Bequem nach München trampen

In Gröbenzell wurde erste Mitfahrbank eingeweiht

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Der Verkehrsreferent der Gemeinde Dr. Reinhard Paesler (links), Bürgermeister der Gemeinde Martin Schäfer (mitte) und Bauamtsleiter Markus Gross weihen die Mitfahrbank ein.

Zielort aussuchen, auf die Bank setzen, warten bis ein Auto anhält, einsteigen und mitfahren – ob die erste Mitfahrbank an der Olchinger Straße in Gröbenzell in der Praxis ähnlich erfolgreich funktioniert wie in der Theorie, wird sich zeigen. Die Initiatoren sind zumindest schon jetzt zufrieden.

Gröbenzell - „Wir erfinden uns immer wieder neu, wie man sieht“, erklärt Bürgermeister Martin Schäfer, bei der Präsentation der Mitfahrbank an der Olchinger Straße. Seit dem 4. April können Bürger hier auf Höhe des Drogeriemarktes DM per Anhalter Richtung München trampen. 

Und so geht‘s: 

Wer mitgenommen werden will, durchsucht entweder die fünf Metallschilder nach einem passenden Ziel – zur Auswahl stehen S-Bahnhof Lochhausen, S-Bahnhof Pasing und S-Bahnhof Moosach – oder ergänzt sein Reiseziel mit einem schwarzen Marker auf einer noch unbeschrifteten Tafel. Anschließend heißt es auf der Bank Platz nehmen und warten. Damit der Anhalter dort nicht ewig sitzen muss, werden die Autofahrer etwa 200 Meter zuvor durch ein Schild über die Mitfahrbank und die Möglichkeit einen Tramper mitzunehmen informiert. Daneben steht eine Haltebucht zur Verfügung. 

Kosten hielten sich in Grenzen

Ob das funktioniert? Schäfer ist optimistisch: „Das muss sich erst einmal einspielen, wenn es dann läuft hoffe ich, dass hier jede Minute jemand mitgenommen wird“, sagt er. Die Kosten für die Mitfahrbank – bestehend aus einer Bank, einem Radparkplatz mit Ansperrmöglichkeit sowie einem Masten mit Wegweisern – lagen laut der Gemeinde im Rahmen. Was die Gemeinde Geld gekostet hätte, seien die Aufkleber für die Autos, die in der Gemeinde oder auch bei Veranstaltungen verteilt werden. Diese orientieren sich an den beiden Rosen aus dem Gröbenzeller Wappen und können an die Windschutzscheibe geklebt werden, um die Initative zu unterstützen. 

Weitere Mitfahrbänke im Gespräch

Sollte die Mitfahrbank in der Bevölkerung gut ankommen, kann die Gemeinde sich auch weitere Bänke vorstellen – beispielsweise auf der gegenüberliegenden Straßenseite Richtung Olching. „Mit dem Projekt soll kein Ersatz, sondern vielmehr eine Ergänzung zum bestehenden ÖPNV angeboten werden“, erklärt der Bürgermeister. „Mitnehmen und mitgenommen werden kostet kaum Zeit und kein Geld“, sagt Schäfer. Die überwiegend positiven Erfahrungen in anderen Gemeinden und der vergleichsweise überschaubare finanzielle Aufwand für die Mitnahmebank hätten den entscheidenden Impuls für die Umsetzung gegeben. 

Hamann

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