Julia Reitbauer stirbt während Südamerikareise

Große Trauergemeinde nimmt Abschied von aktiver jungen Bruckerin

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Die Fursty Razorbacks kamen in ihren roten Trainingsjacken, die Faschingsgilde hatte ihre Fahne dabei: Wie Julia es sich gewünscht hätte, war Schwarz nicht die vorherrschende Farbe ihrer Trauerfeier.

Eine große Trauergemeinde hat Abschied von Julia Reitbauer genommen. Im Waldfriedhof hat sie ihre letzte Ruhestätte gefunden. „Abschied nehmen von Julia – so wie wir sie kannten, und nicht in Schwarz.“ Darum hatten Familie und enge Freunde für die Beerdigung am Mittwoch gebeten. Ein Wunsch, dem viele Freunde nachkamen. Diakon Martin Stangl nahm diese Stimmung auf: „Auch Julia würde sich wünschen, dass wir mit einem Lächeln an sie denken.“

Julia Reitbauer

Die Aussegnungshalle hatte die Menge an Trauergästen gar nicht aufnehmen können. Bis fast zum Friedhofseingang reichte die Reihe der Freunde, die die am 3. Februar im Alter von 25 Jahren während einer Südamerikareise verstorbene junge Frau auf ihrem letzten Weg begleiten wollten. Bei allen war ehrliche Trauer zu erkennen und der Schock über den unerwarteten Tod. Spieler der Razorbacks, wo Reitbauer bei den Cheerleaders gewesen ist, nahmen sich bei den Händen, um sich gegenseitug beizustehen. Der Tränen schämte sich keiner. Andere verharrten viele Sekunden in stiller Umarmung. 

Viele Kerzen ließen die Trauergäste am Kreuz zurück.

Gestaltet war die Trauerfeier ganz im Sinne der Verstorbenen. Es wurde keine getragene Musik gespielt, sondern Stücke die eher daran erinnerten, dass Julia der Heimatgilde auch als Tänzerin und den Razorbacks als Cheerleader verbunden war „Julia, welchen Weg wirst du wählen? Julia, Ich möchte es gerne wissen, Julia, nur der Mond und die Sterne, Julia, Wissen wo du bist.“ Das Lied, das der britische Sänger Chris Rea 1993 seiner Tochter gewidmet hatte, verband Erinnerung, Gedenken und Abschied nehmen. Die Gedanken, die die Familie dazu bewegten, fasste Diakon Stangl zusammen. „Julia hat von Anfang an alle in den Bann gezogen“, sagte er im Namen der Familie. Sie sei so lebenshungrig gewesen, dass sie damit alle angesteckt habe. Beschrieben wurde auch die große Geschwisterliebe zwischen ihr und Bruder Tobi. Und für die Eltern bleibt eines bestehen: „Als Eltern sind wir so stolz, dass keine Worte dafür gibt es auszudrücken“, trug Diakon Stangl vor. Das gleiche gelte auch für die Großeltern. 

Julia Reitbauer war auch ein großer Einhornfan. So schmückten zwei Kuscheltiere den Sarg. Das Kinderlied „Ich bin ein Einhorn“ begleitete sie auf ihrem letzten Weg. Zuvor hatte Stangl um ein paar Momente der Stille gebeten. „Sagen Sie Julia etwas in Gedanken, das sie ihr auf diese Reise mitgeben wollen

Hans Kürzl

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