Grüne lehnen Stadterhebung Gröbenzells ab

Die

Frage, ob Gröbenzell Gemeinde bleiben oder Stadt werden soll, hätten die Bürger schon längst entschieden, wenn der Gemeinderat im vergangenen Jahr dem Antrag der Grünen gefolgt wäre, die Bürger zeitgleich und kostensparend mit dem Nichtraucherschutz-Volksbegehren nach ihrer Meinung zu diesem Thema zu befragen. Stattdessen gibt es nun am 3.4. einen Bürgerentscheid. Immerhin werden in Gröbenzell die Bürger gefragt, anders als die Olchinger und Puchheimer. Gröbenzell hat mit knapp 20.000 Einwohnern eine Größenordnung erreicht, die deutlich über der mancher Städte liegt. Gleichzeitig fragt man sich, ob es sinnvoll sein kann, um eine Großstadt wie München herum eine Vielzahl von kleineren Städten auszuweisen. Stellen Sie sich vor, es gäbe um Berlin, Hamburg oder München 20 bis 30 andere Städte – wollen wir ein Ruhrgebiet werden? Wichtig ist die Frage: ist Gröbenzell überhaupt eine Stadt? Wenn wir davon sprechen, „in die Stadt“ zu fahren, meinen wir dann ins Zentrum Gröbenzells oder nicht doch eher nach München? Eine Stadt ist definiert als das Zentrum ihres Umlandes – ist Gröbenzell Zentrum seines Umlandes? Eine Stadt erfüllt „zentralörtliche Funktionen“ für ihr Umland – welche könnten das in Gröbenzell sein? In eine Stadt fahren täglich die Menschen zum Arbeiten hinein, aus Gröbenzell fahren die meisten zum Arbeiten hinaus. Ist Gröbenzell also eine Stadt? Nein, natürlich nicht, eigentlich weiß jeder Gröbenzeller Bürger das. Selbst Bürgermeister Rubenbauer, jetzt ein Befürworter der Stadt, hat noch 2008 erklärt, „Gröbenzell erfülle keine städtische Funktionen“. Wenn es denn richtig wäre, dass der Titel Stadt eine erhebliche Bedeutungssteigerung zur Folge hätte, wie die Befürworter meinen, müssten die bayerischen Städte Kolbermoor oder Mainbernheim bedeutender sein, als z.B. die Gemeinde Garmisch-Partenkirchen. Wir Grünen sind in einer deutlichen Mehrheit der Meinung, dass eine Umbenennung zur Stadt ein großer Unsinn wäre, nichts als ein Etikettenschwindel wäre, weil sich zunächst nichts ändern würde durch neue Ortsschilder und neue Briefbögen im Rathaus. Die Frage Gemeinde bleiben oder Stadt werden hat eher mit einer Entwicklungsperspektive unseres Ortes zu tun. Wir Grünen haben uns in der Vergangenheit dafür eingesetzt, den Ort behutsam zu entwickeln, um trotz des Siedlungsdrucks im Großraum München eine liebenswerte Gemeinde mit grünem Charakter zu erhalten. Die Mehrheit unserer Mitbürger wohnt ja nicht zufällig in Gröbenzell, sondern ist irgendwann mit Absicht in diesen Ort mit seinem grünen Charakter gezogen. Würden sie in einer Stadt wohnen wollen, wäre sie in eine gezogen. Sollte nun Gröbenzell das Etikett „Stadt“ bekommen, wäre es nur naheliegend, den Ort dann auch städtisch zu entwickeln. Einen Vorgeschmack, wie das aussehen könnte, liefert der klotzige Bau des „Betreuten Wohnens“ gegenüber der Post, der von denselben Leuten beschlossen wurden, die jetzt die Stadternennung betreiben. Mehr „Urbanität“, mehr Verdichtung, mehr „Stadt“ bedeutet aber mehr Verkehr, mehr Lärm, weniger Lebensqualität, das wird sich kaum ein Mensch für seine Wohnumgebung wünschen. Die Frage Gemeinde bleiben oder Stadt werden wird also von den Bürgern zu entscheiden sein. Wir Grünen sind sicher, dass die Bürger Gröbenzells mit einer klaren Mehrheit entscheiden werden, auch künftig in einer Gemeinde und nicht in einer Stadt leben zu wollen. Wäre es nach uns gegangen, hätten die Bürger dies auch schon vor einem Jahr entscheiden können, man hätte Zeit und Geld gespart.

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