In Gröbenzell

Grüne und Bund Naturschutz kritisieren Baumfällungen am Alten Bahndamm

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Grünen Gemeinderätin Igrid Jaschke und Bund Naturschutz Gröbenzell Vorsitzende Ariane Zuber fordern einen Abholzungs-Stopp am Bahndamm.

Gröbenzell - Die massiven Abholzungen bis Ende Februar im Stadtgebiet Gröbenzell werden von vielen Bürgern aber auch den Grünen sowie dem Bund Naturschutz kritisch gesehen.

Am Alten Bahndamm entlang der August-Exter-Straße, aber auch an Amper und Amperkanal sowie an der Roggensteiner Straße Richtung Emmering wurden unter kritischen Augen Bäume gefällt. "Insbesondere Kahlschläge wie am Alten Bahndamm werden in Zeiten der Klimakrise heftig kritisiert", so die Olchinger Grünen-Fraktion.

Eschentriebsterben als Grund angegeben

Offenbar wurde die Rodung am Alten Bahndamm in Olching in enger Absprache mit der Unteren Naturschutzbehörde durchgeführt. Seitens der Behörde wurde auf Nachfragen erklärt, die Fällungen seien aufgrund des Eschentriebsterbens sowie im Zuge der Herstellung eines Biotops als artenreicher Magerrasen notwendig gewesen. Seitens der Deutschen Bahn, Eigentümerin des Alten Bahndamms, wurde bestätigt, dass die Fällungen im Rahmen der Durchführung einer Ausgleichsmaßnahme für den barrierefreien Ausbau des Bahnhofs Fürstenfeldbruck-Buchenau erfolgten.

Laut Bund schlechte Ausrede

Ariane Zuber, Vorsitzende der Gröbenzeller Ortsgruppe des Bund Naturschutz, moniert: „Hier das Eschentriebsterben für die Totalabholzung heranzuziehen kann nicht angehen, denn auf dem betroffenen Abschnitt des Alten Bahndamms wuchsen überwiegend Ahorn und Buchen, Eschen kamen hier überhaupt nicht vor“. Eine Beobachtung, die von Anwohnern und Kennern des Gebiets mehrfach bestätigt wird.

"Schrittweise Schaffung von freien Lichtungen wäre besser gewesen"

„Die Entwicklung eines blütenreichen Magerrasens an sich ist nicht zu bemängeln, jedoch ist die Totalabholzung eines seit Jahrzehnten eingewachsenen Baumbestands mit entsprechender Fauna und Flora damit nicht zu rechtfertigen. Mit einem Kahlschlag wird die Lebensgrundlage für diese Lebensgemeinschaft abrupt vernichtet“, gibt Ingrid Jaschke, Kreis- und Stadträtin zu bedenken. „Das Mittel der Wahl wäre eine behutsame – also schrittweise – Schaffung von freien Lichtungen. Dort könnte die initiale Entwicklung eines Magerrasens mit der dazugehörigen Fauna stattfinden und gleichzeitig wäre der aktuelle Lebensraum noch in Teilen verfügbar. Die Organismen hätten somit die Chance, sich in ihrem Verhalten den sich allmählich veränderten Lebensraumbedingungen entsprechend neue geeignete Lebensräume zu suchen“, sind sich Ingrid Jaschke und Ariane Zuber einig.

Strategien müssen angepasst werden

"Auch im Naturschutz müssen in Zeiten eines rasanten Artensterbens die Strategien angepasst werden. Eine Vernichtung von intakten Lebensräumen – und hier insbesondere von CO2-speichernden Wäldern und waldähnlichen Strukturen – ist auch mit der Absicht, anderweitige Biotope zu schaffen, nicht mehr zeitgemäß und völlig unangemessen", so das Fazit der beiden.

red

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