Grüne fragen sich: "Wohin mit dem Verkehr?"

Grünen-Vortrag: Zu wenig Geld für den Öffentlichen-Personen-Nahverkehr

+
Heide Kuckelkorn vom OV Olching, Michael Maier vom OV Olching und Bürgermeisterkandidat, Dr. Markus Büchler MdL (von links).

Der Einladung der Grünen zur Veranstaltung im KOM unter dem Titel „Wohin mit dem Verkehr – Moderne Verkehrspolitik für Klimaschutz und Lebensqualität“ folgten rund 60 Besucher. Als Referent geladen war Markus Büchler, Mitglied des Landtags und Sprecher der Grünen Landtagsfraktion für Mobilität, der sich seit mehreren Jahren diesem Thema verschrieben hat.

Olching - Bei seinem Überblick über die verschiedenen Verkehrsträger stach hervor, dass die derzeit amtierende Staatsregierung nur den Kraftfahrzeugverkehr im Auge hat. Das zeige sich in zahlreichen Straßenbauprojekten, die im derzeit gültigen Ausbauplan verzeichnet sind, wie vierspuriger Ausbau der B471 oder die Ortsumfahrung Maisach. „Das sind alles Neubau- und Ausbauprojekte, also die Verbreiterung bestehender Straßen“, darauf wies Büchler hin. Für den Erhalt werde dagegen zu wenig getan. „Das sehen wir in Olching an unseren Staatsstraßen wie der Fürstenfeldbrucker Straße, die in einem jämmerlichen Zustand sind und den Anwohnern Lärm bescheren“, nannte Büchler ein Beispiel. 

Büchler: "Überall fehlt Geld für den Ausbau"

Für die S-Bahn sei dagegen vergleichsweise wenig Geld eingeplant. „Auch das merken wir in Olching besonders. Der Zehn-Minuten-Takt ist auf der S3 sogar ausgesetzt und auf der S4 gar nicht in Sicht. Die Bestellung neuer Züge ist wohl für die Zeit nach dem Bau der zweiten Stammstrecke vorgesehen“, informierte und kritisierte Büchler. Auf Bayern gesehen sei laut den Grünen der Ausbau der zweiten Stammstrecke in München ein Desaster. „Überall fehlt Geld für den Ausbau des regionalen Nahverkehrs, weil in München dieses Mammutprojekt vorangetrieben wird, dessen Wirkung für die Verbesserung auch noch in Frage steht“, kritisierte Büchler. So könnten laut dem Referenten nicht wesentlich mehr Personen befördert werden als heute und statt alle zehn Minuten fahre die S-Bahn bestenfalls alle 15 Minuten. 

Blick über die Landesgrenze - Kopenhagen und Wien

Für den Radverkehr, der mit der rasanten Zunahme der Anzahl E-Bikes und Pedelecs auch neue Anforderungen an die Fahrradwege stelle, sei dagegen Geld nur in homöopathischen Dosen eingeplant. Ein überzeugender und rascher Ausbau für diese umweltfreundliche Verkehrsart sei so nicht möglich. Ein Blick über die Landesgrenzen zeige, dass Politik auch anders kann. Wien und Kopenhagen nennt Büchler als gute Beispiele. „Der Unterschied zum 365-Euro-Ticket in Wien zu der von Ministerpräsident Söder vorgeschlagenen Variante liegt darin, dass in Wien gleichzeitig der Autoverkehr massiv eingeschränkt wurde. Und es gibt dort einen guten Mix von U- und S-Bahnen, aber auch sehr vielen Straßenbahnen, die nicht nur sternförmig ins Zentrum weisen, sondern auch Querverbindungen ermöglichen“, erklärt er.

Ausnahmezustand am Münchner Hauptbahnhof

Für München und das Umland müsse man fürchten, dass eine signifikante Mehrung der Fahrgastzahlen zu einem Kollaps des Systems führt, denn bereits heute seien die Bahnen überfüllt. Morgens und abends herrsche am Hauptbahnhof der Ausnahmezustand, wenn man in die U-Bahn umsteigen möchte. Markus Büchler hatte auch Lösungsvorschläge mitgebracht, wie aus Sicht der Grünen vorgegangen werden sollte. Die Straße den Bürgern zurückgeben, mehr Raum für ein Nebeneinander schaffen, das Tempo innerorts herausnehmen. Platz schaffen für Fuß- und Radverkehr. 

red

Auch interessant

Meistgelesen

Hallo Fürstenfeldbruck, da sind wir!
Hallo Fürstenfeldbruck, da sind wir!
Gericht: Zwei junge Erwachsene attackieren Ex-Freund ihrer Cousine
Gericht: Zwei junge Erwachsene attackieren Ex-Freund ihrer Cousine
15 Gemeinden gründen mit Landkreis Wohnungsbaugesellschaft
15 Gemeinden gründen mit Landkreis Wohnungsbaugesellschaft
Verein zur Förderung der Furthmühle bekommt Heimatpreis 
Verein zur Förderung der Furthmühle bekommt Heimatpreis 

Kommentare