Gutachten über Sparkassenfusion

Fusionspläne werden geprüft

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Stellten im Alten Rathaus das Gutachten vor (von links): Klaus Quinten (BBV), Martin Runge (Grüne) und Jan Halbauer (Grüne).

Während die Sparkasse mit einem Mehrwertgutachten prüft, ob sich eine Fusion mit den Bankhäusern Dachau und Landsberg-Dießen wirtschaftlich rentieren würde, hat die Kreistragsfraktion der Grünen ein eigenes Gutachten in Auftrag gegeben. Dieses Gutachten wurde nun im Alten Rathaus vorgestellt und wirft Fragen auf, vor allem was Transparenz und Offenheit in Bezug auf die mögliche Fusion anbelange, finden BBV und Grüne.

Fürstenfeldbruck – Größere Flexibilität, die Bündelung von Kompetenzen verbunden mit weniger Verwaltungsaufwand infolge der zunehmenden Digitalisierung sind nur ein paar Vorteile, die sich die Sparkasse durch eine mögliche Fusion vorstellen könnte. „Wir haben die Fusion schon seit Jahren diskutiert“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Fürstenfeldbruck, Klaus Knörr. Um ganz sicher zu gehen wird derzeit ein Gutachten erstellt.

Dass die Sparkassen ständig herausgefordert werden, bestreite Martin Runge nicht: „Ohne Zweifel stehen Sparkassen vor großen Herausforderungen.“

Dennoch müsse konkret hinterfragt werden, ob ein Institut mit einem derart großem Bedienungsgebiet die Gewährleistung der Örtlichkeit und die Bedienung in der Fläche auf dem Schirm habe.

Kritik an der Haltung der Sparkasse 

Um bereits frühzeitig bei einer möglichen Fusion informiert zu sein, hatte das Bündnis der Grünen im Kreistag ein externes Gutachten zur derzeitigen Situation der Sparkasse Fürstenfeldbruck in Auftrag gegeben. Gutachter und emeritierten Professor Guido Eilenberger standen für seinen 33 Seiten langen Bericht die Jahresabschlüsse von 2006 bis 2015 der Sparkasse Fürstenfeldbruck, den Jahresabschluss 2015 der Sparkasse Dachau und Landsberg-Dießen, sowie den Offenlegungsbericht der Sparkasse Fürstenfeldbruck und die Satzung des Zweckverbandes der Sparkasse Fürstenfeldbruck, zu Verfügung.

Martin Runge stellte die Ergebnisse im Alten Rathaus vor. Kritik übte er unter anderem an der Haltung der Sparkasse, im Jahr 2015 keine Ausschüttung an die Träger getätigt zu haben. „Eine Ausschüttung kann immer dann erfolgen, wenn die Leistungskraft und die Risikofähigkeit es erlauben“, sagte Runge.

Gutachten sei nicht nachvollziehbar

Und dies sei laut Gutachten in diesem Jahr der Fall gewesen. Hier hätte die Sparkasse laut Gutachten etwa 2,3 Millionen Euro an den Landkreis und die Stadt abführen können, der dann für gemeinnützige Zwecke hätte verwendet werden könnte – was aber nicht geschah. Für Sparkassenchef Klaus Knörr ist das Gutachten nicht nachvollziehbar: „Ich kann nicht so

naiv hingehen was die Regularien vorschreiben und den Rest ausschütten“, sagte er.

Die Sparkasse sei eine öffentlich rechtliche Struktur, die kein Kapital erschaffen dürfe, weshalb sie ihr eigenes Kapitel nutzen müsse.

"Manche Unterlagen sind vertraulich"

Knörr monierte, dass der Gutachter nicht alle Unterlagen zur Verfügung hätte und nur an Hand von publizierten Daten argumentiere. „Manche Unterlagen sind vertraulich“, verteidigte Knörr die Sparkasse. „Diese Informationen gehören zur Aufsichtspflicht des Verwaltungsrats“, sagte der Sparkassenchef. Der Stadt- und Kreisrat würden zwar unterrichtet, hier könnten jedoch keine Details offen gelegt werden. „Wir haben auch ein Wettbewerbsgeheimnis“, sagte Knörr.

Runge warf der Sparkasse vor, dass „alles im stillen Kämmerlein geschehe“. Dies sei Unfug, so Knörr. „Wir legen alles offen, was offen zu legen ist“, sagte er.

Vertrauen in Sparkasse darf nicht beschädigt werden

Im Oktober erwartet Knörr das Ergebnis des Mehrwertgutachtens, welches offenbaren soll, ob sich eine Fusion mit den anderen Geldhäusern für die Brucker Sparkasse lohnen würde. Davor wird er noch im Stadt- und Kreistag berichten. „Mir geht es darum, dass das Vertrauen in die Sparkasse durch die Vermutungen nicht beschädigt wird“, sagte Knörr. Das sei auch nicht im Interesse von Runge: „Ich möchte die Sparkassen nicht angreifen, dennoch werden wir mögliche Aspekte diskutieren und ausleuchten.“

Felix Hamann

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