinerlei Miet- oder Pachtvertrag, der Landrat kann nicht über das Grundstück verfügen“, sagte von Walter. Man werde den Antrag nun zwar zum Anlass nehmen, mit der Kreisbehörde über das weitere Vorgehen zu sprechen. Aber auch Peter Falk (SPD) sah die Gemeinde bei den weiteren Planungen „auf der sehr sicheren Seite“.

Bedenken von Reinhard Paesler, dass die Nachbarn im Falle des Baus der Wohnanlage Lärmemissionen durch die Bewohner ausgesetzt sein könnten, kamen nicht zum Tragen. Martin Runge (Grüne), der dem Ferienausschuss zwar nicht angehört, aber als Gast anwesend war, verwies darauf, dass das vom Landratsamt im Zuge eines früheren Vorhabens bereits geprüft und als unbedenklich eingestuft worden sei.

Andreas Daschner

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