Daten für das forstliche Gutachten gesammelt

Der Trend geht zum Mischwald

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Wenn es zu viele Rehe gibt, müssen Waldbäume, solange sie noch klein sind, vor Wildverbiss geschützt werden.

In den Monaten März und April wurden im Landkreis Fürstenfeldbruck an 136 Waldpunkten Daten für das Forstliche Gutachten zur Situation der Waldverjüngung erhoben. Die Förster vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten haben 9.956 junge Bäumchen auf Verbiss- und Fegeschäden durch das Rehwild untersucht. Die Ergebnisse zeigen beachtliche Erfolge bei der Hauptbaumart Fichte.

Landkreis - Die für stabile Mischwälder der Zukunft so wichtigen Laubbäume sind jedoch noch immer gefährdet. Daher lautet die Empfehlung in zwei der vier Hegegemeinschaften des Landkreises, die Rehwildbejagung zugunsten der Waldverjüngung zu verstärken. Bei der häufigsten Baumart, der Fichte, liege der Anteil der verbissenen Pflanzen auf dem akzeptablen Niveau von zwei bis fünf Prozent. Nur in einer ist ein auffälliger Anstieg auf zehn Prozent zu verzeichnen. Entsprechend verjüngt sich die Fichte mittlerweile meist ohne Probleme und vielerorts aus Naturverjüngung.

Laubbäume sind aktuell zu neun bis 26 Prozent verbissen

Der Verbiss bei der Buche liegt auf niedrigem Niveau (drei bis sieben Prozent). „Das ist erfreulich und hängt mit ihrer starken Verbreitung in den Staatswäldern zusammen“, erklärt das Forstamt. Sie wäre jedoch auch in den Privatwäldern dringend notwendig, weil sie die wichtigste Mischbaumart zur labilen Fichte ist. Die Laubbäume in der Summe sind aktuell zu neun bis 26 Prozent verbissen. Vor allem bei der Eiche und den Edellaubbäumen Ahorn, Linde, Esche und Kirsche ist der Anteil der verbissenen Jungpflanzen zu hoch. „Diese Situation ist insofern bedauerlich, da gerade diese Baumartengruppe für Freiflächen eine interessante Alternative zur Fichte darstellt“, informiert das Forstamt.

Klimawandel zwing zum schnelleren Handeln

Aufgrund der Ausgangslage im Landkreis mit verbreitet empfindlichen Böden und einem extrem hohen Anteil an durch Borkenkäfer, Sturm und Schnee gefährdeten Fichtenreinbeständen sei ein Umbau in Mischwälder mit mehr Laubbäumen unverzichtbar. Der sich deutlich abzeichnende Klimawandel zwingt dabei zu beschleunigtem Vorgehen. Auch die bisher nur selten anzutreffenden – den Rehen gut schmeckenden – stabilen, weil tief wurzelnden Tannen und Eichen müssen wieder verstärkt angepflanzt werden. „Das Einbringen aller Mischbaumarten gelingt leider in drei der vier Hegegemeinschaften bei einem andauernd hohen Anteil der Verjüngungsflächen nur hinter Zaun“, bedauert das Forstamt.

red

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