Große Beteiligung der Bürgerschaft

Gedenken am Ort des Geschehens: Olympiaattentat von 1972

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Fürstenfeldbruck – Abrupt unterbrachen Terror und Gewalt vor 48 Jahren die Olympischen Sommerspiele 1972 in München.

Palästinensische Terroristen hatten die israelische Olympia-Mannschaft im Olympischen Dorf überfallen. Zwei israelische Sportler wurden in ihrer Unterkunft ermordet, neun weitere und ein deutscher Polizist verloren ihr Leben bei dem missglückten Befreiungsversuch auf dem Brucker Fliegerhorst.

Einen Tag vorverlegt

Da der 5. September heuer auf den jüdischen Ruhetag, den Sabbat, fiel, wurde die öffentliche Gedenkfeier für die Opfer und deren Angehörigen sowie den Überlebenden des Attentats an der Gedenkstätte vor dem Fliegerhorst um einen Tag vorverlegt. Neben Landrat Thomas Karmasin erinnerten Charlotte Knobloch, die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern sowie Sandra Simovich, die Generalkonsulin des Staates Israel für Süddeutschland an die Geschehnisse vor 48 Jahren.

Trotz Erinnern, nach vorne sehen

„Auch nach fast 50 Jahren sind die Geschehnisse nicht vergessen“, sagte Karmasin. Der Landkreis Fürstenfeldbruck wird auch weiterhin alles tun, damit dies so bleibt und die Opfer nicht vergessen werden, versprach der Landrat. „Die Vergangenheit sollte ein Sprungbrett sein, kein Sofa“, rief Karmasin eine Aussage vom ehemaligen Premierminister Harold Macmillan in Erinnerung. „Soll heißen, wir vergessen die Geschichte nicht, erinnern uns an die Opfer und Täter, aber wir denken und planen für die Zukunft.“

"Der Hass von damals ist heute noch lebendig"

Die Ereignisse von damals dürfen nicht in Vergessenheit geraten, sondern müssen wach gehalten werden, sagte auch Charlotte Knobloch. „Und zwar an den Orten des Geschehens.“ Aus den fröhlichen Spielen von München wurde ganz besonders für die Mitglieder der jüdischen Gemeinschaft eine traurige Erinnerung, so Knobloch. Besorgt äußerte sie sich über den wachsenden Judenhass in Deutschland. „Die israelischen Sportler wurden ermordet, weil sie Juden waren“, sagte sie. „Heute, ein halbes Jahrhundert später, prägen Bedrohung und Angst noch immer und wieder das jüdische Leben in Deutschland. Wer sich als jüdisch zu erkennen gibt, lebt gefährlich. Der Hass von damals ist heute noch lebendig. Zu jedem Fortschritt gesellt sich auch mindestens ein Rückschritt.“

62 Teilnehmer bei Gedenk-Radtour

Generalkonsulin Simovich dankte Karmasin und seinem Amt für Durchführung der jährlichen zentralen Veranstaltung, die so dazu beiträgt, das Andenken an die Opfer lebendig zu halten. Durch die erstmals veranstaltete Fahrradtour vom Olympiapark in München zur Gedenkfeier nach Fürstenfeldbruck, mit dabei Münchens 2. Bürgermeisterin Katrin Habenschaden, habe man ein wunderbares Beispiel gelebter Gedenkenkultur erlebt, das in Israel sehr positiv aufgenommen wurde. 62 Teilnehmer erinnerten mit einer Gedenk-Radtour an das Schicksal der getöteten Sportler, in dem sie T-Shirts trugen mit den Namen der Ermordeten. Simovich zeigte auch sehr erfreut über die zahlreiche Teilnahme an der Veranstaltung vor dem Fliegerhorst, zeuge es doch vom gesellschaftlichen und persönlichen Engagement.

Traditionell Steine abgelegt

Zwischen den Wortbeiträgen begleitete die junge Musikerin Antonia Wilczek die Feierstunde, die mit einem Gebet von Rabbiner Steven Langnas, und Pfarrerin Susanne Parche sowie dem traditionellen Ablegen von Steinen an der Gedenkstätte nach einer knappen Stunde zu Ende ging.

Dieter Metzler

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